Aktuelle Mitteilungen

Ausschuss für Arbeit und Soziales führt Anhörung zur Grundrente durch

Der Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestages hat am 25. Mai eine Öffentliche Anhörung zum Entwurf eines Grundrentengesetzes durchgeführt. Mit diesem Gesetz soll ein Rentenzuschlag als Grundrente bei langjähriger Versicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung mit unterdurchschnittlichem Einkommen eingeführt werden. Diesen Rentenzuschlag erhalten Personen mit 33 beziehungsweise 35 Jahren Rentenzeiten, wenn sie niedrige Lohneinkommen hatten. Der Zuschlag wird zudem nur ausgezahlt, wenn die grundrentenberechtigte Person (zusammen mit Ehepartner*in) nicht andere Einkommen über eine bestimmte Höhe hinaus beziehen.

Als Einzelsachverständiger wurde auch Prof. Frank Nullmeier eingeladen. In seiner schriftlichen Stellungnahme hat er insbesondere die Regelungen zur Einkommensanrechnung als Methode zur Messung des Grundrentenbedarfes deutlich kritisiert: Gerade im Moment der Entstehung eines Bedarfes, nämlich im Übergang von der Erwerbstätigkeit zum Rentenbezug, verfehle eine Einkommensanrechnung, die sich auf eine Einkommensteuerveranlagung von vor zwei Jahren bezieht, ihr Ziel, den Bedarf zu bestimmen.

Die schriftliche Stellungnahme finden Sie hier


Kontakt:
Prof. Dr. Frank Nullmeier
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58576
E-Mail: frank.nullmeier@uni-bremen.de

14 Mitglieder aus Soziologie, Kommunikations- und Politikwissenschaften wählen SOCIUM-Mitglied zum Sprecher

Nach den bundesweiten Wahlen im vergangenen Herbst konstituieren sich die für 2020 bis 2023 gewählten Fachkollegien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Am 14. Mai 2020 hat dabei das Fachkollegium Sozialwissenschaften Frank Nullmeier zu seinem Sprecher gewählt.

Die Fachkollegien der DFG sind wichtige Gremien bei der Begutachtung der eingereichten Anträge zur Forschungsförderung und damit bei der Verteilung der Fördermittel. Der Sprecher leitet dabei nicht nur die Sitzungen, sondern organisiert zusammen mit der Verwaltung der DFG auch die Tagesordnung des jeweiligen Fachkollegiums. Im Fachkollegium Sozialwissenschaften sind je fünf Vertreterinnen und Vertreter der Politikwissenschaft und der Empirischen Sozialforschung sowie je zwei der Soziologischen Theorie sowie der Kommunikationswissenschaft versammelt.


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Prof. Dr. Frank Nullmeier
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
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Mit mehr als einer halben Million Euro fördert das Bundesministerium für Arbeit und Soziales die von Nikolas Dörr geleitete Nachwuchsgruppe im Rahmen des Fördernetzwerks Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (FIS).

Die interdisziplinär zusammengesetzte Forscher*innengruppe wird in den kommenden drei Jahren zusammen mit nationalen und internationalen Kooperationspartner*innen die Entstehung und Entwicklung der „aktivierenden Sozialpolitik“ in Deutschland untersuchen.

Der „aktivierende Sozialstaat“ ist seit den 1990er-Jahren zum neuen Leitbild der Sozialpolitik in Deutschland und weiten Teilen Europas avanciert. Im Fokus der öffentlichen Debatte in Deutschland stehen dabei besonders die Reformen der Agenda 2010 und vor allem „Hartz IV“. Während die sozioökonomischen Ursachen dieses sozialpolitischen Wandels (insb. Ölkrisen, Massenarbeitslosigkeit, demografische Entwicklung, Staatsverschuldung) bereits gut erforscht sind, wurden gesellschaftliche und internationale Faktoren bislang weitgehend ausgeblendet. Die alleinige Fokussierung auf die sozioökonomische Situation greift jedoch zu kurz, um diese sozialstaatliche Transformation umfassend erklären zu können.

