Geschichte des ZeS in den Jahren 2006-2010

Professor Philip Manow hat einen Ruf der Universität Bremen angenommen.

Philip Manow wird im Oktober 2010 seine Tätigkeit als Professor der Universität Bremen und als Leiter der Wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung am Zentrum für Sozialpolitik aufnehmen. Die Wirtschaftswissenschaftliche Abteilung wird er gemeinsam mit Professor Stefan Traub leiten.

Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen der Politischen Ökonomie, dem Wohlfahrtsstaatsvergleich, dem politischen System der Bundesrepublik und der Europäischen Integration. Zuvor war Manow an den Universitäten Heidelberg und Konstanz sowie am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung tätig.

Am Zentrum für Sozialpolitik wird Philip Manow insbesondere zum Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem Strukturwandel, Sozialpolitik und Parteienwettbewerb arbeiten. An der Universität Bremen wird er die Vorlesung Politik und Wirtschaft unterrichten sowie unter anderem Veranstaltungen zur Sozialpolitik, der Vergleichenden Politikwissenschaft und dem politischen System der Bundesrepublik anbieten.

Einer der neuen Mitarbeiter von Philip Manow wird Holger Döring, der zuvor Postdoktorand am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz war. Holger Döring untersucht in seinen Arbeiten die Wirkungsweisen und Effekte von politischen Institutionen. Er wird an der Universität Bremen Lehrveranstaltungen zur Vergleichendem Politikwissenschaft und zu Methoden der Politikwissenschaft anbieten.


Kontakt:
Prof. Dr. Philip Manow
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58580
E-Mail: manow@uni-bremen.de

v.l.n.r.: Steffen Hagemann, Simone Scherger, Anna Hokema, Thomas Lux v.l.n.r.: Steffen Hagemann, Simone Scherger, Anna Hokema, Thomas Lux
Im Oktober 2010 wird am Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen eine soziologische Nachwuchsforschungsgruppe zum Thema "Erbwerbstätigkeit jenseits der Rentengrenze im deutsch-britischen Vergleich" eingerichtet.

Simone Scherger, zurzeit noch Research Fellow am ESRC Centre for Research on Socio-Cultural Change der University of Manchester, wird damit von der Deutschen Forschungsgemeinschaft in das Emmy Noether-Programm für herausragende Nachwuchswissenschaftler aufgenommen.

Mit den im Emmy Noether-Programm bewilligten Mitteln wird Simone Scherger eine Nachwuchsgruppe aufbauen, die Formen und Bedingungen von Erwerbstätigkeit nach dem Übergang in den Ruhestand im deutsch-britischen Vergleich erforscht. Bezahlte Erwerbstätigkeit im Ruhestand stellt eine bisher atypische, aber immer häufiger auftretende Kombination von Erwerbstätigkeit, Zahlungen aus einer Altersrente und Lebensalter dar, die der Endgültigkeit des Übergangs in den Ruhestand entgegensteht. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gruppe werden sich mit Vorkommen, Strukturen sowie erwerbs- und familienbiographischen Bedingungen dieser Form von Erwerbstätigkeit beschäftigen, die biographische Bedeutung der Erwerbstätigkeit untersuchen und die gesellschaftspolitischen Diskurse um Arbeit, Alter und Alterssicherung beleuchten. Der Vergleich zwischen Deutschland und Großbritannien lässt dabei den Einfluss unterschiedlicher wohlfahrtstaatlicher Regelungen und Traditionen hervortreten. Die Kombination quantitativ-statistischer mit qualitativ-deutenden Methoden ermöglicht den Dialog zwischen struktur- und handlungstheoretischen Perspektiven.

Die Nachwuchsgruppe wird in der Abteilung Geschlechterpolitik im Wohlfahrtsstaat am Zentrum für Sozialpolitik angesiedelt sein und bereichert mit ihren Schwerpunkten in Lebenslaufforschung und Sozialpolitik das Profil der Soziologie an der Universität Bremen und der Bremen International Graduate School (BIGSSS).

