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Presse- und Kurzmitteilungen der Abteilung "Ungleichheitsdynamiken in Wohlfahrtsgesellschaften".

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Lara Minkus und Moritz Heß mit „Best Paper Award 2020“ ausgezeichnet

Ist familiäre Pflege ein Einkommensrisiko für diejenigen, die diese Pflegearbeit nebenbei leisten? Und wenn ja, ist das Risiko für Frauen größer? Zwei wichtige Fragen der Pflegeforschung, für die es bislang kaum fundierte Antworten gab. Lara Minkus und Moritz Heß aus dem SOCIUM haben dazu zusammen mit Ulrike Ehrlich vom Deutschen Zentrum für Altersfragen, Berlin, im Dezember 2019 in der Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie einen Aufsatz veröffentlicht, den die Deutsche Gesellschaft für Demographie nun mit dem „Best Paper Award 2020“ ausgezeichnet hat.

Familiäre Pflege, also das Pflegen Angehöriger zu Hause privat und unentgeltlich, so das Ergebnis der Untersuchung, ist in der Tat dann ein Einkommensrisiko. Allerdings ist das Risiko bei beiden Geschlechtern ähnlich. Frauen, die ohnehin für gleiche Arbeit weniger verdienen, werden bei Pflegetätigkeit in ihrem Hauptberuf nicht auch noch überproportional benachteiligt. Das Papier kommt zu klaren Empfehlungen für Politik und Arbeitgeber: Pflegearbeit kann nicht einfach nebenbei erledigt werden. Das sollte sich in zweierlei widerspiegeln: bezahlbaren Angeboten für professionelle Hilfe und Pflegedienstleistungen sowie flexible Gestaltung der Arbeitsplätze jener Menschen, die zusätzliche familiäre Pflegearbeit übernehmen.

Link zum Artikel: Springer Link

Link zur Deutschen Gesellschaft für Demographie: DGD

Kontakt:
Lara Minkus, Ph.D. /Dr. Moritz Heß
Universität Bremen
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville Str. 5
28359 Bremen
Tel.: 0421/218-58525
E-Mail: mhess@uni-bremen.de

 

Die Universität Bremen ist an dem neuen bundesweiten „Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ (FGZ) beteiligt.

Gemeinsam mit den Universitäten Frankfurt und Leipzig koordiniert ein Team aus Bremen die Forschungsarbeit von elf Hochschul- und Forschungsinstituten.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat jetzt entschieden, das neue „Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ)“ für zunächst vier Jahre zu fördern. Vorausgegangen war eine anderthalbjährige Gründungsphase, in der die elf Kooperationspartner ihre Konzepte erstellt haben. Entwickelt wurde ein umfangreiches Forschungs- und Transferprogramm mit mehr als 70 Teilprojekten und institutsübergreifenden Arbeitsbereichen, die nun ab dem 1. Juni 2020 realisiert werden.

Solidarität, Polarisierung, Populismus

Das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist ein Verbund aus elf Hochschul- und Forschungsinstituten, die in zehn verschiedenen Bundesländern angesiedelt sind und dadurch auch die regionale Vielfalt gesellschaftlichen Zusammenhalts in Deutschland in den Blick nehmen. Zusammen sollen die mehr als 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen mit empirischen Untersuchungen und großangelegten Vergleichen praxisrelevante Vorschläge erarbeiten. Sie sollen dazu beitragen, gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart zu begegnen. In den Blick genommen werden Identitäten und regionale Erfahrungswelten, Ungleichheiten und Solidarität, Medien und Konfliktkultur, Polarisierung und Populismus, aber auch Antisemitismus und Hasskriminalität. Die Themen werden im europäischen Vergleich und darüber hinaus erforscht.

Verbund aus elf Forschungspartnern

Neben der Universität Bremen gehören die Technische Universität Berlin sowie die Universitäten Bielefeld, Frankfurt, Halle-Wittenberg, Hannover, Konstanz und Leipzig sowie das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen, das Leibniz -Institut / Hans-Bredow-Institut für Medienforschung Hamburg und das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft Jena zu dem Verbund.

