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Presse- und Kurzmitteilungen der Abteilung "Ungleichheitsdynamiken in Wohlfahrtsgesellschaften".

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Auftaktveranstaltung des Bremer Teilinstituts am 10.09.2020

Was treibt Gesellschaften auseinander – und was hält sie zusammen? Diese Doppelfrage hat wieder große Aktualität bekommen. Globalisierung, wachsende Ungleichheiten, Digitalisierung und wirtschaftlicher Strukturwandel, rechtspopulistische Strömungen und nun auch noch die Corona-Pandemie verunsichern viele Gruppen in der Gesellschaft.

Als Verbund aus elf Hochschul- und Forschungsinstituten erforscht das vom BMBF geförderte Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) in den kommenden vier Jahren gegenwärtige Herausforderungen des gesellschaftlichen Zusammenhalts aus interdisziplinärer Perspektive. Es trägt diese Ergebnisse in die Öffentlichkeit und leitet Handlungsempfehlungen zur Stärkung des Zusammenhalts für die gesellschaftliche und politische Praxis ab.

An der Universität Bremen wird ein interdisziplinäres Team Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts mit Blick auf soziale Ungleichheiten und politische Konflikte untersuchen und in Transferprojekten den Dialog mit der Bremer Stadtgesellschaft suchen. Der thematische Fokus des Bremer Teilinstituts sind Gefährdungen des gesellschaftlichen Zusammenhalts, die aus ökonomischen Polarisierungsdynamiken und lebensweltlichen Segmentationsprozessen zwischen unterschiedlichen sozialen Milieus – insbesondere in den Mittelschichten – resultieren.

Anlässlich der Gründung des Bremer Teilinstituts gibt die Veranstaltung über Vorträge und Diskussionen einen Einblick in Fragestellungen, Forschungsansätze und Zielsetzungen, mit denen sich die Bremer Forscherinnen und Forscher beschäftigen werden. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Ort
Übersee-Museum
Bahnhofsplatz 13
28195 Bremen

Bei Teilnahme vor Ort schicken Sie bitte aufgrund der Corona-Regelungen bis zum 8.9.2020 eine E-Mail mit Ihrem Namen und Ihrer Adresse an: fgz@uni-bremen.de

Die Veranstaltung wird via Livestream über folgenden Link übertragen: http://unihb.eu/fgzstart (Kenncode: 3NGzdX). Es besteht die Möglichkeit, über Chat an der Diskussion teilzunehmen und Fragen zu stellen.

Programm

17:00 – 17:15

Einlass und Begrüßung
Grußwort des Rektors der Universität Bremen, Bernd Scholz-Reiter

17:15 – 17:35

Eröffnungsvortrag: Herausforderungen gesellschaftlichen Zusammenhalts
Olaf Groh-Samberg, Universität Bremen, Sprecher des Bremer Teilinstituts des FGZ

17:35 – 18:45

Wissenschaftliche Perspektiven: Die Erforschung gesellschaftlichen Zusammenhalts
Prof. Dr. Stephan Lessenich, Ludwig-Maximilians-Universität München
Prof. Dr. Eva Groß, Hochschule in der Akademie der Polizei Hamburg
Sebastian Haunss, Philip Manow, Patrick Sachweh, Projektleiter des Bremer Teilinstituts des FGZ

18:45 – 19:15 

Pause

19:15 – 20:30

Politische Diskussionsrunde: Die Gestaltung gesellschaftlichen Zusammenhalts
Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport
Bettina Wilhelm, Landesbeauftragte für Frauen
Dr. Benedikt Rogge, Pastor, St. Ansgarii-Gemeinde
Joerg Helge Wagner, Mitglied der Chefredaktion des Weserkurier
Jasmina Heritani, QBZ Morgenland, Gröpelingen

Moderation: Elke Heyduck, Arbeitnehmerkammer Bremen

   
Programmflyer  
   
   
   

Kontakt:
Martin Bacher
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58624
E-Mail: martin.bacher@uni-bremen.de

10 Bremer Wissenschaftlerinnen aus drei Fachbereichen (6, 8, 12) und drei Instituten (bigas, artec, SOCIUM) gründen interdisziplinäres Lab

Worum geht es?

