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Presse- und Kurzmitteilungen der Abteilung "Theoretische und normative Grundlagen".

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Konferenz im Haus der Wissenschaft unterstreicht Forschungs- und Handlungsbedarf

Sowohl Umwelt- als auch Sozialpolitikforschung verwenden den Nachhaltigkeitsbegriff. Sie verwenden ihn jedoch in sehr unterschiedlicher Form und mit deutlich anderem Inhalt. Nicht zuletzt mit den erst teilweise absehbaren Folgen des Klimawandels wird jedoch deutlich, dass wirklich „nachhaltige Politik“ sich nicht nur auf ein Ziel hin orientieren darf.

Das SOCIUM hatte in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für gesellschaftliche Weiterentwicklung (FGW), Düsseldorf, dem IAQ Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen, der DFG-Forschergruppe Bedarfsgerechtigkeit und Verteilungsprozeduren sowie der Senatorischen Behörde für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport, Bremen, am 23./24. September 2019 zu einer interdisziplinären Konferenz in das Haus der Wissenschaft, Bremen, geladen. In zwei Konferenztagen lassen sich so wichtige wie umfangreiche Fragen naturgemäß nur anreißen. Gleichwohl beklagten alle Vortragenden zum einen die große Forschungslücke im Überlappungsbereich von ökologischen und sozialen Risiken und Krisen. Zum anderen skizzierten sie aus ihrer Sicht sinnvolle nächste Schritte, um diese Forschungslücke in den kommenden Jahren schließen zu können.

Am Abend des ersten Konferenztages gab es zudem noch ein Podium über Situation und Perspektiven der „Zeitschrift für Sozialreform“. Lebhaft diskutiert wurde dabei vor allem der Zuschnitt von solchen Zeitschriften zwischen Wissenschaft und Praxis sowie die Frage, wie nachhaltiges Publizieren angesichts einer internationalisierten Wissenschaft, aber einer weiterhin stark national bestimmten Sozialgesetzgebung aussehen kann.

weitere Informationen:
Konferenzprogramm

www.fgw-nrw.de
www.iaq.uni-due.de
ww.socium.uni-bremen.de

Kontakt

Prof. Dr. Frank Nullmeier
Universität Bremen
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Str. 5

28359 Bremen
Tel.: 0421-218-58576
E-Mail: frank.nullmeier@uni-bremen.de


Kontakt:
Prof. Dr. Frank Nullmeier
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58576
E-Mail: frank.nullmeier@uni-bremen.de

PD Dr. Tanja Pritzlaff-ScheelePD Dr. Tanja Pritzlaff-Scheele
Neues Forschungsprojekt von Tanja Pritzlaff-Scheele im „Fördernetzwerk Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung“ (FIS) des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Was gerecht ist, ist in der Gesellschaft sehr umstritten. Hier treffen Vorstellungen von Leistung, Bedarf oder Gleichheit aufeinander. Entsprechend unterschiedlich wird auch Sozialpolitik wahrgenommen. Ein zusätzliches Problem für die Forschung: Vorstellungen darüber, was gerecht ist, lassen sich nur sehr begrenzt mit Umfragen zuverlässig ermitteln.

Hier setzt das neue Forschungsprojekt an, das Tanja Pritzlaff-Scheele beim „Fördernetzwerk Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung“ eingeworben hat. Mit einer Mischung aus problemzentrierten Interviews und laborgestützten Gruppenexperimenten erhofft sie sich neue Einsichten in die Gerechtigkeitsvorstellungen einer ganz besonders interessanten Gruppe, nämlich jener Menschen, deren Einkommen trotz Erwerbstätigkeit über das Arbeitslosengeld II aufgestockt wird. Welche Gerechtigkeitsvorstellungen hegen sie? Welche Rolle spielen für sie die die Gerechtigkeitsprinzipien Leistung, Bedarf und Gleichheit? Und wie werden diese Prinzipien gewichtet?

Mit einem innovativen Mix verschiedener sozialwissenschaftlicher Methoden sowie dem Fokus auf eine ganz besonders interessante Personengruppe erhofft sich Pritzlaff-Scheele nicht nur wichtige neue Erkenntnisse über Gerechtigkeitsvorstellungen im Sozialstaat, sondern darüber hinaus auch eine Grundlage für neue anwendungsorientierte methodische Bausteine für Politik und Verwaltung.

