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Mitteilungen des SOCIUM seit 2015, aber auch ältere Mitteilungen aus dem ZeS und EMPAS aus den Jahren 2014 bis 2008.

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10 Bremer Wissenschaftlerinnen aus drei Fachbereichen (6, 8, 12) und drei Instituten (bigas, artec, SOCIUM) gründen interdisziplinäres Lab

Worum geht es?

Forschungsinnovationen brauchen Kooperationen. Das im Rahmen der Worlds of Contradiction (WoC) neu gegründete interdisziplinäre Lab wird sich der Thematik „Violence, Age and Gender“ aus rechts- und sozialwissenschaftlicher Perspektive nähern und Kompetenzen bündeln. Ziel des Labs ist es, nationales und internationales Wissen über Vorkommen und Ursachen geschlechtsspezifischer Gewalt und Belästigung im öffentlichen, institutionellen sowie auch privaten Raum interdisziplinär zusammenzuführen, um daraus weitere Forschungsfragen abzuleiten sowie Strategien zur Gewaltprävention zu entwickeln. Ausgangspunkt dafür ist das aktuelle Übereinkommen 190 über die Beseitigung von Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt der internationalen Arbeitsorganisation (ILO).

Gewalt strukturell und individuell zu erleben heißt, in und mit Widersprüchen zu leben. Formen der Gewalt werden zu verschiedenen Zeiten des Lebens und in unterschiedlichen Konstellationen erfahren; gesellschaftliche sowie individuelle Entwicklungschancen werden dadurch beeinträchtigt.

Zehn Bremer Wissenschaftlerinnen aus drei Fachbereichen (6, 8, 12) und drei Instituten (bigas, artec und SOCIUM) nutzen für die Untersuchung von gewaltinduzierten Widersprüchen im Lebens(ver)lauf Gender als gemeinsames zentrales Analysekriterium, unter Einbezug einer intersektionalen Perspektive. Aus den jeweils miteinander verschränkten Ungleichheitsdimensionen Geschlecht, Alter, Klasse bzw. Schicht und Ethnizität ergeben sich Überlagerungen mit Gewalt, Migrationsprozessen und Rassismus.

Der zugrunde gelegte interdisziplinäre und interdependente Gewaltbegriff erlaubt die Untersuchung staatlicher, institutioneller, organisationaler oder interpersoneller Gewalt gegenüber Menschen aller Geschlechter und verschiedener Altersgruppen sowie von Machtbeziehungen, wie beispielsweise in Arbeitsverhältnissen oder bezüglich Mehrfachdiskriminierungen. Als Grundlage dienen Quellen zu internationalen und regionalen völkerrechtlichen Übereinkommen einschließlich deren Überwachung sowie Forschungsergebnisse aus den Rechts-und Sozialwissenschaften.

Das Lab knüpft somit an die an der Universität Bremen seit den 1980er Jahren etablierte Genderforschung an und verfolgt mit der interdisziplinären Sichtweise auf das Thema Gewalt einen Theorie-Praxis-Transfer, der dazu beiträgt, Lebensverhältnisse konkret zu verbessern. Die Forschungsergebnisse werden als Transferangebot für Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zur Verfügung gestellt.

Wer arbeitet hier?

Prof. Dr. Konstanze Plett, LL.M. (Gründungsmitglied)
Prof. Dr. Ursula Rust (Gründungsmitglied)
Prof. Dr. Simone Scherger (Gründungsmitglied)
Prof. Dr. Ines Weller (Gründungsmitglied)
Prof. Dr. Betül Yarar (Gründungsmitglied)
Ass. Prof. Dr. Fatma Karakaş-Doğan (Gründungsmitglied)
Dr. Ruth Abramowski (Gründungsmitglied)
Dr. Anna Hokema (Gründungsmitglied)
Dr. Sylke Meyerhuber (Gründungsmitglied)
Dr. Sabine Ritter (Gründungsmitglied)
Wiebke Blanquett, M.A. (Gründungsmitglied)
Privatdozent Dr. Thorsten Fehr (seit 13.07.2020)

Neben den beteiligten aktiven Wissenschaftler_innen steht das Lab in einem Austausch mit den in der Bremer Tradition universitärer Genderforschung stehenden Kolleginnen Prof. Dr. Karin Gottschall (FB 8, Vorstand SOCIUM, Leiterin der Abteilung „Ungleichheitsdynamiken in Wohlfahrtsgesellschaften“) und Prof. Dr. Gabriele Bolte (FB 11, Geschäftsführende Direktorin des IPP).

Was findet statt?