Forschungsinnovationen brauchen Kooperationen. Das im Rahmen der Worlds of Contradiction (WoC) neu gegründete interdisziplinäre Lab wird sich der Thematik „Violence, Age and Gender“ aus rechts- und sozialwissenschaftlicher Perspektive nähern und Kompetenzen bündeln. Ziel des Labs ist es, nationales und internationales Wissen über Vorkommen und Ursachen geschlechtsspezifischer Gewalt und Belästigung im öffentlichen, institutionellen sowie auch privaten Raum interdisziplinär zusammenzuführen, um daraus weitere Forschungsfragen abzuleiten sowie Strategien zur Gewaltprävention zu entwickeln. Ausgangspunkt dafür ist das aktuelle Übereinkommen 190 über die Beseitigung von Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt der internationalen Arbeitsorganisation (ILO).

Gewalt strukturell und individuell zu erleben heißt, in und mit Widersprüchen zu leben. Formen der Gewalt werden zu verschiedenen Zeiten des Lebens und in unterschiedlichen Konstellationen erfahren; gesellschaftliche sowie individuelle Entwicklungschancen werden dadurch beeinträchtigt.

Zehn Bremer Wissenschaftlerinnen aus drei Fachbereichen (6, 8, 12) und drei Instituten (bigas, artec und SOCIUM) nutzen für die Untersuchung von gewaltinduzierten Widersprüchen im Lebens(ver)lauf Gender als gemeinsames zentrales Analysekriterium, unter Einbezug einer intersektionalen Perspektive. Aus den jeweils miteinander verschränkten Ungleichheitsdimensionen Geschlecht, Alter, Klasse bzw. Schicht und Ethnizität ergeben sich Überlagerungen mit Gewalt, Migrationsprozessen und Rassismus.

Der zugrunde gelegte interdisziplinäre und interdependente Gewaltbegriff erlaubt die Untersuchung staatlicher, institutioneller, organisationaler oder interpersoneller Gewalt gegenüber Menschen aller Geschlechter und verschiedener Altersgruppen sowie von Machtbeziehungen, wie beispielsweise in Arbeitsverhältnissen oder bezüglich Mehrfachdiskriminierungen. Als Grundlage dienen Quellen zu internationalen und regionalen völkerrechtlichen Übereinkommen einschließlich deren Überwachung sowie Forschungsergebnisse aus den Rechts-und Sozialwissenschaften.

Das Lab knüpft somit an die an der Universität Bremen seit den 1980er Jahren etablierte Genderforschung an und verfolgt mit der interdisziplinären Sichtweise auf das Thema Gewalt einen Theorie-Praxis-Transfer, der dazu beiträgt, Lebensverhältnisse konkret zu verbessern. Die Forschungsergebnisse werden als Transferangebot für Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zur Verfügung gestellt.

Wer arbeitet hier?

Prof. Dr. Konstanze Plett, LL.M. (Gründungsmitglied)
Prof. Dr. Ursula Rust (Gründungsmitglied)
Prof. Dr. Simone Scherger (Gründungsmitglied)
Prof. Dr. Ines Weller (Gründungsmitglied)
Prof. Dr. Betül Yarar (Gründungsmitglied)
Ass. Prof. Dr. Fatma Karakaş-Doğan (Gründungsmitglied)
Dr. Ruth Abramowski (Gründungsmitglied)
Dr. Anna Hokema (Gründungsmitglied)
Dr. Sylke Meyerhuber (Gründungsmitglied)
Dr. Sabine Ritter (Gründungsmitglied)
Wiebke Blanquett, M.A. (Gründungsmitglied)
Privatdozent Dr. Thorsten Fehr (seit 13.07.2020)

Neben den beteiligten aktiven Wissenschaftler_innen steht das Lab in einem Austausch mit den in der Bremer Tradition universitärer Genderforschung stehenden Kolleginnen Prof. Dr. Karin Gottschall (FB 8, Vorstand SOCIUM, Leiterin der Abteilung „Ungleichheitsdynamiken in Wohlfahrtsgesellschaften“) und Prof. Dr. Gabriele Bolte (FB 11, Geschäftsführende Direktorin des IPP).

