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Presse- und Kurzmitteilungen der Abteilung "Gesundheit, Pflege und Alterssicherung".

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Dietrich Milles und Céline Teney veröffentlichen ihre aktuellen Forschungsergebnisse.

Im Wissenschaftsblog "Impulse" der Universität Bremen veröffentlichen Autorinnen und Autoren ihre aktuellen Forschungsergebnisse. "Impulse" bietet jetzt zwei neue Beiträge an. Dietrich Milles, Professor am SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik und Dr. Ulrich Meseck aus dem Fachbereich Kulturwissenschaften erläutern, was beim Thema Inklusion durch Bewegung, Sport und Spiel alles möglich ist. In einer Kooperation zwischen Werkstatt Bremen (Martinshof), der AOK Bremen-Bremerhaven und der Universität Bremen haben sie eine bundesweit bisher einmalige Studie durchgeführt. Fünf Jahre lang untersuchten sie mit ihrem Team in den Werkstätten, wie Menschen mit Behinderungen effektiv gefördert und sportlich aktiviert werden können. Dabei haben die Wissenschaftler vorhandene Spiel- und Sportkurse koordiniert, weiterentwickelt und evaluiert. In ihrem Beitrag beschreiben sie detailliert die Effekte.

Was führt Mediziner aus der EU nach Deutschland?

Migrationsmotive von Ärztinnen und Ärzten, die aus der Europäischen Union nach Deutschland kommen, untersucht Céline Teney mit ihrer Kooperativen Nachwuchsgruppe am SOCIUM der Universität Bremen. 1500 Humanmediziner, die seit 2003 nach Deutschland umzogen, wurden nach ihren Beweggründen befragt. Die Soziologinnen veröffentlichen im Wissenschaftsblog "Impulse" nun ihre Zwischenergebnisse. Die stabile wirtschaftliche Lage in Deutschland, gute Bezahlung und bessere berufliche Perspektiven sind Hauptgründe für die Migration der fachlichen Eliten. Die Studie, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert wird, listet die Migrationsmotivation nach osteuropäischen und nordwesteuropäischen Ländern auf und stellt die Unterschiede dar.


Kontakt:
Prof. Dr. phil. Dietrich Milles
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58562
E-Mail: milles@uni-bremen.de

Prof. Dr. Céline Teney
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58644
E-Mail: celine.teney@uni-bremen.de

Logo Wissenschaftsschwerpunkt Gesundheitswissenschaften, Universität Bremen.Logo Wissenschaftsschwerpunkt Gesundheitswissenschaften, Universität Bremen.
Universität Bremen lädt zur Podiumsdiskussion über eine gerechte Gesundheitsversorgung für ältere Menschen ins Bremer Rathaus ein.

Der Wissenschaftsschwerpunkt Gesundheitswissenschaften der Universität Bremen richtet am Donnerstag, 29. Juni 2017, und am darauf folgenden Freitag eine internationale Tagung zum Thema "Altern - Gesundheit - Gerechtigkeit" im Konsul-Hackfeld-Haus aus. Interessierte sind am Donnerstag, 29. Juni 2017, um 19 Uhr zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion ins Bremer Rathaus eingeladen. Es diskutieren die Schirmfrau der Tagung, Gesundheitssenatorin Professorin Eva Quante Brandt, Alexander Künzel, Vorsitzender der Bremer Heimstiftung, Professor Clemens Tesch-Römer, Leiter des Deutschen Zentrums für Altersfragen, und Professor Heinz Rothgang vom SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik der Universität Bremen.

Anforderungen an Politik, Wissenschaft und Gesellschaft
Im Mittelpunkt der Diskussion wird die Frage stehen, welche Anforderungen sich an Politik, Wissenschaft und Praxis stellen, um für Ältere ein gerechtes gesundheitliches Versorgungssystem weiterzuentwickeln. Ziel ist ein Perspektivaustausch zwischen Politik, Wissenschaft und Praxis. Diskutiert wird, welche Erwartungen und Wünsche aus den verschiedenen Bereichen an die gesundheitlichen Versorgungssysteme gestellt werden.