Für 2021 sind verschiedenen Vorträge bzw. Workshops mit anerkannten europäisch und international aktiven Jurist_innen und zu Gewalt forschenden Soziolog_innen geplant. Eine größere Konferenz (mit ca. 100 Teilnehmenden) für Anfang Dezember 2021 in der Evangelischen Akademie Loccum mit der anschließenden Veröffentlichung eines Sammelbandes ist bereits in Planung.

Kontakt:
Prof. Dr. Ursula Rust
Fachbereich Rechtswissenschaft
Universitätsallee, GW1
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-66080
E-Mail: urust@uni-bremen.de


Dr. Ruth Abramowski
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58550
E-Mail: ruth.abramowski@uni-bremen.de

 

Stellungnahme zur Situation von sorgearbeitenden Eltern und Kindern in Zeiten von COVID19 - und darüber hinaus

Nicht neu ist jedoch, dass die Gesellschaft nicht in ausreichendem Maße Eltern bei der Erziehungs- und Sorgearbeit unterstützt, obwohl unser Gesellschafts- und Wirtschaftssystem auf Kinder angewiesen ist. Gäbe es keine Familien, keine Sorgearbeitenden, würde niemand ein Geschäft betreten oder eröffnen, niemand wäre Politiker*in, würde einen Impfstoff finden oder im Alter gepflegt werden. Und es ist entsprechend unser aller Job, uns dafür einzusetzen, dass Menschen diese Aufgaben auch langfristig gut und ohne Nachteile ausüben können.   

Jetzt in der Krise hatten und haben Sorgeberechtigte viele Monate keinen oder keinen umfänglichen zuverlässigen Zugang zu externer Betreuung, Versorgung und Bildung der Kinder. Weder durch Kitas und Schulen, noch durch Großeltern und während des Lockdowns auch nicht durch Andere. Da es keine Strategie dafür gab und noch immer nicht gibt, Eltern hier ausreichend zu unterstützen, werden nicht nur die Kosten für die Sorgearbeitenden (und die Kinder) noch größer. Auch, dass es keine ausreichend transparente Kommunikation über Maßnahmen, ihr Für und Wider, gibt und stattdessen Debatten über viele andere Gesellschaftsbereiche deutlich ausführlicher und zielführender verlaufen, ist hier ein Problem. Das Vertrauen in Politik und Gesellschaft leidet sehr.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Lasten der Sorgearbeit für Frauen - Mütter-  groß ausfallen und sie häufig von ökonomischer Abhängigkeit und Altersarmut bedroht sind. Der Bremen Fond mit seiner expliziten Gender-Komponente ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Aber auch hier konzentriert sich die Gleichstellung bisher darauf, Frauen in den Arbeitsmarkt zu bekommen. Dieses Ziel vernachlässigt die Frage danach, wie wir die Kosten der Sorgearbeit stärker unter allen gesellschaftlichen Akteur*innen aufteilen.

Vereinbarkeit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ohne Sorgearbeit bricht unser Gesellschafts- und Wirtschaftssystem zusammen. Familien wurden vor der Krise und erst Recht im Laufe der Krise unzureichend unterstützt und auch aktuell sind wir weit davon entfernt uns tragfähigen Konzepten gegenüberzusehen.

Offene Probleme aktuell und bei weiteren Schließungen:

  1. Das Virus ist nicht weg. Es ist für Eltern keine Perspektive erkennbar, wie sie mit weiteren Betreuungs- und Bildungsengpässen umgehen können (Personalnot, vermehrte Krankheitstage der Kinder, erneute Schließungen durch Infektionsfälle in der Einrichtungen oder bei einer “zweiten Welle”). 
  2. Es gibt weiter keinen Regelbetrieb in den Betreuungseinrichtungen. Auf diesen Regelbetrieb haben sich die Eltern verlassen und ihre Erwerbstätigkeit darauf abgestimmt. Insbesondere für Alleinerziehende ist die Situation untragbar.
  3. Für Familien mit Mitgliedern aus der Risikogruppe, für die das Risiko einer externen Betreuung zu hoch ist, gibt es bisher keine alternativen Lösungen.
  4. Die pädagogische Arbeit wird durch die Hygienemaßnahmen beeinträchtigt (zum Beispiel die Erziehungspartnerschaft zwischen Erzieher*innen und Eltern). Insbesondere Kinder aus bildungsfernen Haushalten leiden langfristig unter dem Wegfall von Präsenzlernen in Krippen, Kindergärten und Schulen.
  5. Hohe Belastungen in den Familien gehen auf Kosten der Kinder (z. B. Vernachlässigung und Gewalt in Familien).
  6. Der Lohnersatz bei fehlender Betreuung ist als Instrument der finanziellen Kompensation und Erwerbsabsicherung unzureichend und für viele Familien nicht nutzbar.
  7. Es gibt keine ausreichenden Maßnahmen, um die Langzeitfolgen, die aus der zusätzlich geleisteten Sorgearbeit entstehen, aufzufangen.
  8. Unzureichende Kommunikation. Familien wird nicht ausreichend vermittelt, dass die Politik diese Probleme als gesamtgesellschaftliche Aufgaben wahrnimmt und in diesem Sinne an Lösungen arbeitet.