Die Nachwuchsgruppe untersucht den „aktivierenden Sozialstaat“ dementsprechend nicht als eine Summe von Gesetzen, sondern weitergehender als sozialpolitische Reaktion auf einen grundlegenden, langfristigen gesellschaftlichen Wandel und die Veränderung internationaler sozialpolitischer Leitbilder seit Ende der 1970er-Jahre. Ersteres schließt u. a. Prozesse der Individualisierung, Pluralisierung (v. a. durch Migration) und die Popularisierung des Prinzips „Fördern und Fordern“ mit ein. Letzteres bezieht sich auf die transnationale Rezeption neuer sozialpolitischer Ansätze (u. a. Thatcherismus, Workfare, „New Labour“, Flexicurity).

Die Nachwuchsgruppe besteht aus den Doktorand*innen Wanda Schwarze-Wippern und Christof Wittmaack sowie dem Nachwuchsgruppenleiter Dr. Nikolas Dörr, die sich in drei Teilprojekten dem Einfluss a) internationaler sozialpolitischer Ideen- und Politiktransfers seit 1979, b) von Einstellungsveränderungen gegenüber staatlicher Sozialpolitik (u. a. bedingt durch die Asyldebatten seit den 1980er-Jahren und unterschiedliche sozialstaatliche Prägungen in West- und Ostdeutschland) und c) der Veränderung des öffentlichen und medialen Diskurses über Sozialpolitik und deren Rückwirkung auf den sozialpolitischen Entscheidungsprozess widmen.

Weitere Informationen:
Fördernetzwerk Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung


Kontakt:
Dr. Nikolas Dörr
SOCIUM - Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58645
E-Mail: doerr@uni-bremen.de

© Raphael Hünerfauth, Photothek© Raphael Hünerfauth, Photothek
Datenbasis verbessern | Prävention gezielt weiterentwickeln | Bürgerrechte wahren

Die Entwicklung der Pandemie SARS-CoV-2/Covid-19 hat sich in den letzten Wochen dynamisch weiterentwickelt, so dass es angezeigt erschien, eine Version 2 des erstmals am 5.4.2020 veröffentlichten Thesenpapiers auszuarbeiten. Die Dreiteilung in Epidemiologie, Prävention und gesellschaftspolitische Implikationen wurde von der Autorengruppe dabei nicht verändert. Besonders die Problematisierung der sozialen und politischen Konsequenzen rief zahlreiche positive Reaktionen hervor, so dass die AutorInnen sich in der grundsätzlichen Haltung bestärkt fühlen, dass adäquate Lösungen der derzeitigen Krise nur durch eine möglichst breit aufgestellte Argumentation erreicht werden können. Außerdem erscheint die Art der Kommunikation von Wichtigkeit: nach den Prinzipien der Risikokommunikation ist in einer solchen Situation ein sachlicher und gelassener Austausch von Argumenten geboten, der nichts beschönigt, aber auch nichts unnötig dramatisiert. Alle Beteiligten müssen darauf hinwirken, dass es nicht zu geschlossenen Argumentationsketten kommt, die anderslautenden Nachrichten keinen Raum mehr geben können.

Ein guter Ausgangspunkt einer solchen nüchternen Herangehensweise könnte die klar geäußerte, deutlich ausgesprochene Erkenntnis sein, dass SARS-CoV-2/Covid-19 eine typische Infektionskrankheit darstellt, die bestimmte Eigenschaften und – natürlich – enorme Auswirkungen auf die Gesundheit, auf die Inanspruchnahme der Gesundheitsversorgung und auf die sozialen Systeme haben kann (These 1). Wir werden im Detail noch mehrere Besonderheiten dieser Infektionskrankheit kennenlernen, aber sie stellt keinen Anlass dafür dar, in quasi metaphysischer Überhöhung alle Regeln, alles Gemeinsame, alles Soziale in Frage zu stellen oder sogar außer Kraft zu setzen. Dies gilt insbesondere für den Umgang mit den „vulnerablen Gruppen“, wo auf der Suche nach spezifischen Präventionsstrategien unsere gesellschaftliche Lösungskompetenz doch phantasievoller und erfindungsreicher ausgestattet sein müsste, als dies durch den mechanistischen Reflex zu „Kontaktsperren“ und „sozialer Isolation“ reflektiert wird.

Das jetzt vorliegende Thesenpapier 2.0 trifft aus der Vielzahl der Themen eine Auswahl. Analog zum Verfahren der Technikfolgen-Abschätzung wird ein mehrdimensionaler Zugang gewählt. Es wird versucht, eine tagesaktuelle Übersicht über die zur Verfügung stehende Literatur zu geben, die jedoch wegen des rasch wachsenden Wissensstandes immer auch Lücken aufweisen wird.