Dialog mit Bremer Stadtgesellschaft

An der Universität Bremen, die den Verbund zusammen mit Frankfurt und Leipzig koordiniert, wird ein interdisziplinäres Team Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts mit Blick auf soziale Ungleichheiten und politische Konflikte untersuchen und in Transferprojekten den Dialog mit der Bremer Stadtgesellschaft suchen. Thematischer Fokus des Bremer Beitrags sind die Beziehungen zwischen sozialen Milieus, und hier insbesondere die Rolle der Mittelschichten. „Sie sind diejenige Großgruppe unserer Gesellschaft, die als Garant der Stabilität gesellschaftlicher Ordnung - Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, sozialer Ausgleich - gelten. Die Integrationskraft der Mittelschichten scheint jedoch durch zunehmende Konflikte und Ungleichheiten geschwächt“, sagt Soziologieprofessor Olaf Groh-Samberg, der federführend am Bremer Konzept beteiligt war.

Zentrales Datenzentrum

Im Bremer Teilinstitut des FGZ arbeiten das SOCIUM, das Zentrum für Arbeit und Politik (zap), das Institut Arbeit und Wirtschaft (iaw), das Institut für Ethnologie und Kulturwissenschaft (IfEK) und das Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Innovationsforschung (ZeMKI) zusammen.

In Bremen wird auch das zentrale Datenzentrum des FGZ beheimatet sein, das unter anderem eine nationale Längsschnittstudie zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland koordiniert.

Fragen beantwortet

Martin Bacher
Koordinator
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Telefon: +49 421 218-58624
E-Mail: martin.bacher@uni-bremen.de

WFB Bremen/Jonas GinterWFB Bremen/Jonas Ginter
Kommission Verlässlicher Generationenvertrag übergibt ihren Bericht

Die Rentenkommission „Verlässlicher Generationenvertrag“ hat am 27.03.2020 ihren Bericht Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil übergeben. Aufgrund der derzeitigen Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus fand die Übergabe mittels einer Telefonkonferenz statt, bei der neben den Kommissionsmitgliedern und Bundesminister Heil auch Kanzleramtsminister Dr. Helge Braun zugeschaltet war. Simone Scherger, Professorin für lebenslauforientierte Sozialpolitik am SOCIUM, war Mitglied der Kommission.

Die zehnköpfige Kommission, in der die Koalitionsparteien, die Sozialpartner und drei WissenschaftlerInnen vertreten waren, hat sich seit Mai 2018 mit der Frage beschäftigt, wie das deutsche Rentensystem angesichts des demografischen Wandels zukunftssicher gestaltet werden kann. Im Laufe Ihrer Beratungen hat sie mit Hilfe weiterer Expertinnen und Experten eine Grundlage erarbeitet, Verbände und Stakeholder angehört und einen „Generationendialog“ durchgeführt. In ihrem Bericht empfiehlt die Kommission unter anderem, sich weiterhin sowohl kurz- als auch mittelfristig an Haltelinien für den Beitragssatz und das Rentenniveau zu orientieren, schlägt für diese Haltelinien aber nur grobe Korridore vor (maximal 20 bis 24 Prozent für den Beitragssatz einschließlich aller gesetzlich vorgeschriebenen Vorsorgebeiträge; mindestens 44 bis 49 Prozent für das Rentenniveau). Zudem sollen als neue Orientierungsgrößen der Gesamtsozialversicherungsbeitrag sowie der Abstand der Standardrente zum durchschnittlichen Bedarf in der Grundsicherung im Alter einbezogen werden. Eine weitere Anhebung der Regelaltersgrenze nach 2031 auf ein Alter von über 67 empfiehlt die Kommission derzeit nicht, allerdings soll darüber ein spätestens im Jahr 2026 einzusetzender Alterssicherungsbeirat befinden. Weitere Empfehlungen der Kommission beziehen auf Verbesserungen und Vereinheitlich der privaten Vorsorge, auf die Stärkung von Rehabilitation und Prävention sowie auf einen „Gender Check“ für jede zukünftige Maßnahme im Bereich der Alterssicherung.