Wir fordern tragfähige Konzepte zum Umgang mit bestehenden und kommenden Problemlagen von Kindern und sorgearbeitenden Eltern.

Insbesondere fordern wir ein Gremium, das sich dieser Probleme annimmt und das auf Grundlage der bestehenden kurz-, mittel-, und langfristigen Lösungsvorschläge transparent tragfähige Konzepte für die Kinder und sorgearbeitenden Eltern im Land Bremen entwirft.

Dieses Gremium muss neben der Erarbeitung weiterer Lösungsansätze und Strategien bspw. dazu Stellung nehmen, inwiefern die bereits wissenschaftlich und medial vorliegenden Lösungsansätze diskutiert wurden und wer sich um eine zügige Umsetzung der Maßnahmen kümmert. Diese Lösungsansätze sind beispielsweise Ausweitung der Lohnfortzahlung, ein Corona-Elterngeld, umfangreiche Teststrategien, mehr Ressourcen für schlechter gestellte Familien, kreative Schaffung personeller und räumlicher Ressourcen für Betreuungs- und Bildungseinrichtungen (inkl. Außenflächennutzung), Bezuschussung haushaltsnaher Dienstleistungen, Berücksichtigung in der Alterssicherung.

Ziel muss sein, dass politische Maßnahmen, unter anderem auch im Rahmen des „Bremen-Fonds zur Bewältigung der Corona Folgen“, anerkennen, dass sorgearbeitende Eltern und Kinder die Basis von Wirtschaft und Gesellschaft sind. Die Bereiche Pädagogik, Familienforschung, Kinderpsychologie, Gleichstellung der Geschlechter bzw. Gleichstellung von Menschen mit und ohne Sorgeaufgaben und gesellschaftlicher Zusammenhalt sind durch Expert*innenstimmen sowie Vertreter*innen der Bildungseinrichtungen und der Elternverbände zu repräsentieren. Auch beim Hinzuziehen weiterer gutachterlicher Unterstützung hat der Senat auf eine entsprechende Repräsentanz dieser und weiterer Bereiche zu achten, damit nicht Stimmen aus der Wirtschaft überwiegen und einmal mehr vergessen wird, dass es die (gewerkschaftlich nicht organisierte) Sorgearbeit der Familien ist, auf die die Wirtschaft angewiesen ist.  

Wir fordern zudem, dass Landespolitiker*innen diese Haltung ebenfalls öffentlich demonstrieren. Auch und insbesondere im transparenten Dialog mit der Bundespolitik. Und sich weit über die Krise hinaus offensiv für eine faire Verteilung und Aufwertung von privater Sorgearbeit einsetzen.  

Das Problem ist nicht, dass es keine Lösungen gibt, sondern, dass sich niemand mit angemessenen Ressourcen transparent um Lösungen bemüht.

Eben dies ist jedoch im Sinne eines nachhaltigen und krisensicheren Neustarts notwendig.

Artikel im Weser-Kurier (11. Juli 2020)

Bericht bei Buten und Binnen (11. Juli 2020)

Dr. Sonja Bastin, Familien- und Lebenslaufsoziologin
Dr. Katharina Lutz, Familien- und Lebenslaufsoziologin


Die Stellungnahme entstand nach Vorgesprächen mit der Zentralelternvertretung Bremen (ZEV), der Landesbeauftragten für Frauen Bettina Wilhelm und der bundesweit aktiven Elterninitiative “Familien in der Krise”.


Kontakt:
Dr. Sonja Bastin
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-66385
E-Mail: sbastin@bigsss-bremen.de

© Raphael Hünerfauth, Photothek© Raphael Hünerfauth, Photothek
Strategie: Stabile Kontrolle des Infektionsgeschehens | Prävention: Risikosituationen erkennen | Bürgerrechte: Rückkehr zur Normalität

Das Thesenpapier 3.0 baut auf den vorangegangenen Papieren auf, aktualisiert die epidemiologische Analyse und stellt den „Dritten Weg“ der spezifischen Prävention, die juristische Analyse und die Problematik der Corona-Tracing-App in den Vordergrund.