Link zum Thesenpapier 2.0


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Prof. Dr. Gerd Glaeske
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58559
E-Mail: gglaeske@uni-bremen.de

Befragung soll aktuelle und verlässliche Daten zur Situation in Pflegeheimen und bei ambulanten Pflegediensten erbringen

Schon vor Corona standen ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen  vor großen Herausforderungen, wie einem eklatanten Pflegekräftemangel, die sich im Zug der Corona-Pandemie noch verstärkt haben. Pflegebedürftige sind eine hoch vulnerable Gruppe, für die jeder Kontakt zu anderen Menschen ein Risiko beinhaltet. Sie können die Kontakte aber nicht wie anders Menschen reduzieren, da auf Unterstützung und Pflege angewiesen. Wie gehen Pflegeeinrichtungen mit dieser Situation um, vor welchen Problemen stehen sie und was kann getan werden, um sie zu unterstützen?

 

Belastbare Zahlen zur Situation in Pflegeeinrichtungen, die eine Voraussetzung für gezielte Hilfe sind, gibt es aber nicht. Dem will eine umfassende Online-Befragung abhelfen, die ein Team um Heinz Rothgang (SOCIUM) und Karin Wolf-Ostermann (Institut für Public Health und Pflegeforschung) organisiert. Mehr als die Hälfte der 18.000 Pflegeeinrichtungen in Deutschland werden gebeten, Auskunft über Ausstattung, Bedarf und Umgang mit den akuten Problemen zu geben. Die Befragung soll nicht nur für eine aktuelle, solide Datengrundlage sorgen, sondern auch die Basis für konkrete Empfehlungen an das Bundesgesundheitsministerium bilden.

weitere Informationen:

butenunbinnen.de/videos/isolation-in-pflegeheimen
butenunbinnen.de/videos/corona-in-bremer-pflegeheimen
butenunbinnen.de/nachrichten/gesellschaft/pflegeheime-bremen-massnahmen-corona


Kontakt:
Prof. Dr. Heinz Rothgang
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
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28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58557
E-Mail: rothgang@uni-bremen.de

Lara Minkus und Moritz Heß mit „Best Paper Award 2020“ ausgezeichnet

Ist familiäre Pflege ein Einkommensrisiko für diejenigen, die diese Pflegearbeit nebenbei leisten? Und wenn ja, ist das Risiko für Frauen größer? Zwei wichtige Fragen der Pflegeforschung, für die es bislang kaum fundierte Antworten gab. Lara Minkus und Moritz Heß aus dem SOCIUM haben dazu zusammen mit Ulrike Ehrlich vom Deutschen Zentrum für Altersfragen, Berlin, im Dezember 2019 in der Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie einen Aufsatz veröffentlicht, den die Deutsche Gesellschaft für Demographie nun mit dem „Best Paper Award 2020“ ausgezeichnet hat.

Familiäre Pflege, also das Pflegen Angehöriger zu Hause privat und unentgeltlich, so das Ergebnis der Untersuchung, ist in der Tat dann ein Einkommensrisiko. Allerdings ist das Risiko bei beiden Geschlechtern ähnlich. Frauen, die ohnehin für gleiche Arbeit weniger verdienen, werden bei Pflegetätigkeit in ihrem Hauptberuf nicht auch noch überproportional benachteiligt. Das Papier kommt zu klaren Empfehlungen für Politik und Arbeitgeber: Pflegearbeit kann nicht einfach nebenbei erledigt werden. Das sollte sich in zweierlei widerspiegeln: bezahlbaren Angeboten für professionelle Hilfe und Pflegedienstleistungen sowie flexible Gestaltung der Arbeitsplätze jener Menschen, die zusätzliche familiäre Pflegearbeit übernehmen.

Link zum Artikel: Springer Link

Link zur Deutschen Gesellschaft für Demographie: DGD

Kontakt:
Lara Minkus, Ph.D. /Dr. Moritz Heß
Universität Bremen
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville Str. 5
28359 Bremen
Tel.: 0421/218-58525
E-Mail: mhess@uni-bremen.de

 

© Raphael Hünerfauth, Photothek© Raphael Hünerfauth, Photothek
Datenbasis verbessern | Prävention gezielt weiterentwickeln | Bürgerrechte wahren