Das „Fördernetzwerk Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung“ (FIS) wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales finanziert. Sein Ziel ist die Stärkung sozialwissenschaftlicher Forschung zu Themen des Wohlfahrtsstaates und der Sozialpolitik.


Kontakt:
PD Dr. Tanja Pritzlaff-Scheele
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58579
E-Mail: tanja.pritzlaff@uni-bremen.de

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) plant den Aufbau eines "Instituts für gesellschaftlichen Zusammenhalt". Dafür wurden elf Hochschul- und Forschungseinrichtungen aus zehn Bundesländern ausgewählt.

Das SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik ist dabei.
Bremer Schwerpunkt werden "Die Mittelschichten. Bewahrer und Gefährder gesellschaftlichen Zusammenhalts" sein. Die Soziologen Professor Uwe Schimank und Professor Olaf Groh-Samberg haben den Antrag gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Forschungseinrichtungen und Disziplinen der Universität erarbeitet. Er wird nach einer wissenschaftlichen Begutachtung nun vom BMBF gefördert. Gemeinsam mit multidisziplinären Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universitäten Berlin, Bielefeld, Frankfurt, Halle, Hannover, Konstanz und Leipzig sowie zwei Forschungsinstituten in Göttingen und Hamburg soll zunächst in einer einjährigen Vorphase ein Gründungskonzept für das Institut entwickelt werden. Die Forscherinnen und Forscher werden an verschiedenen Orten arbeiten und nach der Auseinandersetzung mit aktuellen Entwicklungen praxisorientierte Vorschläge machen. "Die Auswahl der Universität Bremen durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung zeigt, welche hohe Expertise unser Wissenschaftsschwerpunkt Sozialer Wandel, Sozialpolitik und Staat hat. Wir freuen uns, zu den elf Partnern des neuen Instituts zu gehören", sagte Professor Bernd Scholz-Reiter, Rektor der Universität Bremen. "Universität und Land werden diese Vorphase unterstützen".

Vom Garant der Ordnung zum "Brandstifter"
Thematischer Fokus des Bremer Beitrags zum Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt sind die Mittelschichten. Sie sind diejenige Großgruppe unserer Gesellschaft, der lange Zeit zugesprochen wurde, als Garant der Stabilität gesellschaftlicher Ordnung - Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, sozialer Ausgleich - zu wirken. Die Integrationskraft der Mittelschichten scheint jedoch durch zunehmende Konflikte und Ungleichheiten geschwächt. Inzwischen treten Teilgruppen der Mittelschichten eher umgekehrt als "Brandstifter" auf. Wie ist es dazu gekommen, und was könnte man dagegen tun? Zu diesen beiden Fragen sollen von den Bremer Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftlern Forschungsprojekte durchgeführt werden.

Bundesforschungsministerin: "Debatten versachlichen"
"Die Lebenswirklichkeiten von Stadt und Land verändern sich und driften teilweise auseinander. Neue Medien verändern die Kommunikationskultur. In unserer pluralistischen Gesellschaft stellen sich andere Fragen als bisher, wenn es um Zugehörigkeit und Identität geht. Das beschäftigt Bürgerinnen und Bürger", sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. Das neue Institut erhalte den Auftrag, die genannten Fragen zu erforschen und dazu beizutragen, Debatten zu versachlichen. "Es wird uns helfen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken."


Kontakt:
Prof. Dr. Olaf Groh-Samberg
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-66440
E-Mail: olaf.grohsamberg@uni-bremen.de

Prof. Dr. Uwe Schimank
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58564
E-Mail: uwe.schimank@uni-bremen.de

Wissenschaftliches Netzwerk nimmt Arbeit auf.

Das von der DFG finanizierte Netzwerk "Auf dem Weg in die Bewertungsgesellschaft" hat mit seinem ersten Treffen am 12. und 13. Juli 2018 seine Arbeit aufgenommen. Das Netzwerk versammelt Forscherinnen und Forscher, die sich mit unterschiedlichen Phänomen der Bewertung in der Gegenwartsgesellschaft auseinandersetzen - von intimen Bewertungen bis zum wissenschaftlichen Peer Review. Gemeinsam werden sie in den nächsten drei Jahren einen gesellschaftstheoretischen Blick auf Bewertung entwickeln. Mit Prof. Dr. Tanja Bogusz (Kassel) und Prof. Dr. Michael Hutter (Berlin) wurden beim ersten Treffen "Theorien der Bewertung" diskutiert und damit Grundlagen für die weitere Arbeit geschaffen.