Die wichtigsten Botschaften auf einen Blick:

  • Sporadisches und epidemisches Muster differenzieren: In der epidemiologischen Analyse ist derzeit deutlich das sporadische Auftreten von den aktuellen Herdausbrüchen (bei kritischer Wohn- oder Arbeitssituation) zu abzugrenzen, beide müssen getrennt berichtet und adressiert werden.
  • Dysfunktionale Dramatisierung: Das Berichtswesen des Robert Koch-Institutes (RKI) bzw. der Bundesregierung muss dringend aktualisiert werden, ein hier vorgelegter Vorschlag umfasst die differenzierte Darstellung von sporadischen und epidemischen Fällen und den Bericht von Versorgungs-relevanten Krankheitszuständen (z.B. asymptomatische Infizierte, stationäre Behandlungsbedürftigkeit).
  • Stabile Kontrolle des Infektionsgeschehens: Eine Eradikation der Epidemie ist nicht erreichbar, möglich ist aber eine stabile Kontrolle sporadischer Fälle, vor allem aber von Herdausbrüchen (die nicht vorhersehbar und nicht zu verhindern sind).
  • Situation ist beherrschbar: Durch ein vorbereitetes und gut ausgerüstetes Gesundheitswesen ist die derzeitige Situation beherrschbar, daher sollte die Diskussion um die Aufhebung des Pandemie-Status und der Einschränkung der Grundrechte eröffnet werden (Wahrung der Verhältnismäßigkeit).
  • Balanced Infection Control Score: Zur Einschätzung der Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen ist eine mehrdimensionale Matrix notwendig, die nicht nur infektionsepidemiologische Kennzahlen umfasst, sondern auch solche aus den Bereichen Ökonomie, Grundrecht und Wissen/Ausbildung.
  • Der „dritte Weg“: Erfolgreiche Prävention umfasst neben allgemeinen und nachfassenden Maßnahmen vor allem Zielgruppen-orientierte, spezifische Maßnahmen, die ex ante primär das Auftreten von Risikosituationen zur Herdentstehung zu verhindern suchen. Der Öffentliche Gesundheitsdienst muss ausgebaut werden.
  • Klinische Forschung fördert den rationalen Umgang: die Aufarbeitung der klinischen
    und pflegerischen Fragestellungen, die Covid-19 betreffen, stellen ein zentrales Element
    eines rationalen Umgangs der Gesellschaft und der Bevölkerung mit der Epidemie dar.
  • Die Würde des Menschen: Besonders bei Langzeitpflege, Behinderungen oder im
    Prozess des Sterbens müssen alle erdenkbaren Anstrengungen unternommen werden,
    um Situationen und Maßnahmen zu verhindern, die die Würde des Menschen einschränken. Rechtlich erscheinen allgemeine Einschränkungen dann als besonders problematisch, wenn spezifische, individuelle Lösungen möglich sind und die Verhältnismäßigkeit durch die allgemeine Verbesserung der epidemiologischen Situation in Frage steht.
  • Corona-Tracing-App wirft beunruhigende Fragen auf: Anonymität, Standortbestimmung, Freiwilligkeit, Verhaltensmodifikation, Wirksamkeit und Effizienz – zu allen diesen Aspekten (und weiteren) sind erhebliche Zweifel angebracht.

 

Link zum Thesenpapier 3.0

 


Kontakt:
Prof. Dr. Gerd Glaeske
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58559
E-Mail: gglaeske@uni-bremen.de

Abbildung des Corona-VirusAbbildung des Corona-Virus
Online Vortrags- und Diskussionsreihe des Wissenschaftsschwerpunkt Gesundheitswissenschaften beginnt am 24.06.2020

Die SARS-CoV-2 Pandemie hat eine enorme öffentliche, politische, wirtschaftliche und soziale Reaktion hervorgerufen, - ein Public Health Thema ist zum fast allgegenwärtigen Hauptthema unseres Alltags geworden. Viele Wissenschaftler*innen und Lehrende im Gesundheitsbereich sind in Krisenbewältigung, in fachliche Beratung oder in neu aufgelegte wissenschaftliche Studien eingebunden. Bei der großen Dynamik in der Entwicklung der Krankheit und der gesellschaftlichen sowie politischen Reaktionen bleibt jedoch oft nicht genügend Zeit für Austausch und Diskussion.

Der WSP Gesundheitswissenschaften bietet in Zusammenarbeit mit dem Zukunftsforum Public Health hierfür ein kurzfristig entwickeltes Online-Angebot zu ausgesuchten Themen rund um COVID-19 und Public Health.

Die Themen sind:

24.06.2020   Covid-19: Strategien und ihrer Implikationen.

30.06.2020   Soziale Ungleichheit, Rassismus und Covid-19

07.07.2020   Applaus für die Pflege - tatsächlich eine Anerkennung

14.07.2020  Risikostatus, Stereotype und Stigma in der Corona-Pandemie

Nähere Informationen finden Sie hier.


