Aktuelle Mitteilungen

Das Oberthema der Veranstaltungsreihe im Wintersemester 2022/23 lautet „Im dritten Jahr der Pandemie: Das Gesundheitssystem im Stresstest".

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Heinz Rothgang koordiniert 16 Mio. Euro umfassende Transferinitiative für Bremen

Im Krankenhausbereich gehören sie seit langem zum Standard: akademische Lehrkrankenhäuser, die gemeinsam mit Universitätskliniken wesentlich dazu beitragen, Innovationen und Forschungsergebnisse möglichst schnell in die alltätliche Versorgungspraxis zu bringen. Für die Langzeitpflege gibt es so etwas jedoch nicht – noch nicht. Denn das soll sich mit T!CALL, dem Transfercluster Akademischer Lehrpflegeeinrichtungen in der Langzeitpflege, ändern. T!CALL wird in Bremen Strukturen aufbauen, in denen technische, insbesondere digitale, ebenso wie organisatorische Innovationen und Maßnahmen der Personalentwicklung im Normalbetrieb evaluiert und – bei positiver Evaluation – in den Versorgungsalltag implementiert werden. Dabei sind Aus-, Fort- und Weiterbildung ein entscheidender Transfermechanismus. Das Projekt sorgt also für eine systematische Verschränkung von Forschung, Lehre und Versorgung in einem eigens dafür gestalteten Transferraum. Aus dieser Keimzelle werden positiv erprobte Maßnahmen zur Steigerung der Lebensqualität der Menschen mit Pflegebedarf und zur Aufwertung des ganzen Berufsfeldes Altenpflege in die Fläche gebracht.

T!CALL gehört zu bundesweit zwölf Projekten, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung in seinem Programm „T!Raum – TransferRäume für die Zukunft von Regionen“ finanziert. Es hat sich in einem kompetitiven Wettbewerb mit insgesamt 115 Antragstellern erfolgreich durchgesetzt.

Das auf neun Jahre angelegte und mit insgesamt 16 Mio. Euro geförderte Vorhaben wird koordiniert von Prof. Dr. Heinz Rothgang, Abteilung Gesundheit, Pflege und Alterssicherung des SOCIUM, und in Zusammenarbeit mit dem Institut für Public Health und Pflegeforschung der Universität Bremen sowie dem Zentrum für Pflegeforschung und Beratung der Hochschule Bremen auf wissenschaftlicher Seite durchgeführt. Die akademische Lehrpflegeeinrichtungen werden aus dem Johanniterhaus Bremen und Einrichtungen des Caritasverband Bremen entstehen, die als initiale Praxispartner das Rückgrat der Initiative bilden. Als weitere initiale Partner sind die das Bremer Zentrum für Pflegebildung und der Integrierte Gesundheitscampus Bremen beteiligt. Die Einbindung weiterer Partner ist vorgesehen. Breite Unterstützung findet das Vorhaben auch seitens der Bremer Politik, allen voran der Senatorin für Soziales, Jungend, Integration und Sport, die zugesagt hat, über das bisherigen Ordnungsrecht hinausgehende Innovationen unter Rückgriff auf die Öffnungsklausel des Bremischen Wohn- und Betreuungsgesetzes weitgehend zu unterstützen und der Senatorin für Wissenschaft und Häfen.


Kontakt:
Prof. Dr. Heinz Rothgang
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58557
E-Mail: rothgang@uni-bremen.de

Eine soziologische Perspektive auf „alternative Fakten“

Begriffe wie „postfaktisch“ und „alternative Fakten“ haben Konjunktur. Sie verweisen darauf, dass ein gesellschaftlicher Kampf um die Wirklichkeit der Wirklichkeit entbrannt zu sein scheint. Die Debatte über alternative Fakten wird deshalb vor allem von psychologischen und erkenntnistheoretischen Fragestellungen dominiert. Um zu verstehen, warum „alternative Fakten“ in der gesellschaftlichen Debatte so verunsichernd wirken, reichen diese Perspektiven jedoch nicht aus. In seinem neuen Buch untersucht Nils Kumkar das Phänomen „alternative Fakten“ darum aus einer soziologischen, kommunikationstheoretischen Perspektive: Worüber streitet und verständigt man sich eigentlich, wenn alternative Fakten die Diskussionen prägen? Was ist, mit anderen Worten, ihre kommunikative Funktion?

Ausgehend von Fallstudien zu den Auseinandersetzungen um Corona, den Klimawandel und die Größe des Publikums bei der Amtseinführung Donald Trumps arbeitet das Buch heraus, dass „alternative Fakten“ nicht primär als Versatzstücke von Parallelwelten zu verstehen sind, in die sich relevante Teile der Bevölkerung zurückgezogen hätten. Vielmehr funktionieren sie als diskursive Nebelkerzen im Kontext polarisierter Debatten. Ihre zentrale Funktion ist nicht, die Menschen Falsches glauben zu lassen, sondern den Schritt von der kommunikativen Tatsachenfeststellung zur politischen Entscheidung hinauszuzögern. Sie wirken nicht als Beitrag zur Konstruktion einer alternativen Realität, sondern als kommunikative Realitätsdestruktion, die es erlaubt, wider besseres Wissen weiterzumachen wie bisher.


Kontakt:
Dr. Nils C. Kumkar
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58620
E-Mail: kumkar@uni-bremen.de

Mit diesem Tätigkeitsbericht legt das SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik Rechenschaft über seine Arbeit im Zeitraum 2019 bis 2021 ab.

Download: Tätigkeitsbericht des SOCIUM 2019 bis 2021