Kontakt:
Dr. Thorsten Peetz
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58594
E-Mail: peetz@uni-bremen.de

Henning Laux hat zum 01. April 2018 den Ruf auf die W3-Professur für Soziologie mit Schwerpunkt Soziologische Theorien an der TU Chemnitz angenommen.

Erreichbarkeit:
Technische Universität Chemnitz, Professur für Soziologische Theorien
E-Mail: Henning.Laux@soziologie.tu-chemnitz.de

v.l.n.r.: Patricia Zauchner, Tanja Pritzlaff und Frank Nullmeier.v.l.n.r.: Patricia Zauchner, Tanja Pritzlaff und Frank Nullmeier.
Fortsetzung der Forschergruppe "Bedarfsgerechtigkeit und Verteilungsprozeduren" von der DFG genehmigt.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Fortführung der Forschergruppe "Bedarfsgerechtigkeit und Verteilungsprozeduren" (FOR 2104) für weitere drei Jahre bewilligt. Die Teilprojekte der Forschergruppe erhalten insgesamt rund 2,4 Millionen Euro. Sprecher der Forschergruppe ist Prof. Stefan Traub (vormals Universität Bremen, nun Helmut-Schmidt-Universität Hamburg).

In den insgesamt acht Teilprojekten, die an den Universitäten Bremen, Hamburg, Oldenburg, Wien (Österreich), der Jacobs University Bremen, der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg, und der Hochschule für Technik und Wirtschaft Chur (Schweiz) angesiedelt sind, wird in den kommenden drei Jahren an einer Theorie der Bedarfsgerechtigkeit gearbeitet, die sich auf experimentelle Untersuchungen stützen kann. Alle Teilprojekte sammeln mit Hilfe von Laborexperimenten Daten zum Verhalten von Versuchspersonen in besonderen Verteilungssituationen. Es wird also direkt beobachtet, was Menschen als gerechte Verteilung empfinden und an welchen Gerechtigkeitsmaßstäben sie ihr Verhalten ausrichten.

Die erste Förderphase (2015-2018) hat gezeigt, dass die Verteilung von Ressourcen nach gesellschaftlich anerkannten Bedarfen ein zentrales Handlungs- und Gerechtigkeitsprinzip in Verteilungssituationen darstellt. Bedarfsgerechte Steuer- und Transfersysteme sind im Allgemeinen widerspruchsfreier, politisch legitimer und stabiler und ökonomisch nachhaltiger als solche, die sich rein an Leistungsgerechtigkeit oder Gleichheit orientieren. Eine Besonderheit von FOR 2104 ist der interdisziplinäre Zuschnitt, der die Disziplinen Ökonomie, Philosophie, Politikwissenschaft, Psychologie und Soziologie umfasst und in den Teilprojekten jeweils zu Tandems verbindet. In der nun genehmigten zweiten Förderphase (2018-2021) wird geprüft, unter welchen Bedingungen von Bedarfsgerechtigkeit abgewichen wird oder eine Kombination verschiedener Gerechtigkeitskriterien zur Geltung kommt.

An der Universität Bremen ist das von Prof. Frank Nullmeier und PD Dr. Tanja Pritzlaff-Scheele (beide SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik) geleitete Teilprojekt "Bedarfe diesseits und jenseits der Grenzen. Experimentelle Untersuchungen zur Stabilität von Verfahren transnationaler bedarfsgerechter Verteilung" angesiedelt. Die wissenschaftliche Analyse von Gerechtigkeitsfragen hat sich daher seit einigen Jahren verstärkt der Frage der globalen Gerechtigkeit, der politischen Ethik der Migration und der Frage einer gerechten Entwicklungspolitik zugewandt.
Das politikwissenschaftliche Projekt untersucht drei verschiedene Szenarien: Die nationale Verteilungsarena verändert sich durch (1) ein größeres Maß an Immigration, (2) entwicklungspolitische Transfers an Länder mit mittlerem und niedrigem Einkommen oder (3) die Änderung der gesamten Produktionsweise in einem Hocheinkommensland, sodass sie die internationale Arbeitsteilung zugunsten anderer Länder verbessert. Die Fragen lauten:

  • Wie stabil sind Bedarfsbestimmungen und bedarfsgerechte Verteilungen in diesen drei Szenarien?
  • Welche Folgen für das Gerechtigkeitsempfinden hat die Aufnahme weiterer Personen in die Verteilungsgemeinschaft im Vergleich zur Einbeziehung von Transferzahlungen an Dritte oder die Veränderung der eigenen Produktionsweise zugunsten Dritter?