Kontakt:
Prof. Dr. Heinz Rothgang
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58557
E-Mail: rothgang@uni-bremen.de

Dipl. Soz. Kai Huter
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58547
E-Mail: huter@uni-bremen.de

Ergebnis einer bundesweiten Online-Befragung einer Bremer Forschergruppe

„Nicht nur die pflegebedürftigen Menschen sind bei einer Infektion mit dem SARS-CoV2-Virus in besonderem Maße von schweren Krankheitsverläufen und einer hohen Sterblichkeit bedroht“, sagt  Karin Wolf-Ostermann, Professorin für Pflegewissenschaft, die die Studie geleitet hat. Gleichzeitig seien auch die sie versorgenden Pflegekräfte durch erhöhte Infektionsrisiken gefährdet. Sie könnten dabei ihre dringend notwendigen Dienstleistungen am Menschen häufig nicht unter Einhaltung der generellen Schutzmaßnahmen erbringen.

Unter welchen Bedingungen aktuell die Pflege im häuslichen Umfeld und in stationären Einrichtungen erbracht wird und welche Folgen der Pandemie dort wirksam sind, war bislang noch unbekannt. Um die Situation zu analysieren, hat eine Forschergruppe unter Leitung von Pflegeprofessorin Karin Wolf-Ostermann vom Institut für Public Health und Pflegeforschung und Gesundheitsökonom Professor Heinz Rothgang vom SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik gemeinsam mit einem neunköpfigen Team eine bundesweite Online-Befragung in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen durchgeführt. Befragungsdaten von 824 Pflegeheimen, 701 Pflegediensten und 96 teilstationären Einrichtungen wurden dabei analysiert.

Pflegebedürftige und Pflegende häufig von COVID-19 betroffen

Sowohl in häuslicher als auch in stationärer Versorgung gibt es laut Studie starke Auswirkungen auf Pflegebedürftige. „Werden die Befragungsergebnisse auf die Bundesrepublik hochgerechnet, zeigt sich, dass rund 60 Prozent aller Verstorbenen von Pflegeheimen oder Pflegediensten betreute Pflegebedürftige sind, wobei deren Anteil an allen infizierten Personen nur insgesamt 8,5 Prozent beträgt. Pflegeheime sind damit der wichtigste Ort in Bezug auf mit COVID-19 Verstorbenen. Hier treten die Hälfte aller Todesfälle auf, obwohl nur knapp ein Prozent der Bevölkerung in dieser Wohnform lebt. Die Sterblichkeit unter Pflegebedürftigen ist somit mehr als fünfzigmal so hoch wie im Rest der Bevölkerung“, sagt Professor Heinz Rothgang.

Hohe Infektionsraten zeigten sich auch für das Pflegepersonal. Der Anteil infizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei in ambulanten Pflegediensten doppelt so hoch wie in der Normalbevölkerung, in stationären Einrichtungen sogar sechsmal so hoch, so die Autoren der Studie. Dennoch hätten drei Fünftel der Pflegedienste und drei Viertel der Pflegeheime noch keinen COVID-19-Fall zu verzeichnen. Dies zeige, dass Schutzmaßnahmen bisher erfolgreich sind. Dort, wo eine erste Infektion auftrete, seien die Folgen jedoch schnell gravierend. Deshalb müssten das Einschleppen erster Infektionen konsequent vermieden werden und Schutzkonzepte die Verbreitung unter den Pflegebedürftigen und Mitarbeitenden verhindern.

Schnelle Testungen und Schutzmaterialien nicht ausreichend verfügbar

Dass eine Eindämmung der Infektion möglich ist, zeigen die Infektionen von Mitarbeitenden und Pflegebedürftigen: So weisen jeweils mehr als die Hälfte der Einrichtungen mit infizierten Mitarbeitenden keine infizierten Klienten oder Bewohner aus. Schlüssel hierbei sind allerdings schnelle Testergebnisse zur Identifikation von potenziellen Infektionsherden und ausreichende Schutzmaterialien zur Vorbeugung der Übertragung, mahnen die Autoren. Wenngleich die anfangs mangelnde Versorgung mit Schutzmaterialien an Bedeutung verloren hat, berichten immer noch jeder vierte Pflegedienst und jede sechste stationäre Einrichtung von diesbezüglichen Engpässen. Zudem seien Tests teilweise noch schwer zugänglich. „Die Übermittlung der Ergebnisse erfolgt erst nach drei bis vier Tagen – zu spät, um ihr Potential als Teil eines wirkungsvollen Schutzkonzeptes voll zu entfalten“, so Karin Wolf-Ostermann. Erforderlich sind daher Reihentests, deren Ergebnisse schneller zur Verfügung stehen.