Weitere Informationen: DFG: Emmy Noether-Programm


Kontakt:
Prof. Dr. Karin Gottschall
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58595
E-Mail: karin.gottschall@uni-bremen.de

Dr. Simone Scherger
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58569
E-Mail: simone.scherger@uni-bremen.de

Prof. Dr. Herbert ObingerProf. Dr. Herbert Obinger
Zum April 2010 hat Herbert Obinger die Position des Sprechers am Zentrum für Sozialpolitik übernommen.

Herbert Obinger löst damit Frank Nullmeier ab, der das Institut in den vergangenen drei Jahren mit Weitsicht geleitet und mit großem Engagement nach außen repräsentiert hat.

Der neue Sprecher Herbert Obinger ist seit 1998 Mitglied am ZeS. Seit 2007 leitet der Politikwissenschaftler zusammen mit Stephan Leibfried im Haus die Abteilung "Institutionen und Geschichte des Wohlfahrtsstaates".


Kontakt:
Prof. Dr. Herbert Obinger
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58567
E-Mail: herbert.obinger@uni-bremen.de

Ab dem Wintersemester 2010/11 bietet der Master Sozialpolitik am ZeS eine Schwerpunktbildung im Bereich European Labour Studies an.

Im Rahmen des Master-Studiengangs Sozialpolitik der Universität Bremen gibt es ab dem WiSe 2010/2011 die Möglichkeit zu einer interdisziplinär und europäisch ausgerichteten Schwerpunktbildung im Bereich European Labour Studies. Hierbei handelt es sich um ein zusätzliches Studienangebot im Ausland, das in Kooperation mit ausländischen Partneruniversitäten durchgeführt wird. Studierende, die an einer der Partneruniversitäten studieren, erhalten das internationale Zertifikat "Master Européen en Sciences du Travail (MEST)". Mit diesem Zertifikat werden die im Master-Studiengang Sozialpolitik erworbenen Fähigkeiten und Kompetenzen gezielt um ein internationales Profil erweitert.

Voraussetzungen für die Teilnahme am MEST-Programm
Das zusätzliche Studienangebot wird parallel mit dem Abschluss des Master-Studiengangs Sozialpolitik erworben. Bewerber, die im 4. Semester an einer ausländischen Partneruniversität studieren möchten, nehmen bis zum Ende des 2. Semester an mindestens 3 vorbereitenden englischsprachigen Lehrveranstaltungen teil, die zugleich auf das Pflichtprogramm des Master-Studienganges angerechnet werden. Jeweils bis zum 15. Juli eines jeden Jahres können sich Studierende für das Programm bewerben.

Voraussetzung für die Anmeldung zum Zertifikatsstudium

  • Erfolgreicher Abschluss von mindestens 2 Lehrveranstaltungen in englischer Sprache im Studiengang Master Sozialpolitik in den ersten beiden Studiensemestern.

  • Teilnahme an einer einführenden Lehrveranstaltung zum Thema „European Labour Studies“, die in der Regel im Sommersemester (2. Semester) angeboten wird.

  • Teilnahme an einem Sprachkurs „English for European Labour Studies“ bei nicht ausreichenden sprachlichen Vorkenntnissen. Dieser Kurs wird jeweils im Sommersemester und auch für die ausländischen Studierenden angeboten.

  • Nachweis des erforderlichen Sprachniveaus in Englisch, Französisch, Spanisch oder Italienisch (je nach Studienort).

  • Immatrikulation im Master-Studiengang Sozialpolitik.

Informationen zu Auswahl zur Teilnahme am Zertifikatsstudium,Voraussetzungen für die erfolgreiche Absolvierung des Zertifikatsstudiums, Vorbereitung auf das Auslandsstudium, Dauer des Auslandsstudiums, Zertifikate, Partneruniversitäten des Mest-Programms finden Sie unter "Weitere Informationen".