Professorin Ingrid Darmann-Finck vom Institut für Public Health und Pflegeforschung der Universität Bremen, und Professor Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS werden die Veranstaltung moderieren. Eine kostenlose, verbindliche Anmeldung ist bis zum 25. Juni unter der E-Mail: huter@uni-bremen.de erforderlich.

Informationen zum Wissenschaftsschwerpunkt
Der Wissenschaftsschwerpunkt Gesundheitswissenschaften in Bremen ist deutschlandweit einer der größten und forschungsstärksten Standorte in diesem Bereich. Unter seinem Dach werden die Ressourcen gebündelt und die Kooperation zwischen Universität und außeruniversitären Einrichtungen gestärkt. Beteiligt sind insbesondere das Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen, das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS, das SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik der Universität Bremen sowie das Kompetenzzentrum für Klinische Studien Bremen (KKSB). Der Fokus auf Gerechtigkeit im Kontext von Gesundheit und in Gesundheitssystemen bildet eine zentrale Verbindungslinie und damit einen Forschungsschwerpunkt innerhalb dieser Kooperation.

Weitere Informationen: Website zur Tagung


Kontakt:
Dipl. Soz. Kai Huter
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58547
E-Mail: huter@uni-bremen.de

Prof. Dr. Heinz RothgangProf. Dr. Heinz Rothgang
Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert Forschung zu neuen Technologien in der Pflege.

Die Pflegebranche steht in den nächsten Jahren und Jahrzenten vor großen Herausforderungen. Bedingt durch den demographischen Wandel wird die Zahl der Pflegebedürftigen deutlich ansteigen. Gleichzeitig erhöht sich in den Krankenhäusern der Anteil von Menschen, die älter als 80 Jahre sind. Die Pflege dort wird komplexer und durch verkürzte Liegezeiten auch die anschließende Pflege zu Hause anspruchsvoller. Dem steigenden Pflegebedarf steht dabei ein sinkender Anteil erwerbstätiger Menschen gegenüber, die professionelle Pflegearbeit leisten können. Der Fachkräftemangel in der Pflege wird sich weiter verschärfen. Der Beitrag, den digitale Technologien leisten können, um professionelle Pflegefachkräfte, aber auch pflegende Angehörige zu entlasten, wird bisher bei weitem noch nicht ausgeschöpft.

"Showrooms" für die Fachöffentlichkeit
Mit dem "Pflegeinnovationszentrum", startet jetzt unter Beteiligung der Universität Bremen ein auf fünf Jahre angelegtes Projekt, das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit vier Millionen Euro gefördert wird. Dort gehört es zum Programm "Zukunft der Pflege: Mensch-Technik-Interaktion für die Praxis". Das Oldenburger Institut für Informatik (OFFIS) wird das Pflegeinnovationszentrum koordinieren. Von der Universität Bremen sind Professorin Karin Wolf-Ostermann vom Institut für Public Health und Pflegeforschung und Professor Heinz Rothgang vom SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik, maßgeblich involviert.

Ziel ist es, ein Kompetenzzentrum für Innovationen in der Pflege aufzubauen, das bedarfsgerechte technische Neuerungen zur Unterstützung der Pflege entwickelt, Produkte am Markt und aus Forschungsprojekten erprobt, sowie die Ergebnisse in Laboren und "Showrooms" für die Fachöffentlichkeit, aber auch für die Aus- und Weiterbildung zugänglich macht.

Bremer Forschungsziele
Während auf der einen Seite in den letzten Jahren eine Vielzahl technologischer Lösungen entwickelt wurde, ist eine Integration dieser Entwicklungen in den pflegerischen Alltag bisher nur punktuell gelungen. Bedarfe und die Umsetzung in den Alltag der Pflegenden wurden oft nicht von vornherein mitgedacht. Ziel des Pflegeinnovationszentrums ist es, die konkreten Bedarfe aus Sicht der Pflegenden und Pflegebedürftigen bereits in die Entwicklungsprozesse einzubeziehen. Bestehende Vorbehalte sowie die Ablehnung einer zunehmenden Technisierung und Digitalisierung der Pflege müssen bei der Entwicklung von technischen Innovationen berücksichtigt werden. Wie kann das gelingen? Zentraler Ansatz ist, dass Technik die menschliche Zuwendung in der Pflege nicht ersetzt, sondern diese im Gegenteil unterstützt, indem die Pflegekräfte von anderen Tätigkeiten entlastet werden. Zu den Aufgaben der Bremer Forscher und Forscherinnen gehört zudem die Bewertung der Effektivität und Effizienz der neu entwickelten technischen Innovationen.