Was findet statt?

Für 2021 sind verschiedenen Vorträge bzw. Workshops mit anerkannten europäisch und international aktiven Jurist_innen und zu Gewalt forschenden Soziolog_innen geplant. Eine größere Konferenz (mit ca. 100 Teilnehmenden) für Anfang Dezember 2021 in der Evangelischen Akademie Loccum mit der anschließenden Veröffentlichung eines Sammelbandes ist bereits in Planung.

Kontakt:
Prof. Dr. Ursula Rust
Fachbereich Rechtswissenschaft
Universitätsallee, GW1
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-66080
E-Mail: urust@uni-bremen.de


Dr. Ruth Abramowski
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58550
E-Mail: ruth.abramowski@uni-bremen.de

 

Lara Minkus und Moritz Heß mit „Best Paper Award 2020“ ausgezeichnet

Ist familiäre Pflege ein Einkommensrisiko für diejenigen, die diese Pflegearbeit nebenbei leisten? Und wenn ja, ist das Risiko für Frauen größer? Zwei wichtige Fragen der Pflegeforschung, für die es bislang kaum fundierte Antworten gab. Lara Minkus und Moritz Heß aus dem SOCIUM haben dazu zusammen mit Ulrike Ehrlich vom Deutschen Zentrum für Altersfragen, Berlin, im Dezember 2019 in der Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie einen Aufsatz veröffentlicht, den die Deutsche Gesellschaft für Demographie nun mit dem „Best Paper Award 2020“ ausgezeichnet hat.

Familiäre Pflege, also das Pflegen Angehöriger zu Hause privat und unentgeltlich, so das Ergebnis der Untersuchung, ist in der Tat dann ein Einkommensrisiko. Allerdings ist das Risiko bei beiden Geschlechtern ähnlich. Frauen, die ohnehin für gleiche Arbeit weniger verdienen, werden bei Pflegetätigkeit in ihrem Hauptberuf nicht auch noch überproportional benachteiligt. Das Papier kommt zu klaren Empfehlungen für Politik und Arbeitgeber: Pflegearbeit kann nicht einfach nebenbei erledigt werden. Das sollte sich in zweierlei widerspiegeln: bezahlbaren Angeboten für professionelle Hilfe und Pflegedienstleistungen sowie flexible Gestaltung der Arbeitsplätze jener Menschen, die zusätzliche familiäre Pflegearbeit übernehmen.

Link zum Artikel: Springer Link

Link zur Deutschen Gesellschaft für Demographie: DGD

Kontakt:
Lara Minkus, Ph.D. /Dr. Moritz Heß
Universität Bremen
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville Str. 5
28359 Bremen
Tel.: 0421/218-58525
E-Mail: mhess@uni-bremen.de

 

Die Universität Bremen ist an dem neuen bundesweiten „Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ (FGZ) beteiligt.

Gemeinsam mit den Universitäten Frankfurt und Leipzig koordiniert ein Team aus Bremen die Forschungsarbeit von elf Hochschul- und Forschungsinstituten.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat jetzt entschieden, das neue „Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ)“ für zunächst vier Jahre zu fördern. Vorausgegangen war eine anderthalbjährige Gründungsphase, in der die elf Kooperationspartner ihre Konzepte erstellt haben. Entwickelt wurde ein umfangreiches Forschungs- und Transferprogramm mit mehr als 70 Teilprojekten und institutsübergreifenden Arbeitsbereichen, die nun ab dem 1. Juni 2020 realisiert werden.