Weitere Informationen:

Website der Forschergruppe "Bedarfsgerechtigkeit und Verteilungsprozeduren" (FOR 2104)


Kontakt:
Prof. Dr. Frank Nullmeier
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58576
E-Mail: frank.nullmeier@uni-bremen.de

Cover Antrag SFB 1342 Cover Antrag SFB 1342 "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik".
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat einen neuen Sonderforschungsbereich (SFB) an der Universität Bremen bewilligt. Der SFB wird in den nächsten vier Jahren mit rund elf Millionen Euro gefördert.

Mit dem SFB, der federführend von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik und des InIIS (Institut für Interkulturelle und Internationale Studien) mit dem Sprecher Professor Herbert Obinger beantragt wurde, wird ein neuer Forschungsverbund im Bereich der Sozialpolitikforschung in Bremen etabliert. Bisher hatte sich diese Forschung stark auf den Vergleich der hochindustrialisierten Länder konzentriert. Im neuen Sonderforschungsbereich werden die Entwicklungsdynamiken staatlich verantworteter Sozialpolitik in einer auch den Globalen Süden umfassend einbeziehenden Perspektive analysiert. Auch in weiteren Hinsichten geht das Forschungsprogramm des SFBs über die bisherige Sozialpolitikforschung hinaus. Die internationalen Verbindungen und Vernetzungen rücken in den Vordergrund. Die Sozialpolitik eines Landes lässt sich nicht allein aus den innerstaatlichen Verhältnissen heraus erklären. Handelsbeziehungen, Migration, Krieg und Kolonialismus sowie die weltweite Verbreitung von Ideen und Rechtsregeln besitzen eine große Bedeutung für die sozialpolitischen Entwicklungen in den einzelnen Ländern. Zudem liegt der Forschung im SFB ein breites Verständnis von Sozialpolitik zugrunde, in dem unter anderem Bildungspolitik einbezogen wird. Drittens ersetzt der SFB die nationalstaatliche Binnenorientierung der Sozialpolitikforschung durch einen interdependenzentrierten Ansatz.

Der Forschungsverbund hat 15 Teilprojekte und gliedert sich in zwei Projektbereiche. Projektbereich A besteht aus sechs Teilprojekten, die die Entwicklungsdynamiken in den einzelnen Feldern der Sozialpolitik weltweit untersuchen und eine alle Felder umfassende Datenbank "Global Welfare State Information System" (WeSIS) aufbauen. Projektbereich B besteht aus neun Teilprojekten, in denen in fallstudienzentrierten, qualitativen Analysen die Kausalpfade zwischen internationalen Verflechtungen und sozialpolitischen Entwicklungsdynamiken für einzelne Ländergruppen untersucht werden.

Beteiligt sind von der Universität Bremen neben dem SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik und dem Institut für Internationale und Interkulturelle Studien (InIIS), Teilprojektleiter aus der Forschungsstelle Osteuropa, dem Institut für Geschichtswissenschaft, dem Institut für Geographie, dem Institut Arbeit und Wirtschaft (IAW), dem Zentrum für europäische Rechtspolitik sowie der Arbeitsgruppe Informationsmanagement des Fachbereichs Informatik. Ebenfalls beteiligt sind die Jacobs University Bremen, die Universität Duisburg-Essen und die Universität zu Köln. Der Start des Sonderforschungsbereichs ist für Anfang 2018 vorgesehen.

Mit den Sonderforschungsbereichen fördert die DFG bis zu zwölf Jahre fächerübergreifende Forschungsprogramme einer Hochschule. Derzeit werden 267 Sonderforschungsbereiche finanziert.

Weitere Informationen:
Website des SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik


Kontakt:
Prof. Dr. Herbert Obinger
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58567
E-Mail: herbert.obinger@uni-bremen.de

Dr. Irina Wiegand
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58508
E-Mail: irina.wiegand@uni-bremen.de

MARDY: Modeling ARgumentation DYnamics in Political Discourse.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat Sebastian Haunss im Rahmen des Schwerpunktprogramm "Robust Argumentation Machines (RATIO)" (SPP 1999) ein Forschungsprojekt bewilligt. Unter dem Titel »Modeling ARgumentation DYnamics in Political Discourse« (MARDY) geht es darum Methoden und Tools zur Analyse und datengetriebenen Modellierung von Diskursdynamiken zu entwickeln.