Realitätsgetreue Labore einrichten
Im Rahmen des Projekts werden vier realitätsgetreue Labore für verschiedene Pflegesituationen (häusliche Pflege, Pflege in Heimen, Pflege in Kliniken, Pflegedienst-/Kommunikationszentrale) aufgebaut, in denen technologische Entwicklungen einerseits erprobt, andererseits aber auch zur Demonstration und Weiterbildung genutzt werden können. Da sich durch technologische Innovationen auch neue Qualifikationsanforderungen an die Pflegefachkräfte stellen, werden im Rahmen des Projekts auch Qualifikationsmodule für die Pflegeausbildung entwickelt und getestet.

Weitere Informationen:
Pressemitteilung Nr. 056/2017 des Bundesministerium für Bildung und Forschung vom 01.06.2017:
Pflege von Angehörigen und Patienten erleichtern. BMBF fördert neuen Cluster "Zukunft der Pflege" und bundesweit erstes Pflegeinnovationszentrum

Kontakt:
Prof. Dr. Karin Wolf-Ostermann
Institut für Public Health und Pflegeforschung
Abteilung: Pflegewissenschaftliche Versorgungsforschung
Tel.: +49 421 218-68960
E-Mail: wolf-ostermann@uni-bremen.de


Kontakt:
Prof. Dr. Heinz Rothgang
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58557
E-Mail: rothgang@uni-bremen.de

Lehrbuch VersorgungsforschungLehrbuch Versorgungsforschung
Gerd Glaeske (SOCIUM, Universität Bremen) legt als Mitherausgeber einen aktualisierten Wegweiser zur Theorie und zum Stand der Versorgungsforschung und zu Themen für die Optimierung des Gesundheitswesens vor.

Der demografische Wandel und gesellschaftliche Veränderungen stellen das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund ist das Ziel der Versorgungsforschung, zur Verbesserung der Kranken- und Gesundheitsversorgung beizutragen und Über-, Unter- und Fehlversorgungen zu vermeiden. Das "Lehrbuch Versorgungsforschung" thematisiert die dafür notwendigen Wissensgrundlagen und methodischen Instrumente der Versorgungsforschung in ihrer gesamten Bandbreite. Gleichzeitig ist es Ausdruck für eine immer wichtiger werdende Disziplin und deren rasanter Entwicklung in den letzten Jahren. Insbesondere die theoretischen Grundlagen und zentralen Forschungsmethoden und deren problem- und krankheitsbezogene Anwendung finden vertiefte Berücksichtigung.

Neben den vier Herausgebern und Gründungsmitgliedern des Deutschen Netzwerks Versorgungsforschung (DNVF) stellt ein renommiertes Team von 76 Autoren aus den Bereichen Medizin, Gesundheitswissenschaften, Soziologie, Pharmazie und Gesundheitsökonomie weitere zentrale Themen vor, wie z.B. die Rolle von Patienten und deren Partizipation in der Versorgung, die Aufgabe von Berufsgruppen und Institutionen, die Rahmenbedingungen und Systemfaktoren sowie krankheitsübergreifende Querschnittsthemen. Hier seien exemplarisch der medizinische Bedarf von älteren Menschen und Menschen mit Behinderung sowie die Arzneimittelversorgung, die Pflege und die Prävention genannt.

Um die Aktualität auch längerfristig zu gewährleisten, sind diverse Kapitel mit einem QR-Code versehen und werden in erforderlichen Zeitabständen aktualisiert.