Solidarität, Polarisierung, Populismus

Das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist ein Verbund aus elf Hochschul- und Forschungsinstituten, die in zehn verschiedenen Bundesländern angesiedelt sind und dadurch auch die regionale Vielfalt gesellschaftlichen Zusammenhalts in Deutschland in den Blick nehmen. Zusammen sollen die mehr als 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen mit empirischen Untersuchungen und großangelegten Vergleichen praxisrelevante Vorschläge erarbeiten. Sie sollen dazu beitragen, gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart zu begegnen. In den Blick genommen werden Identitäten und regionale Erfahrungswelten, Ungleichheiten und Solidarität, Medien und Konfliktkultur, Polarisierung und Populismus, aber auch Antisemitismus und Hasskriminalität. Die Themen werden im europäischen Vergleich und darüber hinaus erforscht.

Verbund aus elf Forschungspartnern

Neben der Universität Bremen gehören die Technische Universität Berlin sowie die Universitäten Bielefeld, Frankfurt, Halle-Wittenberg, Hannover, Konstanz und Leipzig sowie das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen, das Leibniz -Institut / Hans-Bredow-Institut für Medienforschung Hamburg und das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft Jena zu dem Verbund.

Dialog mit Bremer Stadtgesellschaft

An der Universität Bremen, die den Verbund zusammen mit Frankfurt und Leipzig koordiniert, wird ein interdisziplinäres Team Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts mit Blick auf soziale Ungleichheiten und politische Konflikte untersuchen und in Transferprojekten den Dialog mit der Bremer Stadtgesellschaft suchen. Thematischer Fokus des Bremer Beitrags sind die Beziehungen zwischen sozialen Milieus, und hier insbesondere die Rolle der Mittelschichten. „Sie sind diejenige Großgruppe unserer Gesellschaft, die als Garant der Stabilität gesellschaftlicher Ordnung - Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, sozialer Ausgleich - gelten. Die Integrationskraft der Mittelschichten scheint jedoch durch zunehmende Konflikte und Ungleichheiten geschwächt“, sagt Soziologieprofessor Olaf Groh-Samberg, der federführend am Bremer Konzept beteiligt war.

Zentrales Datenzentrum

Im Bremer Teilinstitut des FGZ arbeiten das SOCIUM, das Zentrum für Arbeit und Politik (zap), das Institut Arbeit und Wirtschaft (iaw), das Institut für Ethnologie und Kulturwissenschaft (IfEK) und das Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Innovationsforschung (ZeMKI) zusammen.

In Bremen wird auch das zentrale Datenzentrum des FGZ beheimatet sein, das unter anderem eine nationale Längsschnittstudie zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland koordiniert.

Fragen beantwortet

Martin Bacher
Koordinator
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Telefon: +49 421 218-58624
E-Mail: martin.bacher@uni-bremen.de

WFB Bremen/Jonas GinterWFB Bremen/Jonas Ginter
Kommission Verlässlicher Generationenvertrag übergibt ihren Bericht

Die Rentenkommission „Verlässlicher Generationenvertrag“ hat am 27.03.2020 ihren Bericht Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil übergeben. Aufgrund der derzeitigen Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus fand die Übergabe mittels einer Telefonkonferenz statt, bei der neben den Kommissionsmitgliedern und Bundesminister Heil auch Kanzleramtsminister Dr. Helge Braun zugeschaltet war. Simone Scherger, Professorin für lebenslauforientierte Sozialpolitik am SOCIUM, war Mitglied der Kommission.

Die zehnköpfige Kommission, in der die Koalitionsparteien, die Sozialpartner und drei WissenschaftlerInnen vertreten waren, hat sich seit Mai 2018 mit der Frage beschäftigt, wie das deutsche Rentensystem angesichts des demografischen Wandels zukunftssicher gestaltet werden kann. Im Laufe Ihrer Beratungen hat sie mit Hilfe weiterer Expertinnen und Experten eine Grundlage erarbeitet, Verbände und Stakeholder angehört und einen „Generationendialog“ durchgeführt. In ihrem Bericht empfiehlt die Kommission unter anderem, sich weiterhin sowohl kurz- als auch mittelfristig an Haltelinien für den Beitragssatz und das Rentenniveau zu orientieren, schlägt für diese Haltelinien aber nur grobe Korridore vor (maximal 20 bis 24 Prozent für den Beitragssatz einschließlich aller gesetzlich vorgeschriebenen Vorsorgebeiträge; mindestens 44 bis 49 Prozent für das Rentenniveau). Zudem sollen als neue Orientierungsgrößen der Gesamtsozialversicherungsbeitrag sowie der Abstand der Standardrente zum durchschnittlichen Bedarf in der Grundsicherung im Alter einbezogen werden. Eine weitere Anhebung der Regelaltersgrenze nach 2031 auf ein Alter von über 67 empfiehlt die Kommission derzeit nicht, allerdings soll darüber ein spätestens im Jahr 2026 einzusetzender Alterssicherungsbeirat befinden. Weitere Empfehlungen der Kommission beziehen auf Verbesserungen und Vereinheitlich der privaten Vorsorge, auf die Stärkung von Rehabilitation und Prävention sowie auf einen „Gender Check“ für jede zukünftige Maßnahme im Bereich der Alterssicherung.