Instabile Pflegearrangements gefährden Versorgungssicherheit

Im Hinblick auf die quantitative Versorgung berichtet knapp die Hälfte aller Pflegedienste von deutlichen Veränderungen, die dadurch entstehen, dass Leistungen von den Pflegebedürftigen nicht mehr in Anspruch genommen werden und teilstationäre Angebote oder Betreuungskräfte in den Haushalten nicht mehr zur Verfügung stehen. Dies führt dazu, dass einerseits vier von zehn Pflegediensten unter wirtschaftlichen Folgen zu leiden haben und andererseits die Versorgung von Klientinnen und Klienten gefährdet, instabil oder sogar aktuell nicht sichergestellt ist. Hier besteht dringender Unterstützungsbedarf, der zu einer Stabilisierung der oft äußerst fragilen privaten Pflegearrangements und somit zur Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung im häuslichen Bereich erforderlich ist.

Dauerhaftes Schutzkonzept als pflegepolitische Konsequenz

Der Langzeitpflege durch ambulante Pflegedienste und in stationären Einrichtungen muss – auch mit Blick auf eine mögliche zweite Welle der Pandemie – eine höhere Aufmerksamkeit zukommen, so das Fazit von Professorin Wolf-Ostermann und Professor Rothgang. Richte sich der Blick von Politik und Öffentlichkeit im medizinische und pflegerischen Bereich derzeit vornehmlich auf Kapazitäten einer klinischen und intensivmedizinischen Versorgung der akut Infizierten, werde die dauerhafte Versorgung der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppe zunehmend prekärer. Während in stationären Langzeitpflegeeinrichtungen sehr schnell Hotspots der Erkrankung entstehen können, da viele hochbetagte und multimorbide Menschen auf engem Raum leben, werden ambulante Versorgungssituationen destabilisiert. Damit sei die tägliche Versorgung der Pflegebedürftigen gefährdet.

Fazit

Und das schlussfolgern die Bremer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler: Um über die akute Pandemiesituation hinaus Versorgungssicherheit gewährleisten zu können, muss den Forderungen der Pflegedienste und stationäre Einrichtungen nachgekommen werden. Dazu gehören bundesweite und praktikable Handlungsempfehlungen, eine dauerhafte ausreichende Bereitstellung von Schutz- und Desinfektionsmitteln, die systematische und regelmäßige Testung von Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Personal, sowie eine bessere Vergütung der Pflegekräfte und eine bessere Personalausstattung.

Den Ergebnisbericht können Sie hier aufrufen.

Fragen beantworten

Prof. Dr. Karin Wolf-Ostermann
Pflegewissenschaftliche Versorgungsforschung am Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)
Universität Bremen
Tel.: +49 421 218-68960
E-Mail: wolf-ostermann@uni-bremen.de

Prof. Dr. Heinz Rothgang
SOCIUM Zentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Universität Bremen
Tel.: +49 421 218-58557
E-Mail: rothgang@uni-bremen.de

 

 



Ausschuss für Arbeit und Soziales führt Anhörung zur Grundrente durch

Der Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestages hat am 25. Mai eine Öffentliche Anhörung zum Entwurf eines Grundrentengesetzes durchgeführt. Mit diesem Gesetz soll ein Rentenzuschlag als Grundrente bei langjähriger Versicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung mit unterdurchschnittlichem Einkommen eingeführt werden. Diesen Rentenzuschlag erhalten Personen mit 33 beziehungsweise 35 Jahren Rentenzeiten, wenn sie niedrige Lohneinkommen hatten. Der Zuschlag wird zudem nur ausgezahlt, wenn die grundrentenberechtigte Person (zusammen mit Ehepartner*in) nicht andere Einkommen über eine bestimmte Höhe hinaus beziehen.

Als Einzelsachverständiger wurde auch Prof. Frank Nullmeier eingeladen. In seiner schriftlichen Stellungnahme hat er insbesondere die Regelungen zur Einkommensanrechnung als Methode zur Messung des Grundrentenbedarfes deutlich kritisiert: Gerade im Moment der Entstehung eines Bedarfes, nämlich im Übergang von der Erwerbstätigkeit zum Rentenbezug, verfehle eine Einkommensanrechnung, die sich auf eine Einkommensteuerveranlagung von vor zwei Jahren bezieht, ihr Ziel, den Bedarf zu bestimmen.