Weitere Informationen: 
European Labour Studies / MEST
European Masters Labour Studies Network


Kontakt:
Dr. Simone R. Haasler

Prof. Dr. Stefan TraubProf. Dr. Stefan Traub
Zum Oktober 2009 hat Professor Stefan Traub einen der beiden vakanten Abteilungsleiterposten übernommen.

Im Zentrum der Arbeiten an der wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung stehen die ökonomische Theorie der Gerechtigkeit mit ihren Auswirkungen auf Steuer- und Transfersysteme und soziale Sicherungssysteme, die Entwicklung der Alterssicherung in Industriestaaten vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und der Globalisierung und die Auswirkungen der Privatisierungspolitik in den OECD-Staaten.

Von besonderer Bedeutung ist die Grundlagenforschung im Bereich der ökonomischen Verteilungstheorie. Inwieweit spiegeln sich die Axiome der normativen Verteilungstheorie, zum Beispiel das Lorenzsche Axiomensystem, in den Gerechtigkeitsvorstellungen der Bevölkerung wieder? In experimentellen Studien werden Verteilungsnormen empirisch auf ihre Akzeptanz hin überprüft. Die Rolle individueller und gesellschaftlicher Gerechtigkeitsvorstellungen für die Entwicklung von Steuer- und Transfersystemen und der sozialen Sicherungssysteme, insbesondere der Rentenversicherung, wird theoretisch und empirisch analysiert.

Die Alterssicherung steht auch im Mittelpunkt eines neuen Forschungsprojekts zur Entwicklung der Alterssicherung in Deutschland, das zunächst den Aufbau eines Mikrosimulationsmodells auf Basis der gesetzlichen Regelungen und repräsentativen Panel-Daten erfordert.

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt der Abteilung ist der seit dem „goldenen Zeitalter“ des demokratischen Rechts- und Interventionsstaates zu beobachtende Rückzug des Staates aus unternehmerischen Tätigkeiten durch umfassende Privatisierungspolitik, die in den Bereichen der Daseinsvorsorge mit Regulierung gepaart ist, und Subventionsabbau. Basierend auf einer umfassenden Privatisierungsdatenbank für die OECD-Länder wird der Staatswandel im Bereich unternehmerischer Tätigkeiten empirisch beschrieben und erklärt. Abschließend werden dessen Wirkungen auf die soziale Wohlfahrt analysiert.


Kontakt:
Prof. Dr. Stefan Traub

Dr. Christian PetersDr. Christian Peters
Christian Peters übernimmt einen Teil des Aufgabengebietes von Gisela Hegemann-Mahltig, die ihren aktiven Dienst als Geschäftsführerin beendet hat.

Der Politikwissenschaftler war zuvor bei der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius in Hamburg zuerst als Volontär, danach als wissenschaftlicher Referent in den Bereichen Governance und Wissenschaft/Forschung beschäftigt.

Zu den Aufgaben, die er dort betreute, gehörten u.a. die Durchführung und Organisation der Bucerius Summer School on Global Governance, die Alumniarbeit sowie Beratungs- und Begutachtungstätigkeiten im Förderbereich der Stiftung.

Seine Universitätsausbildung führte Christian Peters über mehrere Stationen (Heidelberg, San Francisco, Hamburg und Berlin) nach Dresden und Paris, wo er im Januar 2008 an einem deutsch-französischen Graduiertenkolleg zu einem Thema der vergleichenden Politischen Kulturforschung promoviert wurde.

Quelle: ZeS report, 14. Jg., Nr. 2, Dezember 2009, S. 24


Kontakt:
Dr. Christian Peters

v.o.n.u.: Jens Böhrnsen; Barbara Riedmüller; Rolf Drechsler; Franz-Xaver Kaufmann (© Harald Rehling, Pressestelle Universität Bremen)v.o.n.u.: Jens Böhrnsen; Barbara Riedmüller; Rolf Drechsler; Franz-Xaver Kaufmann (© Harald Rehling, Pressestelle Universität Bremen)
In 20 Jahren auf Erfolgskurs: Das Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen gehört zu den Leuchttürmen des Wissenschaftsstandortes Bremen.