In dem für einen Zeitraum von drei Jahren bewilligten Projekt kooperiert Sebastian Haunss mit den beiden Informatikern und Computer-Linguisten Jonas Kuhn und Sebastian Padó vom Institut für Maschinelle Sprachverarbeitung der Universität Stuttgart.

Weitere Informationen zum Projekt:
Modeling ARgumentation DYnamics in Political Discourse (MARDY)


Kontakt:
Prof. Dr. Sebastian Haunss
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58572
E-Mail: sebastian.haunss@uni-bremen.de

Die Sektion "Organisationssoziologie" der Deutschen Gesellschaft für Soziologie veranstaltet am 08. und 09. Februar 2018 in Bremen ihre Frühjahrstagung.

Praktiken des Bewertens sind allgegenwärtig: Schülerinnen werden benotet, Universitäten gerankt, Preise festgelegt, Opernaufführungen kritisiert, Rechenschaftsberichte angefertigt, Gütesiegel vergeben, um nur einige Beispiele zu nennen. Organisationen sind dabei in vielfältiger Weise in das Bewertungsgeschehen einbezogen: Sie geben den sozialen Rahmen ab, in dem Bewertungen vollzogen werden, produzieren und kommunizieren Bewertungen und werden schließlich auch selbst regelmäßig bewertet, evaluiert, geratet und gerankt.

Besondere Aufmerksamkeit erhält die Bewertung von, durch und in Organisationen durch neuere Bewertungsformate, wie sie zum Beispiel mit Rechenschaftspflichten und Regimen der Leistungsbewertung im Zuge des New Public Management eingeführt werden. Auffällig ist auch der Aufstieg von Bewertungsplattformen, die nicht nur als technologische Infrastrukturen, sondern auch als Geschäftsgrundlage von Unternehmen fungieren. Gleichwohl sind aufwendige organisierte Bewertungsprozesse keinesfalls ein neues Phänomen. Beispielsweise stellt die katholische Kirche den heroischen Tugendgrad der Dienerinnen und Diener Gottes schon seit Jahrhunderten in einem hochgradig formalisierten und langwierigen Heiligsprechungsverfahren fest.

Die Sektionstagung zum Thema "Organisation und Bewertung" soll die Gelegenheit bieten, Phänomene der Bewertung in, von und durch Organisationen der verschiedensten sozialen Felder vergleichend in den Blick zu nehmen. Sie greift damit auf die Arbeiten eines sich in den vergangenen Jahren entwickelnden Forschungsfeldes zurück: der Soziologie der Bewertung (Lamont 2012; Peetz et al. 2016) bzw. Valuation Studies (Kjellberg et al. 2013). Einem pragmatistischen Impuls folgend, werden dort "Momente der Bewertung" (Hutter/Stark 2015) fokussiert, Bewertungspraktiken nachgezeichnet und zunehmen auch in ihren Kontextbedingungen und ihrer Verwobenheit analysiert. Dezidiert organisationssoziologisch interessierte Studien sind dabei jedoch noch selten (siehe als jüngere Ausnahmen etwa Kornberger 2017; Coutier et al. 2017). Hier setzt die Tagung mit dem Ziel an, das Potential einer bewertungssoziologischen Perspektive für die Organisationssoziologie und umgekehrt einer organisationssoziologischen Perspektive für die Bewertungssoziologie auszuloten.

Vorträge können sich beispielsweise auf folgende Fragenkomplexe beziehen:

  • Bewertung von Organisationen: Wie verändern sich die Bewertungsformate von Organisationen im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Transformationsprozessen? Wie reagieren Organisationen auf neue Bewertungszumutungen? Können etablierte Verfahren der organisierten Ignoranz durchgehalten werden, oder rücken Bewertungen näher an die organisationale Praxis? Wie verändern sich die Beziehungen zwischen Organisationen durch Bewertungsprozesse?

  • Bewertung durch Organisationen: Worin liegen die Quellen der Legitimität organisierter Bewertungen und wie gehen Organisationen mit etwaiger Kritik an diesen Bewertungen um? Entstehen neue Formen von Bewertungsorganisationen?