Der vorliegende Text stellt sich der Aufgabe, die epidemiologische Problemlage wissenschaftlich zu klären und aus der gegebenen Situation Empfehlungen für wirksame Präventionsmaßnahmen abzuleiten. Die Vorschläge zur Prävention werden in einen gesellschaftspolitischen Rahmen gestellt, der für die Autoren in einem unauflösbaren Zusammenhang mit den geschilderten Sachverhalten steht. Dem umfangreichen analytischen Teil wird eine kürzere Zusammenfassung vorangestellt, die eine schnelle Orientierung über die vertretenen Standpunkte ermöglichen soll. Wie für ein Thesenpapier nicht anders zu erwarten, werden die wichtigsten Ergebnisse zu drei Thesen mit entsprechenden Unterpunkten verdichtet, die wortgleich in der Zusammenfassung und am Ende der jeweiligen Kapitel zu finden sind. Die Autoren bemühen sich um eine klare Benennung der Fakten und Probleme. Sie
verbinden hiermit keine Kritik an den handelnden Personen, die in den zurückliegenden Wochen unter den Bedingungen einer – die Steigerung sei erlaubt – „noch
unvollständigeren Information“ entscheiden mussten als dies heute der Fall ist. In jeder Beziehung sind die Ausführungen dieses Thesenpapiers als konstruktive Beiträge gedacht, die den Zweck verfolgen, die Entscheidungen der kommenden Wochen zu unterstützen.

Link zum Thesenpapier


Kontakt:
Prof. Dr. Gerd Glaeske
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58559
E-Mail: gglaeske@uni-bremen.de

Die Universität Bremen ist an dem neuen bundesweiten „Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ (FGZ) beteiligt.

Gemeinsam mit den Universitäten Frankfurt und Leipzig koordiniert ein Team aus Bremen die Forschungsarbeit von elf Hochschul- und Forschungsinstituten.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat jetzt entschieden, das neue „Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ)“ für zunächst vier Jahre zu fördern. Vorausgegangen war eine anderthalbjährige Gründungsphase, in der die elf Kooperationspartner ihre Konzepte erstellt haben. Entwickelt wurde ein umfangreiches Forschungs- und Transferprogramm mit mehr als 70 Teilprojekten und institutsübergreifenden Arbeitsbereichen, die nun ab dem 1. Juni 2020 realisiert werden.

Solidarität, Polarisierung, Populismus

Das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist ein Verbund aus elf Hochschul- und Forschungsinstituten, die in zehn verschiedenen Bundesländern angesiedelt sind und dadurch auch die regionale Vielfalt gesellschaftlichen Zusammenhalts in Deutschland in den Blick nehmen. Zusammen sollen die mehr als 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen mit empirischen Untersuchungen und großangelegten Vergleichen praxisrelevante Vorschläge erarbeiten. Sie sollen dazu beitragen, gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart zu begegnen. In den Blick genommen werden Identitäten und regionale Erfahrungswelten, Ungleichheiten und Solidarität, Medien und Konfliktkultur, Polarisierung und Populismus, aber auch Antisemitismus und Hasskriminalität. Die Themen werden im europäischen Vergleich und darüber hinaus erforscht.

Verbund aus elf Forschungspartnern

Neben der Universität Bremen gehören die Technische Universität Berlin sowie die Universitäten Bielefeld, Frankfurt, Halle-Wittenberg, Hannover, Konstanz und Leipzig sowie das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen, das Leibniz -Institut / Hans-Bredow-Institut für Medienforschung Hamburg und das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft Jena zu dem Verbund.

Dialog mit Bremer Stadtgesellschaft

An der Universität Bremen, die den Verbund zusammen mit Frankfurt und Leipzig koordiniert, wird ein interdisziplinäres Team Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts mit Blick auf soziale Ungleichheiten und politische Konflikte untersuchen und in Transferprojekten den Dialog mit der Bremer Stadtgesellschaft suchen. Thematischer Fokus des Bremer Beitrags sind die Beziehungen zwischen sozialen Milieus, und hier insbesondere die Rolle der Mittelschichten. „Sie sind diejenige Großgruppe unserer Gesellschaft, die als Garant der Stabilität gesellschaftlicher Ordnung - Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, sozialer Ausgleich - gelten. Die Integrationskraft der Mittelschichten scheint jedoch durch zunehmende Konflikte und Ungleichheiten geschwächt“, sagt Soziologieprofessor Olaf Groh-Samberg, der federführend am Bremer Konzept beteiligt war.