Ein die Empfehlungen ergänzender zusätzlicher Band enthält interne und externe Expertisen, unter anderem ein Kapitel zu sozialen Ungleichheiten in Lebensläufen, Alterseinkommen und Lebenserwartung von Simone Scherger und Gert Wagner.

Der Bericht ist hier verfügbar:
Verlaesslicher Generationenvertrag


Kontakt:
Prof. Dr. Simone Scherger
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58569
E-Mail: simone.scherger@uni-bremen.de

SOCIUM-Mitglied sowohl mit dem Preis der Österreichischen Gesellschaft (ÖGS) für Soziologie im Bereich Familiensoziologie als auch dem AK-Wissenschaftspreis 2019 der Arbeiterkammer Salzburg geehrt

Ruth Abramowski, seit März 2019 Postdoc-Mitarbeiterin am SOCIUM, wird für ihre an der Universität Salzburg abgeschlossene Doktorarbeit „Bringing Power Back In: Zur Kontinuität traditioneller innerhäuslicher Arbeitsteilungsarrangements in Paarbeziehungen - Ein europäischer Vergleich“ durch beide Preise zweimal ausgezeichnet. Wie erklärt sich die Aufteilung der innerhäuslichen Arbeit in Paarbeziehungen im europäischen Vergleich? Und was heißt das für die Umsetzung auf Gleichberechtigung fußender gesellschaftlicher Normvorstellungen? Ruth Abramowski nimmt sich in ihrer Doktorarbeit zentrale Themen der Familiensoziologie aus neuer Perspektive vor, die eine Typologie individueller, kultureller und institutioneller Dimensionen von Macht umfasst.

In Paarbeziehungen spiegeln sich nicht nur gesellschaftliche, kulturell verankerte Verhaltensnormen sowie deren Veränderungen über Zeit. Sie sind vielmehr Ausdruck konkreter Machtverhältnisse. Weil das in der bisherigen Forschung vernachlässigt wird, scheitern zwangsläufig viele wohlgemeinte Vorschläge zur Verbesserung der Gleichberechtigung der Arbeitsverhältnisse. Beide Preise loben nicht nur die erfrischend neue Perspektive der Untersuchung, sondern auch die sowohl mikro- als auch makrosoziologisch fundierte theoretische Argumentation und Methodik. Damit weist die Arbeit neue interessante Wege in einem zentralen familiensoziologischen Arbeitsfeld.

Der Preis der ÖGS für herausragende Dissertationen wurde für NachwuchswissenschaftlerInnen konzipiert, die ihre familiensoziologische Qualifizierungsarbeit im Zeitraum vom 01.01.2016 bis 31.03.2019 an einer österreichischen Universität eingereicht haben. Mit dem AK Wissenschaftspreis fördert die Arbeiterkammer NachwuchswissenschaftlerInnen aller Fachrichtungen der Universität, Fachhochschule oder Pädagogischen Hochschule Salzburg für ihre einschlägigen Qualifizierungsarbeiten (Dr., M.A. oder Dipl. von 2018 - 2019).