International sichtbare Publikationen, Integration in internationale Forschungsnetzwerke, Präsenz auf internationalen Kongressen und eine beeindruckende Drittmittelbilanz dokumentieren die Erfolgsgeschichte des ZeS. 2009 feiert das Zentrum für Sozialpolitik sein 20-jähriges Bestehen.

Am 14. Oktober hat Bürgermeister Jens Böhrnsen zur Festveranstaltung ins Bremer Rathaus eingeladen. Auf seine Eröffnungsrede folgten Grußbotschaften von Professorin Barbara Riedmüller (FU Berlin) und Professor Rolf Drechsler, Konrektor für Forschung der Universität Bremen. Den Festvortrag hielt Professor Franz-Xaver Kaufmann, emeritierter Soziologieprofessor der Universität Bielefeld und engagierter und kritischer Wegbegleiter des ZeS. Die Moderation lag in Händen des ZeS-Direktors Professor Frank Nullmeier.

Im Oktober 1988 beschloss der Akademische Senat der Universität Bremen, das ZeS als sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut an der Universität einzurichten. Eine Anschubfinanzierung durch die VolkswagenStiftung und die Bremer Landesregierung ermöglichte es, dass das ZeS zum Sommersemester 1989 seine Arbeit aufnahm. Seither führt die Einrichtung politikwissenschaftliche, soziologische, ökonomische und gesundheitswissenschaftliche Kompetenzen zur Erforschung sozialpolitischer Entwicklungen zusammen. Dazu gehören die Bereiche Alterssicherung, Arbeitsmarkt, Armut und Grundsicherung, Familie, Bildung und Gender sowie Gesundheit und Pflege. In der Verbindung von grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung bietet das Zentrum wissenschaftliche Ergebnisse, Politikberatung, Lehre und wissenschaftliche Nachwuchsförderung.

Heute arbeiten 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am ZeS, in enger Kooperation mit dem Sonderforschungsbereich „Staatlichkeit im Wandel“ (Sfb 597) und mit der durch die Exzelleninitiative geförderten Bremen International Graduate School of Social Sciences (BIGSSS). Die Drittmitteleinnahmen belaufen sich für 2008 auf 2,8 Mio. Euro.

Weitere Informationen: Bremer Uni-Schlüssel (BUS), Nr. 110, Dezember 2009, S. 2

Gisela Hegemann-MahltigGisela Hegemann-Mahltig
Die Geschäftsführerin des Zentrums für Sozialpolitik beendet ihren aktiven Dienst an der Universität Bremen.

Am 1. September 2009 hat Gisela Hegemann-Mahltig, Geschäftsführerin am Zentrum für Sozialpolitik (ZeS) der Universität, ihren aktiven Dienst beendet. Sie verlässt die Universität nach mehr als 30-jähriger Zugehörigkeit. Gisela Hegemann-Mahltig war wesentlich am Aufbau des Zentrums für Sozialpolitik beteiligt und führte mehr als 20 Jahre die Verwaltungsgeschäfte. Die ZeS-Verwaltung leitet jetzt Regine Metzentin.

Das Zentrum für Sozialpolitik hat im August 2009 Gisela Hegemann-Mahltig verabschiedet, die seit dem 21.10.1988 als Geschäftsführerin des damals noch in Gründung befindlichen ZeS gewirkt hat. Nach dem Studium der Soziologie bei Schelsky in Münster sowie Luhmann und Kaufmann an der Universität Bielefeld wechselte die in Iserlohn geborene Sauerländerin nach einigen Zwischenstationen an die Universität Bremen. Am Zentrum wirkte sie als Chefin aller Infrastruktureinheiten, als Integrationsmanagerin zwischen den Abteilungen, als Initiatorin und Chefredakteurin des ZeS reports sowie als kommunikatives Zentrum der ganzen Institution. Wir wünschen alles erdenklich Gute in der neuen, berufsfreien Lebensphase.