Kontakt:
Prof. Dr. Gerd Glaeske
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58559
E-Mail: gglaeske@uni-bremen.de

Prof. Dr. Heinz RothgangProf. Dr. Heinz Rothgang
Die Mundgesundheit Pflegebedürftiger steht im Fokus des Projektes "MundPflege".

Nachdem im Dezember 2016 bereits ein von Professor Rothgang in der Versorgungsforschung beantragtes Projekt zur "Bedarfsgerechtigkeit der medizinischen Versorgung Pflegebedürftiger in stationären Einrichtungen (MVP-STAT)" mit einem Fördervolumen von 854.905 € bewilligt wurde, erhielt das SOCIUM nun eine zweite Bewilligung mit einem Fördervolumen von 850.702 €. Ziel dieses von Professor Rothgang in der zweiten Förderwelle der neuen Versorgungsformen beantragten Projektes ist es, mittels einer neuen Versorgungsform die Mundgesundheit ambulant versorgter Pflegebedürftiger zu erhalten und zu verbessern. Hierdurch wird die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität Pflegebedürftiger gestärkt, die unter anderem durch Schmerzfreiheit sowie die Fähigkeiten zum adäquaten Zerkleinern und Schlucken von Nahrung, zum Sprechen und zur sozialen Teilhabe bestimmt wird.

Das dreijährige Projekt wird am SOCIUM in Kooperation mit dem BKK Dachverband e.V. und dem Kompetenzzentrum für Klinische Studien Bremen der Universität Bremen unter Beteiligung der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen im Lande Bremen und Niedersachsen, des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste, der LandesArbeitsGemeinschaften der Freien Wohlfahrtspflege Bremen und Niedersachsen, und der Deutschen Gesellschaft für Alterszahnmedizin durchgeführt. Beteiligte Krankenkassen sind die BAHN-BKK, die SBK - Siemens-Betriebskrankenkasse, die atlas BKK ahlmann, die Betriebskrankenkasse Deutsche Bank AG, die energie-BKK, die pronova BKK, und die Novitas BKK.

In dem Modellprojekt gem. § 63 Abs. 2 SGB V erfolgen eine zugehende zahnärztliche Statuserhebung der Mundgesundheit ambulant versorgter Pflegebedürftiger und, unter Beachtung der zahnärztlichen Delegationsgrundsätze gemäß Zahnheilkundegesetz, die Erbringung von Prophylaxeleistungen mit Einbezug der Pflegepersonen durch fortgebildete Zahnmedizinische Fachangestellte.

Die neue Versorgungsform wird unter der Leitung von Professor Falk Hoffmann (Universität Oldenburg) in einer zweiarmigen randomisierten kontrollierten Studie (RCT) unter Einbezug von BKK-Routinedaten inklusive Verknüpfung von Primär- und Sekundärdaten evaluiert.

Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) vergibt in den Jahren 2016 bis 2019 Fördermittel von jeweils 300 Millionen Euro pro Jahr. Davon werden jährlich 225 Millionen Euro für die Forschung zu neuen Versorgungsformen und 75 Millionen Euro für den Bereich Versorgungsforschung vergeben.

Weitere Informationen zum Projekt:
Mundgesundheit bei Pflegebedürftigen (MundPflege)


Kontakt:
Prof. Dr. Heinz Rothgang
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58557
E-Mail: rothgang@uni-bremen.de

Prof. Dr. Heinz RothgangProf. Dr. Heinz Rothgang
Projekt zur "Bedarfsgerechtigkeit der medizinischen Versorgung Pflegebedürftiger in stationären Einrichtungen (MVP-STAT)" bewilligt.

Im Rahmen des Innovationsfonds wurden im Jahr 2016 Fördermittel von insgesamt 300 Millionen Euro vergeben. Davon wurden 225 Millionen Euro für die Forschung zu neuen Versorgungsformen und 75 Millionen Euro im Bereich Versorgungsforschung vergeben. Darunter befindet sich ein Projekt des SOCIUM.