Ruth Abramowski hat an der Universität Stuttgart ihr Bachelorstudium der Sozialwissenschaften absolviert (2008 - 2011), gefolgt von einem Masterstudium der Sozialwissenschaften an der Universität in Oldenburg (2011 - 2013). Die Promotion (2014 - 2018) erfolgte im Fach Soziologie an der Universität Salzburg, bevor sie im März 2019 ihre Postdoc-Stelle an der Universität Bremen aufnahm.

Kontakt:
Dr. Ruth Abramowski
Universität Bremen
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Str. 5
28359 Bremen

Tel.: +49 (0)421 218-58550
E-Mail: ruth.abramowski@uni-bremen.de

 

Olaf Groh-Samberg für Soziologie und Frank Nullmeier für Politikwissenschaft erfolgreich

Alle hauptberuflich forschend tätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland sind alle vier Jahre aufgefordert, die Fachkollegien der DFG neu zu wählen. Bei der diesjährigen Wahl waren nach den vorläufigen Ergebnissen zwei Mitglieder des SOCIUM erfolgreich: Für die empirische Sozialforschung wurde Olaf Groh-Samberg erstmals in das Fachkollegium gewählt. Für Frank Nullmeier ist es bereits das zweite Mal, dass er für die Politikwissenschaft zum Mitglied im Fachkollegium Sozialwissenschaften bestimmt wurde.

Die Fachkollegien der DFG sind die zentralen Gremien bei der Begutachtung der eingereichten Forschungsanträge und damit bei der Verteilung der Fördermittel. Vorschlagsberechtigt für die Wahl sind neben den Universitäten und Forschungsgemeinschaften (Max-Planck, Leibniz, Frauenhofer etc.) vor allem die jeweiligen Fachverbände. So ist Olaf Groh-Samberg nicht nur von einem Dutzend Universitäten, sondern auch von der Deutschen Gesellschaft für Soziologie vorgeschlagen worden. Frank Nullmeier erhielt die Unterstützung beider politikwissenschaftlicher Fachverbände, der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft und der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft. Die neugewählten Fachkollegien nehmen ihre Arbeit im März 2020 auf.

weitere Informationen:
https://www.dfg.de/dfg_profil/gremien/fachkollegien/fk_wahl2019/index.jsp


Kontakt:
Prof. Dr. Frank Nullmeier
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58576
E-Mail: frank.nullmeier@uni-bremen.de

Prof. Dr. Olaf Groh-Samberg
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-66440
E-Mail: olaf.grohsamberg@uni-bremen.de

Prof. Dr. Karin GottschallProf. Dr. Karin Gottschall
DFG wählt neue Mitglieder für Senatsausschuss und Bewilligungsausschuss für Sonderforschungsbereiche

Bei der vor kurzem durchgeführten Neuwahl verschiedener Gremien hat der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ein Mitglied des SOCIUM in zwei wichtige Ausschüsse gewählt. Karin Gottschall, Professorin für Soziologie am Fachbereich 08 und Abteilungsleiterin am SOCIUM, wurde Mitglied im Senatsausschuss der DFG für die Sonderforschungsbereiche und damit gleichzeitig auch Mitglied im Bewilligungsausschuss der DFG für Sonderforschungsbereiche.

Aufgabe des Senatsausschusses für die Sonderforschungsbereiche ist es, die bei der DFG eingereichten Vorhaben von der Vorbereitung der Anträge über die Mitwirkung bei deren Begutachtung und Bewertung der Forschungsergebnisse bis hin zur Finanzierungsentscheidung zu betreuen. Der Senatsausschuss besteht aus 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Fachdisziplinen.

Der Bewilligungsausschuss für Sonderforschungsbereiche, sein Name sagt es bereits, entscheidet auf der Grundlage der Begutachtung über die finanzielle Förderung von Anträgen auf Einrichtung oder Weiterförderung von Sonderforschungsbereichen. Ihm gehören neben den 40 wissenschaftlichen Mitgliedern des Senatsausschusses noch ein Vertreter des Bundes sowie je ein Vertreter für jedes der 16 Bundesländer an.