Ein die Empfehlungen ergänzender zusätzlicher Band enthält interne und externe Expertisen, unter anderem ein Kapitel zu sozialen Ungleichheiten in Lebensläufen, Alterseinkommen und Lebenserwartung von Simone Scherger und Gert Wagner.

Der Bericht ist hier verfügbar:
Verlaesslicher Generationenvertrag


Kontakt:
Prof. Dr. Simone Scherger
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58569
E-Mail: simone.scherger@uni-bremen.de

SOCIUM-Mitglied sowohl mit dem Preis der Österreichischen Gesellschaft (ÖGS) für Soziologie im Bereich Familiensoziologie als auch dem AK-Wissenschaftspreis 2019 der Arbeiterkammer Salzburg geehrt

Ruth Abramowski, seit März 2019 Postdoc-Mitarbeiterin am SOCIUM, wird für ihre an der Universität Salzburg abgeschlossene Doktorarbeit „Bringing Power Back In: Zur Kontinuität traditioneller innerhäuslicher Arbeitsteilungsarrangements in Paarbeziehungen - Ein europäischer Vergleich“ durch beide Preise zweimal ausgezeichnet. Wie erklärt sich die Aufteilung der innerhäuslichen Arbeit in Paarbeziehungen im europäischen Vergleich? Und was heißt das für die Umsetzung auf Gleichberechtigung fußender gesellschaftlicher Normvorstellungen? Ruth Abramowski nimmt sich in ihrer Doktorarbeit zentrale Themen der Familiensoziologie aus neuer Perspektive vor, die eine Typologie individueller, kultureller und institutioneller Dimensionen von Macht umfasst.

In Paarbeziehungen spiegeln sich nicht nur gesellschaftliche, kulturell verankerte Verhaltensnormen sowie deren Veränderungen über Zeit. Sie sind vielmehr Ausdruck konkreter Machtverhältnisse. Weil das in der bisherigen Forschung vernachlässigt wird, scheitern zwangsläufig viele wohlgemeinte Vorschläge zur Verbesserung der Gleichberechtigung der Arbeitsverhältnisse. Beide Preise loben nicht nur die erfrischend neue Perspektive der Untersuchung, sondern auch die sowohl mikro- als auch makrosoziologisch fundierte theoretische Argumentation und Methodik. Damit weist die Arbeit neue interessante Wege in einem zentralen familiensoziologischen Arbeitsfeld.

Der Preis der ÖGS für herausragende Dissertationen wurde für NachwuchswissenschaftlerInnen konzipiert, die ihre familiensoziologische Qualifizierungsarbeit im Zeitraum vom 01.01.2016 bis 31.03.2019 an einer österreichischen Universität eingereicht haben. Mit dem AK Wissenschaftspreis fördert die Arbeiterkammer NachwuchswissenschaftlerInnen aller Fachrichtungen der Universität, Fachhochschule oder Pädagogischen Hochschule Salzburg für ihre einschlägigen Qualifizierungsarbeiten (Dr., M.A. oder Dipl. von 2018 - 2019).

Ruth Abramowski hat an der Universität Stuttgart ihr Bachelorstudium der Sozialwissenschaften absolviert (2008 - 2011), gefolgt von einem Masterstudium der Sozialwissenschaften an der Universität in Oldenburg (2011 - 2013). Die Promotion (2014 - 2018) erfolgte im Fach Soziologie an der Universität Salzburg, bevor sie im März 2019 ihre Postdoc-Stelle an der Universität Bremen aufnahm.