Primäres Ziel des von Professor Rothgang (SOCIUM) in der Versorgungsforschung beantragten Projektes ist der Erkenntnisgewinn über die Bedarfsgerechtigkeit der haus- und fachärztlichen Versorgung Pflegebedürftiger in Pflegeheimen als Voraussetzung für die Schaffung einer bedarfsgerechteren medizinischen Versorgung in diesem Setting.

Das dreijährige Projekt mit einem Fördervolumen von 854.905 € wird am SOCIUM in Kooperation mit dem Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP), dem Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) und dem Kompetenzzentrum für Klinische Studien Bremen (KKSB) unter Beteiligung der AOK Bremen/Bremerhaven, der Bremer Heimstiftung, des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), der LandesArbeitsGemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Bremen (LAG) und des Hausärzteverbands Bremen durchgeführt.

Zunächst werden auf Basis von GKV-Routinedaten Unterschiede in der haus- und fachärztlichen Versorgung Pflegebedürftiger in Pflegeheimen im Vergleich zu Pflegebedürftigen im ambulanten Bereich sowie Nicht-Pflegebedürftigen erfasst. Identifizierte Versorgungsunterschiede werden daraufhin mittels standardisierter Assessments im Rahmen einer Primärdatenerhebung auf das Vorliegen von Über-, Unter- und/oder Fehlversorgung bewertet. Die Erklärung vorliegender (nicht) bedarfsgerechter Versorgung erfolgt auf Grundlage einer retrospektiven Analyse der mit den Primärdaten mittels Record Linkage verknüpften GKV-Routinedaten sowie anhand von Fallrekonstruktionen. Auf Basis der auf diese Weise erstmals erhobenen und erklärten Versorgungsdefizite werden Verbesserungspotentiale und Lösungsansätze partizipativ in Fokusgruppengesprächen abgeleitet. Darauf aufbauend wird im Rahmen eines Delphi-Verfahrens ein Modellprojekt entwickelt und abschließend pilotiert. Insgesamt soll das Projekt so zu einer Verbesserung der Bedarfsgerechtigkeit der medizinischen Versorgung Pflegebedürftiger in stationären Einrichtungen beitragen.

Weitere Informationen zum Projekt:
Bedarfsgerechtigkeit der medizinischen Versorgung Pflegebedürftiger in stationären Einrichtungen (MVP-STAT)


Kontakt:
Prof. Dr. Heinz Rothgang
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58557
E-Mail: rothgang@uni-bremen.de

Träger des Berninghausen-Preises 2016 (v.l.n.r.): Natascha Ueckmann, Julia Borst, Ansgar Gerhardus, Heinz Rothgang und Michael Claridge. © Harald Rehling/Universität BremenTräger des Berninghausen-Preises 2016 (v.l.n.r.): Natascha Ueckmann, Julia Borst, Ansgar Gerhardus, Heinz Rothgang und Michael Claridge. © Harald Rehling/Universität Bremen
Heinz Rothgang erhält den Berninghausen-Preis für hervorragende Lehre.

Das Humboldt’sche Ideal, wonach gute Forschung und ebensolche Lehre einander bedingen, kommt im universitären Alltag häufig zu kurz. Hoher Andrang, hoher Aufwand, wenig Zeit - es gibt viele Gründe, warum Studierende nicht selten auch an Universitäten „frontal unterrichtet“ werden. Heinz Rothgang und Ansgar Gerhardus aus dem Master-Studiengang „Public Health“ sind daran gegangen, das mit einem dreisemestrigen Forschungslehrprojekt grundlegend zu ändern. Das Studium von Public Health - Gesundheitsversorgung, -ökonomie und -management ist gleichermaßen praxisbezogen wie interdisziplinär, setzt aber fundiertes Theorie- und Methodenwissen voraus. Weil viele Studierende aus der Praxis kommen und dorthin zurück wollen, blieb der Forschungsgehalt des Studiums häufig genug auf der Strecke.

