Archiv 2019

Tagungen, Vorträge oder Workshops zur Diskussion und Entwicklung ungleichheitsbezogener und sozialpolitischer Forschung.

Veranstaltungsort:
Universität Bremen SOCIUM Unicom-Gebäude
Raum: 7.1020
Mary-Somerville-Str. 7
28359 Bremen
Uhrzeit:
11:15 - 13:45 Uhr
Ansprechpartner/in:

Soziale Dienstleistungen sind immer noch das vernachlässigte Gebiet der Wohlfahrtsstaatsforschung. Aber gerade in diesem Feld sind in den letzten 25 Jahren erhebliche Veränderungen erfolgt. Auf den enormen Ausbau der sozialen Dienstleistungen mit den Wohlfahrtsverbänden als zentralen Anbietern erfolgte in den 1990er Jahren die Öffnung für privat-gewerbliche Anbieter sowie die Umstellung der staatlichen Finanzierung der freigemeinnützigen Träger. In der sozialpolitischen Debatte ist dies als Vermarktlichung der sozialen Dienstleistungen diskutiert worden. Und ohne Zweifel ist der Wettbewerbsdruck zwischen den Anbietern untereinander heute höher.

Dieser Workshop will die Marktstrukturen in der Sorgearbeit und anderen Feldern sozialer Dienstleistung analysieren, vor allem aber die normative Frage klären, wie angemessene Strukturen für die soziale Dienstleistungspolitik der Zukunft aussehen könnten. Auf der Grundlage des Working Papers von Prof. Dr. Georg Cremer, dem langjährigen Generalsekretär der Caritas, mit dem Titel „Ordnungspolitik für die Quasi-Märkte sozialer Dienstleistungen“ wird die regulatorische Gestaltung von Dienstleistungsmärkten zusammen mit weiteren Fachkundigen diskutiert. Ein zweiter Impulsvortrag wird von dem Prof. Dr. Wolfgang Schroeder, dem führenden Verbändeforscher im Bereich der Sozialpolitik, gehalten.  

Programm:

Georg Cremer (Freiburg/Bremen):
Konturen einer Ordnungspolitik für die Märkte sozialen Dienstleistungen

Wolfgang Schroeder (Kassel/WZB Berlin):
Wohlfahrtsverbände in der Sozialwirtschaft

Frank Nullmeier (Bremen):
Vielerlei Märkte. Kurzüberblick zur Internationalen Wohlfahrtsmarktforschung   

Weitere kurze Beiträge können gern hinzutreten. Es ist aber vor allem Zeit für Diskussionen eingeplant.

Interessierte werden um Anmeldung zur Tagung bei Caroline Warfelmann bis Dienstag 12.6.2019 gebeten und können das Arbeitspapier von Prof. Cremer erhalten (caroline.warfelmann@uni-bremen.de).

Veranstaltungsort:
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Raum: 3.3380
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Uhrzeit:
13:30 Uhr.
Ansprechpartner/in:
Dr. Valentin Schröder

Weitere Informationen: Termine der DVPW

14.05.2019Tagung

Motivation zur Prävention. Mehr Chancen für die Gesundheit

Länger besser leben.-Institut, Universität Bremen
Veranstaltungsort:
Akademie des Sports Hannover
Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg 10
30169 Hannover
Uhrzeit:
10:30 - 15:30 Uhr
Wiss. Leitung:
Organisation:
Kooperation:

Eigentlich ist doch alles ganz einfach und eigentlich sind sich auch alle einig: Prävention soll die Gesundheit erhalten und unser Wohlbefinden stärken. Und trotzdem fällt es uns oft schwer, die richtige Motivation für Lebensstilveränderungen in unserem Alltag zu finden und konsequent und dauerhaft umzusetzen: z. B. für mehr Bewegung, für gesunde Ernährung, für weniger Alkohol oder für den Entschluss, das Rauchen nun endgültig aufzugeben. Dabei wissen wir seit langem, dass Übergewicht und vor allem Adipositas das Risiko für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen erhöht. Vor allem auch dadurch, dass wir mehr und mehr zu "Bewegungsmuffeln" werden. Wie kann das Wissen um den Erhalt unserer Gesundheit und die Verbesserung des Wohlbefindens also in eine dauerhafte Motivation zur Prävention umgesetzt werden?

Klar ist, dass neben der Verhaltensprävention, die wir selber bestimmen können, die Verhältnisprävention eine wichtige Rolle spielt. Daher sollte es wirksame Regelungen geben, die uns im Alltag eine Unterstützung zur Umsetzung von Präventionszielen bieten - Nahrungsmittelampeln oder eine Zuckersteuer sind mögliche Ansätze. Und dennoch bleibt die an uns selbst gerichtete Frage im Mittelpunkt: Wie setze ich meine Motivation zur Verhaltensprävention in die Tat um? Wie behalte ich die Änderungen in meinem Alltag bei und verwandele sie in Routinen, die zu meinem neuen gesunden Lebensstil passen?

Im ersten Präventionskongress, den das "Länger besser leben."-Institut der Universität Bremen zusammen mit der BKK24 im Jahre 2018 durchgeführt hat, standen die Themen Krankheitshäufigkeit und gesellschaftliche Ungleichheiten im Mittelpunkt. In diesem Kontext ist nicht zu übersehen, wie stark der sozioökonomische Status der Menschen und die Häufigkeit bestimmter vermeidbarer Krankheiten zusammenhängen. An diese Themen möchten wir in unserem zweiten Kongress im Jahre 2019 anknüpfen. Es sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie Menschen trotz unterschiedlicher sozialer Herkunft motiviert werden können, Präventionsangebote anzunehmen und umzusetzen, um dadurch langfristig ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu verbessern. Die besten evidenzbasierten Präventionsmaßnahmen nützen wenig, wenn sie nicht zur Stärkung eines dauerhaft gesundheitsförderlichen Verhaltens führen. Die Vorträge des Präventionskongresses 2019 "Motivation zur Prävention. Mehr Chancen für die Gesundheit" sollen dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen.

Der Kongress ist leider bereits ausgebucht.

01.02.2019Stephan-Leibfried-Tagung

Armut und Armutspolitik

SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik, Universität Bremen
Veranstaltungsort:
Haus der Wissenschaft
Sandstraße 4/5
28195 Bremen
Uhrzeit:
9:30 - 19:30 Uhr
Wiss. Leitung:

Wie können wir Armut wirksam bekämpfen? Was kann zumindest getan werden, damit Armutslagen sich nicht weiter verfestigen? Hier ist nicht allein eine eng verstandene Sozialpolitik gefordert, die Politik in unterschiedlichsten Feldern - Bildung, Arbeitsmarkt, Steuern und Transfers, Familie, Kommunalpolitik - muss zusammenwirken. Welche Handlungsspielräume bestehen und wo sind auch Grenzen staatlicher Handlungsfähigkeit zu akzeptieren?

All dies kann man nicht diskutieren, ohne sich einer weiteren Frage zu stellen: Wie lässt sich die nötige Unterstützung dafür in der Mitte der Gesellschaft gewinnen? Wenn sich die Mitte nach unten abschottet, hat solidarische Politik kaum Chancen. Wie könnte eine Armuts- bzw. Sozialpolitik aussehen, die auf breite Solidarität baut und diese auch mobilisiert?

Download: Tagungsprogramm