Kontakt:
Prof. Dr. Karin Gottschall
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58595
E-Mail: karin.gottschall@uni-bremen.de

Absolventinnen des gemeinsamen Studiengangs der Universität Bremen und der Università degli Studi di MilanoAbsolventinnen des gemeinsamen Studiengangs der Universität Bremen und der Università degli Studi di Milano
Vier Studierende verteidigen ihre Masterarbeit an der Università degli Studi di Milano

Am 26. März 2019 schloss bereits der zweite Jahrgang des gemeinsamen Studiengangs der Universität Bremen und der Università degli Studi di Milano das zweijährige Studium erfolgreich ab. Chiara Bressan, Sinem Dogan, Verena Sattler und Laura Rappold verteidigten ihre Abschlussarbeiten zu Themen der vergleichenden Europäischen Arbeitsbeziehungen sowie der Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt und durften dann den traditionellen Lorbeerkranz („corona d’alloro“) als Zeichen des erfolgreichen Abschlusses aufsetzen.

Bereits seit dem Wintersemester 2015/2016 arbeiten die Mailänder Università degli Studi und die Universität Bremen in einem Studienprogramm zusammen, das einen doppelten Abschluss (in Deutschland und Italien) für einen „European Master in Labour Studies and Social Policy“ vergibt. Wesentliche Studieninhalte beziehen sich auf Arbeitsbeziehungen im internationalen Vergleich, unter Berücksichtigung von Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden und der staatlichen Einbettung dieser Beziehungen. Ein weiterer Schwerpunkt in diesem Programm, das im ersten Jahr an der Universität Bremen und im zweiten Jahr an der Universität Mailand absolviert wird, ist die vergleichende Untersuchung von Ungleichheit und Sozialpolitik. Bewerbungen für dieses internationale Masterstudium sind noch bis zum 15. Juni 2019 an beiden Universitäten möglich.


Kontakt:
Prof. Dr. Karin Gottschall
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58595
E-Mail: karin.gottschall@uni-bremen.de

Prof. Dr. Stephan LeibfriedProf. Dr. Stephan Leibfried
Hochrangig besetzte Podiumsdiskussion zur aktuellen Armutspolitik im Haus der Wissenschaft.

Stephan Leibfried, der im Frühjahr 2018 überraschend verstarb, wäre am 1. Februar 2019 75 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass veranstaltet das SOCIUM im Haus der Wissenschaft eine Tagung zu jenem Thema, mit dem Leibfried seine wissenschaftliche Arbeit Anfang der 1970er Jahre in Bremen begonnen hat: Armut und Armutspolitik - und ganz im Sinne Leibfrieds nicht als Rückblick auf die 1970er Jahre, sondern zur aktuellen Lage und ihrer sozialwissenschaftlichen Beforschung. Den Abschluss der Veranstaltung bildet eine hochrangig besetzte Podiumsdiskussion über die Möglichkeiten und Grenzen der heutigen Armutspolitik. 

Die Veranstaltung zu Stephan Leibfrieds 75. Geburtstag umfasst drei Teile. Das einleitende Gespräch mit Ulrich K. Preuss, Professor emeritus der Freien Universität Berlin, versucht, ein paar Spuren Leibfrieds aus seinen Berliner Tagen aufzunehmen, wo er in den späten 1960er Jahren Jura studiert, seine ersten Veröffentlichungen publiziert und schließlich zu Beginn der 1970er Jahre beide juristischen Staatsexamina abgelegt hat. Im zweiten Teil geht es dann in sieben Diskussionsbeiträgen um Fragen der aktuellen Armutslagen und Armutspolitik. Am Abend folgt schließlich als dritter Teil eine Podiumsdiskussion, an der Bremens Sozialsenatorin Anja Stahmann, die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin, Jutta Allmendinger, Antonio Brettschneider, Professor für Kommunale Sozialpolitik an der TH Köln sowie Georg Cremer, Gastprofessor am SOCIUM und ehemaliger Generalsekretär der Caritas, teilnehmen. Die Moderation übernimmt der Sprecher des SOCIUM, Frank Nullmeier.

Download: Programm der Tagung


Kontakt:
Prof. Dr. Olaf Groh-Samberg
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-66440
E-Mail: olaf.grohsamberg@uni-bremen.de