Quellen: 
ZeS report, 14. Jg., Nr. 2, Dezember 2009, S. 7
Bremer Uni-Schlüssel (BUS), Nr. 109, Oktober 2009, S. 10

Acht Studierende haben das Studium im Masterstudiengang Sozialpolitik inzwischen erfolgreich abgeschlossen.

Zur Gratulation dieser ersten Absolventinnen und Absolventen veranstaltete das Zentrum für Sozialpolitik am Freitag, 4. Juli 2008, eine kleine Feier im Barkhof, dem Standort des Zentrums für Sozialpolitik.

Vier Absolventinnen und Absolventen wurden im Rahmen der Feier geehrt, andere waren, z.T. beruflich, verhindert. Begleitet wurden sie teilweise von ihren Familien - Eltern, Geschwistern, Freunden, Kindern. Master-Studierende, die kurz vor Abschluss ihres Studium stehen und Studentinnen und Studenten aus den nachfolgenden Jahrgängen haben an der Feier ebenso teilgenommen wie ein Großteil der Dozentinnen und Dozenten, die die Seminare und andere Lehrveranstaltungen im Studiengang durchführen. In der gewohnten Umgebung des Barkhofs hatte die Feier einen nahezu familiären Charakter. Frank Nullmeier, u.a. Vorsitzender der Kommission für den Masterstudiengang Sozialpolitik, blickte auf die Anfänge des Studiengangs zurück, der - noch vor der erfolgreichen Akkreditierung im Frühjahr 2005 - im WiSe 2004/05 mit fünf Studierenden begonnen hatte. In der weiteren Entwicklung, so Nullmeier, bestätigte sich die grundsätzliche Linie, wenngleich Korrekturen im Einzelnen vorgenommen wurden. Die Zahl von mittlerweile 60 Studierenden zeugt vom Erfolg des Studiengangs. Mit Blick auf die Zukunft muss mit Zulassungsbeschränkungen gerechnet werden; die Zahl der Studieninteressenten übersteigt bei Weitem die Studienplatzzahl, die für einen anspruchsvollen Masterstudiengang als angemessen betrachtet werden kann.

Franziskus Dodel, einer der ersten Absolventen und Jutta Schmitz, Studierende kurz vor Studienabschluss, berichteten aus der Studierendenperspektive von ihren Erfahrungen im Studiengang - aus einem Jahrgang, der sich besonders dadurch auszeichnete, dass die Studierenden mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen - Studienabschlüssen, Herkunftsorten und -ländern, beruflichen Erfahrungen und familiären Situationen - das Studium aufgenommen hatten. Der Gruppe hat es genützt und es besteht große Einigkeit, auch in Zukunft den Kontakt zu halten. 

Mit der Überreichung der Urkunden an die erfolgreichen Absolventen endete der offizielle Teil und die verbleibende Zeit wurde für anregende Gespräche und Erfahrungsaustausch genutzt.

Die Masterarbeiten dokumentieren das breite Spektrum der Themen- und Politikfelder, mit denen sich die Studierenden im Sozialpolitikstudiengang beschäftigen. So geht es um:

  • die gesellschaftliche Bedeutung pflegender Angehöriger (Antje Eichler),

  • die Arbeitsmarktpolitik in Dänemark (Peter Taubert)

  • die Ausweitung öffentlicher und privater Schulen in OECD-Ländern (Leina Zhou),

  • die monetären Mindestbedarfsschwellen außerhalb des Systems der sozialen Sicherung in der Bundesrepublik Deutschland (Franziskus Dodel),

  • die Analyse der Determinanten des kindlichen Wohlbefindens in den Niederlanden (Marjet Melzer),

  • die Altersversorgung von Abgeordneten (Anna Caroline Wessel) und

  • die sozialen Dimension der nachhaltigen Entwicklung am Beispiel Costa Rica (Leena Rieger).