Die schriftliche Stellungnahme finden Sie hier


Kontakt:
Prof. Dr. Frank Nullmeier
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58576
E-Mail: frank.nullmeier@uni-bremen.de

14 Mitglieder aus Soziologie, Kommunikations- und Politikwissenschaften wählen SOCIUM-Mitglied zum Sprecher

Nach den bundesweiten Wahlen im vergangenen Herbst konstituieren sich die für 2020 bis 2023 gewählten Fachkollegien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Am 14. Mai 2020 hat dabei das Fachkollegium Sozialwissenschaften Frank Nullmeier zu seinem Sprecher gewählt.

Die Fachkollegien der DFG sind wichtige Gremien bei der Begutachtung der eingereichten Anträge zur Forschungsförderung und damit bei der Verteilung der Fördermittel. Der Sprecher leitet dabei nicht nur die Sitzungen, sondern organisiert zusammen mit der Verwaltung der DFG auch die Tagesordnung des jeweiligen Fachkollegiums. Im Fachkollegium Sozialwissenschaften sind je fünf Vertreterinnen und Vertreter der Politikwissenschaft und der Empirischen Sozialforschung sowie je zwei der Soziologischen Theorie sowie der Kommunikationswissenschaft versammelt.


Kontakt:
Prof. Dr. Frank Nullmeier
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58576
E-Mail: frank.nullmeier@uni-bremen.de

Mit mehr als einer halben Million Euro fördert das Bundesministerium für Arbeit und Soziales die von Nikolas Dörr geleitete Nachwuchsgruppe im Rahmen des Fördernetzwerks Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (FIS).

Die interdisziplinär zusammengesetzte Forscher*innengruppe wird in den kommenden drei Jahren zusammen mit nationalen und internationalen Kooperationspartner*innen die Entstehung und Entwicklung der „aktivierenden Sozialpolitik“ in Deutschland untersuchen.

Der „aktivierende Sozialstaat“ ist seit den 1990er-Jahren zum neuen Leitbild der Sozialpolitik in Deutschland und weiten Teilen Europas avanciert. Im Fokus der öffentlichen Debatte in Deutschland stehen dabei besonders die Reformen der Agenda 2010 und vor allem „Hartz IV“. Während die sozioökonomischen Ursachen dieses sozialpolitischen Wandels (insb. Ölkrisen, Massenarbeitslosigkeit, demografische Entwicklung, Staatsverschuldung) bereits gut erforscht sind, wurden gesellschaftliche und internationale Faktoren bislang weitgehend ausgeblendet. Die alleinige Fokussierung auf die sozioökonomische Situation greift jedoch zu kurz, um diese sozialstaatliche Transformation umfassend erklären zu können.

Die Nachwuchsgruppe untersucht den „aktivierenden Sozialstaat“ dementsprechend nicht als eine Summe von Gesetzen, sondern weitergehender als sozialpolitische Reaktion auf einen grundlegenden, langfristigen gesellschaftlichen Wandel und die Veränderung internationaler sozialpolitischer Leitbilder seit Ende der 1970er-Jahre. Ersteres schließt u. a. Prozesse der Individualisierung, Pluralisierung (v. a. durch Migration) und die Popularisierung des Prinzips „Fördern und Fordern“ mit ein. Letzteres bezieht sich auf die transnationale Rezeption neuer sozialpolitischer Ansätze (u. a. Thatcherismus, Workfare, „New Labour“, Flexicurity).

Die Nachwuchsgruppe besteht aus den Doktorand*innen Wanda Schwarze-Wippern und Christof Wittmaack sowie dem Nachwuchsgruppenleiter Dr. Nikolas Dörr, die sich in drei Teilprojekten dem Einfluss a) internationaler sozialpolitischer Ideen- und Politiktransfers seit 1979, b) von Einstellungsveränderungen gegenüber staatlicher Sozialpolitik (u. a. bedingt durch die Asyldebatten seit den 1980er-Jahren und unterschiedliche sozialstaatliche Prägungen in West- und Ostdeutschland) und c) der Veränderung des öffentlichen und medialen Diskurses über Sozialpolitik und deren Rückwirkung auf den sozialpolitischen Entscheidungsprozess widmen.