Kontakt:
Dr. Ruth Abramowski
Universität Bremen
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Str. 5
28359 Bremen

Tel.: +49 (0)421 218-58550
E-Mail: ruth.abramowski@uni-bremen.de

 

Olaf Groh-Samberg für Soziologie und Frank Nullmeier für Politikwissenschaft erfolgreich

Alle hauptberuflich forschend tätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland sind alle vier Jahre aufgefordert, die Fachkollegien der DFG neu zu wählen. Bei der diesjährigen Wahl waren nach den vorläufigen Ergebnissen zwei Mitglieder des SOCIUM erfolgreich: Für die empirische Sozialforschung wurde Olaf Groh-Samberg erstmals in das Fachkollegium gewählt. Für Frank Nullmeier ist es bereits das zweite Mal, dass er für die Politikwissenschaft zum Mitglied im Fachkollegium Sozialwissenschaften bestimmt wurde.

Die Fachkollegien der DFG sind die zentralen Gremien bei der Begutachtung der eingereichten Forschungsanträge und damit bei der Verteilung der Fördermittel. Vorschlagsberechtigt für die Wahl sind neben den Universitäten und Forschungsgemeinschaften (Max-Planck, Leibniz, Frauenhofer etc.) vor allem die jeweiligen Fachverbände. So ist Olaf Groh-Samberg nicht nur von einem Dutzend Universitäten, sondern auch von der Deutschen Gesellschaft für Soziologie vorgeschlagen worden. Frank Nullmeier erhielt die Unterstützung beider politikwissenschaftlicher Fachverbände, der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft und der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft. Die neugewählten Fachkollegien nehmen ihre Arbeit im März 2020 auf.

weitere Informationen:
https://www.dfg.de/dfg_profil/gremien/fachkollegien/fk_wahl2019/index.jsp


Kontakt:
Prof. Dr. Frank Nullmeier
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58576
E-Mail: frank.nullmeier@uni-bremen.de

Prof. Dr. Olaf Groh-Samberg
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
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Tel.: +49 421 218-66440
E-Mail: olaf.grohsamberg@uni-bremen.de

Prof. Dr. Karin GottschallProf. Dr. Karin Gottschall
DFG wählt neue Mitglieder für Senatsausschuss und Bewilligungsausschuss für Sonderforschungsbereiche

Bei der vor kurzem durchgeführten Neuwahl verschiedener Gremien hat der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ein Mitglied des SOCIUM in zwei wichtige Ausschüsse gewählt. Karin Gottschall, Professorin für Soziologie am Fachbereich 08 und Abteilungsleiterin am SOCIUM, wurde Mitglied im Senatsausschuss der DFG für die Sonderforschungsbereiche und damit gleichzeitig auch Mitglied im Bewilligungsausschuss der DFG für Sonderforschungsbereiche.

Aufgabe des Senatsausschusses für die Sonderforschungsbereiche ist es, die bei der DFG eingereichten Vorhaben von der Vorbereitung der Anträge über die Mitwirkung bei deren Begutachtung und Bewertung der Forschungsergebnisse bis hin zur Finanzierungsentscheidung zu betreuen. Der Senatsausschuss besteht aus 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Fachdisziplinen.

Der Bewilligungsausschuss für Sonderforschungsbereiche, sein Name sagt es bereits, entscheidet auf der Grundlage der Begutachtung über die finanzielle Förderung von Anträgen auf Einrichtung oder Weiterförderung von Sonderforschungsbereichen. Ihm gehören neben den 40 wissenschaftlichen Mitgliedern des Senatsausschusses noch ein Vertreter des Bundes sowie je ein Vertreter für jedes der 16 Bundesländer an.