Häufig wird die Entwicklung in unterschiedlichen Ländern verglichen. Die Analysen reichen weit über die Bundesrepublik und Europa hinaus.


Über den Studiengang
Der viersemestrige Master-Studiengang Sozialpolitik ist auf die Ausbildung von Fachkräften für forschungsbezogene Tätigkeiten in wohlfahrtsstaatlichen und -gesellschaftlichen Einrichtungen sowie in sozialpolitisch orientierten Forschungseinrichtungen ausgerichtet. Das Studium qualifiziert gezielt für wissenschaftliche Tätigkeiten im Bereich der Sozialpolitikforschung, sowohl im Hochschulbereich als auch in Stabsbereichen nationaler und internationaler, staatlicher und kommunaler Verwaltungen, halbstaatlicher und privater Organisationen, in Planungsbüros wie Netzwerken. Der Studiengang ist sozialwissenschaftlich interdisziplinär ausgerichtet und integriert die sozialpolitisch relevanten Forschungsstränge aus den Disziplinen Soziologie, Ökonomie und Politikwissenschaft sowie der Recht- und Gesundheitswissenschaft.

Der Standort Bremen verfügt über ein einschlägiges und international anerkanntes Forschungsprofil im Bereich der Sozialpolitikanalyse. Mit dem Zentrum für Sozialpolitik hat die Universität Bremen die einzige in Deutschland auf Sozialpolitik spezialisierte und interdisziplinär arbeitende Forschungseinrichtung. Im Rahmen des Sonderforschungsbereichs Staatlichkeit im Wandel ist eine große Anzahl von Forschungsprojekten mit der Untersuchung des Wandels der westlichen Wohlfahrtsstaaten beschäftigt. Dies gilt auch für die Bremen International School of Social Sciences (BiGSSS), die im Rahmen der Exzellenzinitiative ausgezeichnete Institution der Graduiertenförderung an der Universität Bremen. Und auch die Gesundheitswissenschaften sind an der Universität Bremen mit einem ausgeprägten Forschungs- und Lehrschwerpunkt vertreten. Diese ausgebaute Forschungsinfrastruktur wird genutzt, um aufbauend auf den Bachelor-Studiengängen, vornehmlich der Politikwissenschaft und Soziologie, diesen auf Wohlfahrtsstaatsanalyse und Sozialpolitik spezialisierten forschungsbezogenen Master-Studiengang anzubieten. Ziel der Ausbildung ist die Befähigung zur praxisnahen sozialpolitischen Forschung auf internationalem Niveau.

Download: Líste der Masterarbeiten

Weitere Informationen: Masterstudiengang Sozialpolitik: Studienziele, Voraussetzungen, Studienorganisation

Prof. Dr. F. Nullmeier (Sprecher des ZeS) und Prof. Dr. B. Riedmüller (Vorsitzende des Beirats).Prof. Dr. F. Nullmeier (Sprecher des ZeS) und Prof. Dr. B. Riedmüller (Vorsitzende des Beirats).
Beirat bestätigt dem ZeS eine herausragende Erfolgsbilanz.

International sichtbare Publikationen, entwickelte Netzwerke in der internationalen Forschung, erfolgreiche Präsentationen auf internationalen Kongressen und eine beeindruckende Drittmittelbilanz machen das ZeS - so der Beirat des Zentrums für Sozialpolitik - zu einem der zentralen Institutionen des Wissenschaftsstandortes Bremen. Insbesondere der Verbund mit dem Sonderforschungsbereich Staatlichkeit im Wandel (Sfb 597) und mit der Bremen International Graduate School of Social Sciences (BIGSSS) prägen diese Erfolgsbilanz. Sie erfährt eine besondere Ergänzung durch vielfältige Aktivitäten des Wissenschaftstransfers in die sozialpolitische Praxis. Auch die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses wird positiv hervorgehoben.