  • Bewertung in Organisationen: Wie beschränken und ermöglichen organisationale Strukturen Bewertungsinteraktionen? Wie unterscheiden sich organisierte von nicht-organisierten Bewertungspraktiken? Und wie spezifische Bewertungsformate - zum Beispiel der Leistungsbewertung - im Vergleich von Organisationstypen? In welchem Verhältnis stehen formale und informale Bewertungspraktiken? Wie sind organisationale Bewertungspraktiken miteinander verwoben?

Wir freuen uns auf theoretische und empirische Beitragsvorschläge zu den genannten oder weiteren Fragestellungen bis zum 22.10.2017 (max. 2 Seiten) per E-Mail an: soziologie_der_bewertung@groups.uni-bremen.de

Download: Call for Papers

Literatur:
Cloutier, Charlotte/Jean-Pascal Gond/Bernard Leca (Hrsg.) (2017): Justification, evaluation and critique in the study of organizations: Contributions from French pragmatist sociology. Research in the Sociology of Organizations 52. Bingley: Emerald.
Hutter, Michael/David Stark (2015): Pragmatist perspectives on valuation: An introduction. In: Ariane Berthoin Antal/Michael Hutter/David Stark (Hrsg.), Moments of valuation. Exploring sites of dissonance. Oxford: Oxford University Press, S. 15-36.
Kjellberg, Hans et al. (2013): Valuation Studies? Our collective two cents. In: Valuation Studies 1, S. 11-30.
Kornberger, Martin (2017): The values of strategy: Valuation practices, rivalry and strategic agency. In: Organization Studies. doi: 10.1177/0170840616685365
Lamont, Michèle (2012): Toward a comparative sociology of valuation and evaluation. In: Annual Review of Sociology 38, S. 201-221.
Peetz, Thorsten et al. (Hrsg.) (2016): Schwerpunkt "Soziologie der Bewertung". Berliner Journal für Soziologie 26 (3/4).


Kontakt:
Dr. Thorsten Peetz
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58594
E-Mail: peetz@uni-bremen.de

Axel SteffenAxel Steffen
1. Platz für seine Arbeit zu "Soziale Wohnungsraumagenturen in Deutschland - Eine Ersterhebung".

Axel Steffen hat für seine M.A. Arbeit im Masterprogramm Sozialpolitik zu dem Thema "Soziale Wohnungsraumagenturen in Deutschland - Eine Ersterhebung" eine Auszeichnung des Deutschen Mieterbundes erhalten. Am 67. Deutschen Mietertag in Magdeburg wurde zum zweiten Mal der DMB Studienpreis Wohnungspolitik verliehen, bei dem Axel Steffen den 1. Platz belegte.

Der Preis wird alle zwei Jahre vom Deutschen Mieterbund e.V. und dem Institut für Raumplanung der TU Dortmund vergeben. Mit dem Preis werden herausragende Abschlussarbeiten gewürdigt, die sich auf innovative Weise mit dem Forschungfeld Wohnungspolitik befassen.

Der Masterstudiengang Sozialpolitik bietet eine viersemestrige hochwertige Ausbildung auf internationalem Niveau. Die Entwicklung von Sozialstaat und Zivilgesellschaft, die Auseinandersetzung mit europäischen Wohlfahrtsstaaten, ihre Zukunft unter Globalisierungsbedingungen und internationale Vergleiche sind ebenso Bestandteil des Studiums wie der genaue Blick auf konkrete Teilbereiche und Felder der Sozialpolitik, auf Entwicklung und Folgen sozialpolitischer Maßnahmen. Ziel des Studiums ist es, für wissenschaftliche Tätigkeiten sowohl in Institutionen und Organisationen der sozialen Sicherung als auch in Forschungseinrichtungen der Wohlfahrtsstaats- und Sozialpolitikforschung zu qualifizieren. Die Ausbildung zielt auf berufliche Arbeitsfelder, die sozialwissenschaftliche Reflexion, verantwortliches Handeln und forschungsorientierte Tätigkeiten umfassen.

Weitere Informationen:
Pressemeldung des Deutschen Mieterbunds vom 06. Juni 2017
Master Sozialpolitik


Kontakt:
Dr. Irina Wiegand
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58508
E-Mail: irina.wiegand@uni-bremen.de