Zentrales Datenzentrum

Im Bremer Teilinstitut des FGZ arbeiten das SOCIUM, das Zentrum für Arbeit und Politik (zap), das Institut Arbeit und Wirtschaft (iaw), das Institut für Ethnologie und Kulturwissenschaft (IfEK) und das Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Innovationsforschung (ZeMKI) zusammen.

In Bremen wird auch das zentrale Datenzentrum des FGZ beheimatet sein, das unter anderem eine nationale Längsschnittstudie zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland koordiniert.

Fragen beantwortet

Martin Bacher
Koordinator
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Telefon: +49 421 218-58624
E-Mail: martin.bacher@uni-bremen.de

WFB Bremen/Jonas GinterWFB Bremen/Jonas Ginter
Kommission Verlässlicher Generationenvertrag übergibt ihren Bericht

Die Rentenkommission „Verlässlicher Generationenvertrag“ hat am 27.03.2020 ihren Bericht Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil übergeben. Aufgrund der derzeitigen Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus fand die Übergabe mittels einer Telefonkonferenz statt, bei der neben den Kommissionsmitgliedern und Bundesminister Heil auch Kanzleramtsminister Dr. Helge Braun zugeschaltet war. Simone Scherger, Professorin für lebenslauforientierte Sozialpolitik am SOCIUM, war Mitglied der Kommission.

Die zehnköpfige Kommission, in der die Koalitionsparteien, die Sozialpartner und drei WissenschaftlerInnen vertreten waren, hat sich seit Mai 2018 mit der Frage beschäftigt, wie das deutsche Rentensystem angesichts des demografischen Wandels zukunftssicher gestaltet werden kann. Im Laufe Ihrer Beratungen hat sie mit Hilfe weiterer Expertinnen und Experten eine Grundlage erarbeitet, Verbände und Stakeholder angehört und einen „Generationendialog“ durchgeführt. In ihrem Bericht empfiehlt die Kommission unter anderem, sich weiterhin sowohl kurz- als auch mittelfristig an Haltelinien für den Beitragssatz und das Rentenniveau zu orientieren, schlägt für diese Haltelinien aber nur grobe Korridore vor (maximal 20 bis 24 Prozent für den Beitragssatz einschließlich aller gesetzlich vorgeschriebenen Vorsorgebeiträge; mindestens 44 bis 49 Prozent für das Rentenniveau). Zudem sollen als neue Orientierungsgrößen der Gesamtsozialversicherungsbeitrag sowie der Abstand der Standardrente zum durchschnittlichen Bedarf in der Grundsicherung im Alter einbezogen werden. Eine weitere Anhebung der Regelaltersgrenze nach 2031 auf ein Alter von über 67 empfiehlt die Kommission derzeit nicht, allerdings soll darüber ein spätestens im Jahr 2026 einzusetzender Alterssicherungsbeirat befinden. Weitere Empfehlungen der Kommission beziehen auf Verbesserungen und Vereinheitlich der privaten Vorsorge, auf die Stärkung von Rehabilitation und Prävention sowie auf einen „Gender Check“ für jede zukünftige Maßnahme im Bereich der Alterssicherung.

Ein die Empfehlungen ergänzender zusätzlicher Band enthält interne und externe Expertisen, unter anderem ein Kapitel zu sozialen Ungleichheiten in Lebensläufen, Alterseinkommen und Lebenserwartung von Simone Scherger und Gert Wagner.

Der Bericht ist hier verfügbar:
Verlaesslicher Generationenvertrag


Kontakt:
Prof. Dr. Simone Scherger
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58569
E-Mail: simone.scherger@uni-bremen.de

Bastian Becker im Interview mit dem Weserkurier

Im Umgang mit der Coronakrise und ihrer Konsequenzen werden momentan verschiedene Instrumente diskutiert, so auch Eurobonds. Bei diesem Finanzinstrument--gelegentlich auch Coronabonds genannt--handelt es sich um Gemeinschaftsanleihen, die besonders hart getroffenen Länder mehr finanziellen Spielraum verschaffen sollen, um die Krise zu bewältigen. Das Interview folgt einem Aufruf von über 400 Wissenschaftlern, der letzte Woche in der Financial Times publiziert wurde. Im Interview mit dem Weserkurier, erklärt Bastian Becker warum Eurobonds nicht nur eine ökonomische sondern auch eine politische Chance darstellen.

Das komplette Interview können Sie hier lesen.
Weser-Kurier