Der Beirat des Zentrums für Sozialpolitik, ein Gremium, das sich aus ausgewiesenen Vertreterinnen und Vertretern der sozialpolitischen Forschung und Praxis zusammensetzt, hat das ZeS am 29. und 30. Mai 2008 evaluiert. Es handelte sich um die sechste Evaluation, der sich das ZeS bislang im Abstand von jeweils drei Jahren gestellt hat. 

v.li.n.re.: Die Beiräte Prof. Dr. A. Zimmer, Prof. Dr. E. Knappe, Prof. Dr. B. Riedmüller und Prof. Dr. J. Clasen. Im Hintergrund: Prof. Dr. H. Rothgang, ZeS.Die Evaluation richtete sich auf das ZeS als Ganzes wie auf die Arbeit der Abteilungen im Einzelnen: Die Abteilung Gesundheitsökonomie, Gesundheitspolitik und Versorgungsforschung stehe für die besondere Leistung der transferbezogenen Forschung. Die Projekte zu den Themen Legitimation und Organisation wie auch die demokratietheoretischen Arbeiten zur Sozialpolitik zeichnen die Arbeit der Abteilung Theorie und Verfassung des Wohlfahrtsstaates aus. Für die Abteilung Geschlechterpolitik im Wohlfahrtsstaat wird vor allem die Auswahl der Fallanalysen sowie deren Fokus - Aktivierung, Professionalisierung - hervorgehoben. Und in der Abteilung Institutionen und Geschichte des Wohlfahrtsstaates zeige sich insbesondere die Stringenz und Kontinuität 20jähriger Forschungsarbeit im ZeS.

v.li.n.re.: Die Beiräte Prof. Dr. F. Ruland und Dr. A. Knigge sowie Dr J. Schuster als Vertreter der Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales.Bezüglich der vergleichsweise geringen Grundausstattung des ZeS werden deutlich kritische Töne angeschlagen: Nachhaltig fordert der Beirat eine Verbesserung der infrastrukturellen Ausstattung. Angesichts der steigenden Arbeitsbelastung durch Lehre und Forschung bei gleichzeitig reformpraktischen Engagement in der Entwicklung neuer Studiengänge müssten Möglichkeiten der Kompensation geschaffen werden - etwa durch Entlastung in der Lehre, die durch Vertretungen aufzufangen wären wie auch durch eine deutliche Verbesserung der Grundausstattung.

Schließlich hebt der Beirat positiv hervor, dass es erfolgreich gelungen ist, die Nachfolge für die Leitung der Gesundheitswissenschaftlichen Abteilung und der Abteilung Institutionen und Geschichte des Wohlfahrtsstaates zu sichern. Allerdings müsse die Nachfolge für die Leitung der Wirtschaftswissenschaftlichen Abteilung noch positiv zum Abschluss gebracht werden (Nachfolge Winfried Schmähl).

Das Gremium setzt sich aus ausgewiesenen Vertreterinnen und Vertretern der sozialpolitischen Forschung und Praxis zusammen:

  • Prof. Dr. Jochen Clasen (University of Edinburgh)
  • Prof. Dr. Eckhard Knappe (Universität Trier)
  • Dr. Arnold Knigge (Staatsrat a.D., Bremen)
  • Prof. Dr. Barbara Riedmüller (Freie Universität Berlin)
  • Prof. Dr. Franz Ruland (Verband Deutscher Rentenversicherungsträger e.V.)
  • Prof. Dr. Jürgen Wasem (Universität Duisburg-Essen)
  • Prof. Dr. Annette Zimmer (Westfälische Wilhelms-Universität Münster)