Das dreisemestrige Forschungslehrprojekt organisiert daher die Studierenden in Kleingruppen, die wissenschaftlich fundierte Interventions- und Evaluationskonzepte zu einem von ihnen ausgewählten aktuellen Gesundheitsthema entwickeln. Dabei bleibt es jedoch nicht. In Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen wie etwa Krankenkassen oder Kliniken setzen die Studierenden ihre Konzepte auch um. Forschung wird erfahrbar, Forschungsergebnisse bekommen eine glaubwürdige Grundlage und Studierende sind besonders motiviert.

Der Studiengang Public Health hat mittlerweile sein Lehrkonzept ganz auf diese Projektarbeit umgestellt. Die Rückmeldungen der Studierenden geben dem recht. Die Verbindung aus Forschung und Lehre, Theorie und Praxis, Anleitung und eigenständigem Arbeiten, Universität und externen Partnern kommt gut an.

Der Berninghausen-Preis wird seit 1992 von der Gesellschaft der Freunde der Universität Bremen und der Jacobs University Bremen vergeben und ist mit je 2.000 Euro dotiert.

Weitere Informationen:
Weser Kurier: "Enges Rennen um Preis für hervorragende Lehre" vom 10. November 2016


Kontakt:
Prof. Dr. Heinz Rothgang
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58557
E-Mail: rothgang@uni-bremen.de

Autorenteam des SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik der Universität Bremen erstellt Pflegereport 2016 im Auftrag der BARMER GEK.

Heute wurde auf der Bundespressekonferenz der neunte BARMER GEK Pflegereport vorgestellt. Darin wurden insbesondere die Auswirkungen der jüngsten Pflegereformen auf die Versorgung der Pflegebedürftigen untersucht. Die Arbeitsgruppe des SOCIUM unter Leitung von Professor Heinz Rothgang, bestehend aus Thomas Kalwitzki, Rolf Müller, Rebecca Runte und Rainer Unger, untersucht dabei auch die regionalen Unterschiede der Bedarfslagen und der Angebotsstrukturen. Wesentliche Datengrundlagen sind die Pflegestatistik, die rund 2,6 Millionen Pflegebedürftige ausweist, das sozio-ökonomische Panel und die Routinedaten der BARMER GEK, die rund zehn Prozent der Bevölkerung abbilden.

Zentrale Ergebnisse des Reports sind:

  1. Die bisherigen Schritte der Pflegereform zeigen Wirkung. Im Pflege-Neuausrichtungsgesetz (2012) und dem Ersten Pflegestärkungsgesetz (2015) wurden gezielt Leistungen für Menschen mit Demenz verbessert und die Möglichkeiten, Verhinderungspflege und Teilzeitpflege in Anspruch zu nehmen, flexibilisiert. Tatsächlich zeigt sich eine deutliche Steigerung der Inanspruchnahme gerade dieser Leistungen. Auch bei der zahnmedizinischen Versorgung in Pflegeheimen, die ebenfalls Gegenstand diverser Neuregelungen war, zeigen sich Verbesserungen.

  2. Die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs im PSG II ist eine sehr großzügige und damit auch sehr teure Reform. Nach im Report vorgestellten Berechnungen ist für 2017 mit Mehrausgaben im Vergleich zum Status quo von mehr als 7 Mrd. Euro zu rechnen. Gleichzeitig werden durch eine Beitragssatzsteigerung Mehreinnahmen generiert, die aber auch in Verbindung mit den Überschüssen, die die Pflegeversicherung derzeit erzielt, nicht ausreichen, die Mehrkosten zu finanzieren. Für 2017 ist daher mit einem strukturellen Defizit von mehr als 3 Mrd. Euro zu rechnen.

  3. In Pflegeheimen führen die Mehrausgaben zu einer finanziellen Entlastung der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen sowie subsidiär der Sozialhilfeträger. Die Einnahmen der Pflegeheime steigen dagegen nicht entsprechend. Die Reform führt daher nicht zu einer besseren Personalausstattung der Pflegeheime. Sollen die Personalschlüssel in Heimen merklich verbessert werden, sind hierzu in den nächsten Jahren weitere Reformanstrengungen notwendig.