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Prof. Dr. Karin Gottschall
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
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Tel.: +49 421 218-58595
E-Mail: karin.gottschall@uni-bremen.de

Absolventinnen des gemeinsamen Studiengangs der Universität Bremen und der Università degli Studi di MilanoAbsolventinnen des gemeinsamen Studiengangs der Universität Bremen und der Università degli Studi di Milano
Vier Studierende verteidigen ihre Masterarbeit an der Università degli Studi di Milano

Am 26. März 2019 schloss bereits der zweite Jahrgang des gemeinsamen Studiengangs der Universität Bremen und der Università degli Studi di Milano das zweijährige Studium erfolgreich ab. Chiara Bressan, Sinem Dogan, Verena Sattler und Laura Rappold verteidigten ihre Abschlussarbeiten zu Themen der vergleichenden Europäischen Arbeitsbeziehungen sowie der Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt und durften dann den traditionellen Lorbeerkranz („corona d’alloro“) als Zeichen des erfolgreichen Abschlusses aufsetzen.

Bereits seit dem Wintersemester 2015/2016 arbeiten die Mailänder Università degli Studi und die Universität Bremen in einem Studienprogramm zusammen, das einen doppelten Abschluss (in Deutschland und Italien) für einen „European Master in Labour Studies and Social Policy“ vergibt. Wesentliche Studieninhalte beziehen sich auf Arbeitsbeziehungen im internationalen Vergleich, unter Berücksichtigung von Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden und der staatlichen Einbettung dieser Beziehungen. Ein weiterer Schwerpunkt in diesem Programm, das im ersten Jahr an der Universität Bremen und im zweiten Jahr an der Universität Mailand absolviert wird, ist die vergleichende Untersuchung von Ungleichheit und Sozialpolitik. Bewerbungen für dieses internationale Masterstudium sind noch bis zum 15. Juni 2019 an beiden Universitäten möglich.


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Prof. Dr. Stephan LeibfriedProf. Dr. Stephan Leibfried
Hochrangig besetzte Podiumsdiskussion zur aktuellen Armutspolitik im Haus der Wissenschaft.

Stephan Leibfried, der im Frühjahr 2018 überraschend verstarb, wäre am 1. Februar 2019 75 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass veranstaltet das SOCIUM im Haus der Wissenschaft eine Tagung zu jenem Thema, mit dem Leibfried seine wissenschaftliche Arbeit Anfang der 1970er Jahre in Bremen begonnen hat: Armut und Armutspolitik - und ganz im Sinne Leibfrieds nicht als Rückblick auf die 1970er Jahre, sondern zur aktuellen Lage und ihrer sozialwissenschaftlichen Beforschung. Den Abschluss der Veranstaltung bildet eine hochrangig besetzte Podiumsdiskussion über die Möglichkeiten und Grenzen der heutigen Armutspolitik. 

Die Veranstaltung zu Stephan Leibfrieds 75. Geburtstag umfasst drei Teile. Das einleitende Gespräch mit Ulrich K. Preuss, Professor emeritus der Freien Universität Berlin, versucht, ein paar Spuren Leibfrieds aus seinen Berliner Tagen aufzunehmen, wo er in den späten 1960er Jahren Jura studiert, seine ersten Veröffentlichungen publiziert und schließlich zu Beginn der 1970er Jahre beide juristischen Staatsexamina abgelegt hat. Im zweiten Teil geht es dann in sieben Diskussionsbeiträgen um Fragen der aktuellen Armutslagen und Armutspolitik. Am Abend folgt schließlich als dritter Teil eine Podiumsdiskussion, an der Bremens Sozialsenatorin Anja Stahmann, die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin, Jutta Allmendinger, Antonio Brettschneider, Professor für Kommunale Sozialpolitik an der TH Köln sowie Georg Cremer, Gastprofessor am SOCIUM und ehemaliger Generalsekretär der Caritas, teilnehmen. Die Moderation übernimmt der Sprecher des SOCIUM, Frank Nullmeier.

Download: Programm der Tagung


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Prof. Dr. Olaf Groh-Samberg
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
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Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) plant den Aufbau eines "Instituts für gesellschaftlichen Zusammenhalt". Dafür wurden elf Hochschul- und Forschungseinrichtungen aus zehn Bundesländern ausgewählt.