Weitere Informationen:
Fördernetzwerk Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung


Kontakt:
Dr. Nikolas Dörr
SOCIUM - Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58645
E-Mail: doerr@uni-bremen.de

© Raphael Hünerfauth, Photothek© Raphael Hünerfauth, Photothek
Datenbasis verbessern | Prävention gezielt weiterentwickeln | Bürgerrechte wahren

Die Entwicklung der Pandemie SARS-CoV-2/Covid-19 hat sich in den letzten Wochen dynamisch weiterentwickelt, so dass es angezeigt erschien, eine Version 2 des erstmals am 5.4.2020 veröffentlichten Thesenpapiers auszuarbeiten. Die Dreiteilung in Epidemiologie, Prävention und gesellschaftspolitische Implikationen wurde von der Autorengruppe dabei nicht verändert. Besonders die Problematisierung der sozialen und politischen Konsequenzen rief zahlreiche positive Reaktionen hervor, so dass die AutorInnen sich in der grundsätzlichen Haltung bestärkt fühlen, dass adäquate Lösungen der derzeitigen Krise nur durch eine möglichst breit aufgestellte Argumentation erreicht werden können. Außerdem erscheint die Art der Kommunikation von Wichtigkeit: nach den Prinzipien der Risikokommunikation ist in einer solchen Situation ein sachlicher und gelassener Austausch von Argumenten geboten, der nichts beschönigt, aber auch nichts unnötig dramatisiert. Alle Beteiligten müssen darauf hinwirken, dass es nicht zu geschlossenen Argumentationsketten kommt, die anderslautenden Nachrichten keinen Raum mehr geben können.

Ein guter Ausgangspunkt einer solchen nüchternen Herangehensweise könnte die klar geäußerte, deutlich ausgesprochene Erkenntnis sein, dass SARS-CoV-2/Covid-19 eine typische Infektionskrankheit darstellt, die bestimmte Eigenschaften und – natürlich – enorme Auswirkungen auf die Gesundheit, auf die Inanspruchnahme der Gesundheitsversorgung und auf die sozialen Systeme haben kann (These 1). Wir werden im Detail noch mehrere Besonderheiten dieser Infektionskrankheit kennenlernen, aber sie stellt keinen Anlass dafür dar, in quasi metaphysischer Überhöhung alle Regeln, alles Gemeinsame, alles Soziale in Frage zu stellen oder sogar außer Kraft zu setzen. Dies gilt insbesondere für den Umgang mit den „vulnerablen Gruppen“, wo auf der Suche nach spezifischen Präventionsstrategien unsere gesellschaftliche Lösungskompetenz doch phantasievoller und erfindungsreicher ausgestattet sein müsste, als dies durch den mechanistischen Reflex zu „Kontaktsperren“ und „sozialer Isolation“ reflektiert wird.

Das jetzt vorliegende Thesenpapier 2.0 trifft aus der Vielzahl der Themen eine Auswahl. Analog zum Verfahren der Technikfolgen-Abschätzung wird ein mehrdimensionaler Zugang gewählt. Es wird versucht, eine tagesaktuelle Übersicht über die zur Verfügung stehende Literatur zu geben, die jedoch wegen des rasch wachsenden Wissensstandes immer auch Lücken aufweisen wird.

Link zum Thesenpapier 2.0


Kontakt:
Prof. Dr. Gerd Glaeske
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58559
E-Mail: gglaeske@uni-bremen.de

Befragung soll aktuelle und verlässliche Daten zur Situation in Pflegeheimen und bei ambulanten Pflegediensten erbringen

Schon vor Corona standen ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen  vor großen Herausforderungen, wie einem eklatanten Pflegekräftemangel, die sich im Zug der Corona-Pandemie noch verstärkt haben. Pflegebedürftige sind eine hoch vulnerable Gruppe, für die jeder Kontakt zu anderen Menschen ein Risiko beinhaltet. Sie können die Kontakte aber nicht wie anders Menschen reduzieren, da auf Unterstützung und Pflege angewiesen. Wie gehen Pflegeeinrichtungen mit dieser Situation um, vor welchen Problemen stehen sie und was kann getan werden, um sie zu unterstützen?

 

Belastbare Zahlen zur Situation in Pflegeeinrichtungen, die eine Voraussetzung für gezielte Hilfe sind, gibt es aber nicht. Dem will eine umfassende Online-Befragung abhelfen, die ein Team um Heinz Rothgang (SOCIUM) und Karin Wolf-Ostermann (Institut für Public Health und Pflegeforschung) organisiert. Mehr als die Hälfte der 18.000 Pflegeeinrichtungen in Deutschland werden gebeten, Auskunft über Ausstattung, Bedarf und Umgang mit den akuten Problemen zu geben. Die Befragung soll nicht nur für eine aktuelle, solide Datengrundlage sorgen, sondern auch die Basis für konkrete Empfehlungen an das Bundesgesundheitsministerium bilden.

weitere Informationen:

butenunbinnen.de/videos/isolation-in-pflegeheimen
butenunbinnen.de/videos/corona-in-bremer-pflegeheimen
butenunbinnen.de/nachrichten/gesellschaft/pflegeheime-bremen-massnahmen-corona


Kontakt:
Prof. Dr. Heinz Rothgang
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58557
E-Mail: rothgang@uni-bremen.de