  4. Bei Betrachtung der Situation auf Länderebene zeigen sich sehr große Unterschiede. Diese beziehen sich auf die Entwicklung der Zahl der Pflegebedürftigen ebenso wie auf die Anteile der stationär, ambulant und mit Pflegediensten versorgten Pflegebedürftigen, die Kapazitäten des ambulanten und stationären Sektors und das Ausmaß der zukünftigen Personallücke in der Pflege. Diese Unterschiede machen deutlich, dass Pflege regional bzw. lokal gedacht und geplant werden muss.

Download:
BARMER GEK Pflegereport 2016
Statement von Prof. Rothgang anlässlich der Pressekonferenz am 24.11.2016
Folienvortrag von Prof. Rothgang anlässlich der Pressekonferenz am 24.11.2016


Kontakt:
Prof. Dr. Heinz Rothgang
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58557
E-Mail: rothgang@uni-bremen.de

Dr. rer. pol. Rolf Müller
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58554
E-Mail: rmint@uni-bremen.de

Preis für Lehrveranstaltung "Themenfindung Forschungsprojekt" in der Kategorie "Hervorragend gestaltete Lehrveranstaltung im Sinne des forschenden Lernens im Master".

Professor Rothgang ist zusammen mit Professor Ansgar Gerhardus für ihre Master-Lehrveranstaltung "Themenfindung Forschungsprojekt" in der Kategorie "Hervorragend gestaltete Lehrveranstaltung im Sinne des forschenden Lernens im Master" mit dem diesjährigen Berninghausen Preis geehrt worden. Ihre Lehrveranstaltung zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass die Studierenden ihre Arbeiten zusammen mit Praxispartnern etwa in Krankenhäusern oder mit Krankenkassen erstellen konnten und auch ihre Themen selber wählen durften. Die Jury zeigte sich besonders von dem realen Bezug zu ihrem künftigen Arbeitsfeld in einer sehr frühen Studienphase beeindruckt.

Weitere Informationen:
Beitrag Buten un Binnen: "Hervorragende Lehre an der Uni Bremen" vom 8. November 2016
Pressemitteilung der Uni Bremen vom 9. November 2016


Kontakt:
Prof. Dr. Heinz Rothgang
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58557
E-Mail: rothgang@uni-bremen.de

Innovationsreport 2016Innovationsreport 2016
Fünf Jahre AMNOG und Bewertungen neuer Arzneimittel aus dem Jahre 2013.

Der vorliegende Innovationsreport, der von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des SOCIUM verfasst wurde (Boeschen, Fuchs, Günther und Glaeske) erscheint nun zum vierten Mal seit dem Jahr 2013. In ihm werden schwerpunktmäßig 23 Arzneimittel bewertet, die im Jahr 2013 neu in den deutschen Markt eingeführt wurden, zum einen im Hinblick auf ihren therapeutischen Nutzen nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin, zum anderen bezüglich ihrer Marktentwicklung und Versorgungsrealität in den Jahren 2013 und 2014 auf der Basis von Routinedaten der Techniker Krankenkasse.

Am 1. Januar 2011 trat das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) in Kraft, mit dem ohne Ausnahme alle neuen Arzneimittel, die für die Versicherten in der Gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden, auf ihre Wirksamkeit und vor allem ihren Nutzen für die Patienten geprüft werden. Insgesamt wurden seit 2011 156 Verfahren abgeschlossen.

Fasst man die Ergebnisse zusammen, so wurde immerhin in 56,4 Prozent der Verfahren ein Zusatznutzen der neuen Arzneimittel gegenüber einer zweckmäßigen Vergleichstherapie bestätigt. Dieses günstige Verhältnis hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) schon anlässlich der Bewertung des hundertsten Wirkstoffes zum Jahresende 2014 herausgestellt. Seinerzeit wurde auch noch einmal nach dem Grad des Zusatznutzens differenziert: Danach war in 21 Prozent der Fälle ein beträchtlicher Zusatznutzen festgestellt werden, im Bereich der Onkologika waren es sogar 43 Prozent. Ein geringer Zusatznutzen zeigte sich bei 26 Prozent der untersuchten Fälle, in acht Prozent der Fälle war der Nutzen nicht quantifizierbar. Oft ergab sich allerdings kein Zusatznutzen für das gesamte Indikationsgebiet, vielmehr wurde er nur für bestimmte Teilpopulationen ausgesprochen (ca. 40 Prozent), die dann auch nur für einen relativ geringen Teil der Patienten einen Vorteil bedeuteten (22 Prozent).