Das SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik ist dabei.
Bremer Schwerpunkt werden "Die Mittelschichten. Bewahrer und Gefährder gesellschaftlichen Zusammenhalts" sein. Die Soziologen Professor Uwe Schimank und Professor Olaf Groh-Samberg haben den Antrag gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Forschungseinrichtungen und Disziplinen der Universität erarbeitet. Er wird nach einer wissenschaftlichen Begutachtung nun vom BMBF gefördert. Gemeinsam mit multidisziplinären Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universitäten Berlin, Bielefeld, Frankfurt, Halle, Hannover, Konstanz und Leipzig sowie zwei Forschungsinstituten in Göttingen und Hamburg soll zunächst in einer einjährigen Vorphase ein Gründungskonzept für das Institut entwickelt werden. Die Forscherinnen und Forscher werden an verschiedenen Orten arbeiten und nach der Auseinandersetzung mit aktuellen Entwicklungen praxisorientierte Vorschläge machen. "Die Auswahl der Universität Bremen durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung zeigt, welche hohe Expertise unser Wissenschaftsschwerpunkt Sozialer Wandel, Sozialpolitik und Staat hat. Wir freuen uns, zu den elf Partnern des neuen Instituts zu gehören", sagte Professor Bernd Scholz-Reiter, Rektor der Universität Bremen. "Universität und Land werden diese Vorphase unterstützen".

Vom Garant der Ordnung zum "Brandstifter"
Thematischer Fokus des Bremer Beitrags zum Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt sind die Mittelschichten. Sie sind diejenige Großgruppe unserer Gesellschaft, der lange Zeit zugesprochen wurde, als Garant der Stabilität gesellschaftlicher Ordnung - Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, sozialer Ausgleich - zu wirken. Die Integrationskraft der Mittelschichten scheint jedoch durch zunehmende Konflikte und Ungleichheiten geschwächt. Inzwischen treten Teilgruppen der Mittelschichten eher umgekehrt als "Brandstifter" auf. Wie ist es dazu gekommen, und was könnte man dagegen tun? Zu diesen beiden Fragen sollen von den Bremer Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftlern Forschungsprojekte durchgeführt werden.

Bundesforschungsministerin: "Debatten versachlichen"
"Die Lebenswirklichkeiten von Stadt und Land verändern sich und driften teilweise auseinander. Neue Medien verändern die Kommunikationskultur. In unserer pluralistischen Gesellschaft stellen sich andere Fragen als bisher, wenn es um Zugehörigkeit und Identität geht. Das beschäftigt Bürgerinnen und Bürger", sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. Das neue Institut erhalte den Auftrag, die genannten Fragen zu erforschen und dazu beizutragen, Debatten zu versachlichen. "Es wird uns helfen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken."


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Prof. Dr. Olaf Groh-Samberg
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Das Schwerpunktheft der WSI-Mitteilungen wird von der Arbeitsgruppe "Soziale, kulturelle und ökonomische Ungleichheiten" herausgegeben.

Die Arbeitsgruppe "Soziale, kulturelle und ökonomische Ungleichheiten" gibt das Schwerpunktheft 5/2018 der WSI-Mitteilungen heraus, das ab sofort erhältlich ist. Zum Thema "Dynamiken sozialer Ungleichheit" finden sich darin wissenschaftliche Fachbeiträge sowie Debattenbeiträge und Artikel zu Statuskonkurrenzen und sozialen Spaltungen, Rechtspopulismus und sozialer Deklassierung, Globalen Ungleichheiten, Vermögens- und Einkommensungleichheit sowie ihrer Besteuerung und einiges mehr.
Das Heft erscheint im Nomos Verlag am 1. Oktober 2018 und kann ab sofort bestellt werden bzw. heruntergeladen werden.

Download:
WSI Mitteilungen Ausgabe 05/2018

Weitere Informationen:
Arbeitsgruppe "Soziale, kulturelle und ökonomische Ungleichheiten"


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