Es war die politische Absicht, dass mit dem AMNOG eine gesetzlich geregelte Differenzierung des Innovationsgrades neuer Arzneimittel eingeführt werden sollte, um unterscheiden zu können, ob und in welchem Ausmaß sie therapeutisch positiver zu beurteilen sind als bewährte und zweckmäßige Vergleichstherapien. Dieses Ziel wurde zwar in den meisten Fällen erreicht, nicht immer waren sich aber die Experten in der Bewertung einig, vielmehr gab und gibt es auch Diskrepanzen zwischen den Bewertungen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), das die für die Entscheidungen vorbereitenden Dossiers erstellt, und den abschließenden Entscheidungen des G-BA. Im Jahre 2014 wurden zum Beispiel vom IQWiG 36 Bewertungen für 33 Wirkstoffe erarbeitet (Orphan Drugs sind hier nicht eingeschlossen). Diesen Bewertungen hat sich der G-BA aber nicht in allen Fällen angeschlossen, zehnmal kam er zu einer anderen Einschätzung zum Zusatznutzen, jeweils fünfmal setzte er das maximale Ausmaß herauf beziehungsweise herab, immerhin eine Veränderungsquote von 30,3 Prozent. Denkbar ist, dass im IQWiG sehr streng nach der vorliegenden Evidenz bewertet wird, während der G-BA auch Versorgungsaspekte stärker in seinen Bewertungen einfließen lässt.

Wie schon im Innovationsreport 2015 entfällt nahezu die Hälfte der neuen Wirkstoffe auf den onkologischen Indikationsbereich. Betrachtet man die Ausgaben der Techniker Krankenkasse für die Arzneimittel-Neuheiten des Jahres 2013, so folgen viele dieser neuen Onkologika eng auf den Spitzenreiter Teriflunomid, einen Wirkstoff zur Behandlung der Multiplen Sklerose. Die Kostenexplosion in der Pharmakotherapie durch neu angebotene hochpreisige Arzneimittel, vor allem im Bereich Onkologie und Immunologie, überfordert die Ressourcen unseres solidarisch finanzierten Gesundheitssystems und erfordert dringend eine Weiterentwicklung der Kriterien für die Preisgestaltung und -festsetzung neuer Wirkstoffe, so jedenfalls eine der wesentlichen Forderungen des Innovationsreportes. Das AMNOG wurde als lernendes System eingeführt - es sollte daher auch dort weiter entwickelt werden, wo sich Defizite und Schwächen zeigen. Dies betrifft auch den Aspekt der Spätbewertung für viele Arzneimittel, bei denen unmittelbar nach der Zulassung noch zu wenig über den Patientennutzen bekannt ist. Dies betrifft letztlich die größte Anzahl der neu auf dem Markt angebotenen Arzneimittel, nämlich die Onkologika. Hier sind dringend Studien erforderlich, die in den drei Jahren nach der Zulassung die Behandlungsergebnisse dokumentieren und daher eine umfassendere Bewertung von Nutzen und Risiken ermöglichen. Auf dieser Basis sollte dann letztlich ein Erstattungspreis verhandelt werden. Das AMNOG zeigt ohne Zweifel positive Ansätze in der Bewertung neuer Arzneimittel, es sollte aber zugunsten von mehr Entscheidungssicherheit weiterentwickelt werden.

Download:
Langfassung: Innovationsreport 2016
Kurzfassung Innovationsreport 2016

Statement zur Pressekonferenz von Gerd Glaeske
Präsentation zur Pressekonferenz Gerd Glaeske


Kontakt:
Prof. Dr. Gerd Glaeske
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58559
E-Mail: gglaeske@uni-bremen.de