Kollektives Enscheiden

Die AG Kollektives Entscheiden beschäftigt sich mit der theoretischen Konzeptionalisierung und empirischen Untersuchung von kollektiven Entscheidungsprozessen.

Politische Prozesse sind zunehmend von der Notwendigkeit geprägt, unter Bedingungen von Unsicherheit und Zeitknappheit immer weitreichendere Entscheidungen treffen zu müssen. Häufig sind Entscheidungen vor dem Hintergrund gravierender Interessen- oder Wertkonflikte zu fällen. Zudem geht es häufig um grundlegende Fragen der Verteilung von Ressourcen oder der Gestaltung des Gemeinwohls. Gleichzeitig werden verstärkt normative Erwartungen an politische Entscheidungsprozesse formuliert: So wird beispielsweise eine Steigerung der Legitimität und Qualität von Entscheidungen mit Forderungen nach stärkeren Partizipationsmöglichkeiten, höherer Transparenz oder größerer Expertise verbunden. Etablierte Entscheidungsmodi werden zunehmend hinterfragt: Sind Mehrheitsentscheidungen demokratischer als Konsensbildung, oder ist es genau umgekehrt? Sind Kompromisse lediglich Notlösungen? Fördert das Streben nach Einstimmigkeit die Inklusion aller Interessen und eine breitere Akzeptanz des Ergebnisses, oder doch eher Konformität und negative Formen von Gruppendynamik?

Die AG Kollektives Entscheiden nähert sich diesen zentralen Fragen und Herausforderungen sowohl auf der theoretisch-konzeptionellen Ebene als auch auf der Ebene empirischer Untersuchungen. Ein zentraler Arbeitsschwerpunkt liegt dabei in der experimentellen Politikforschung auf Basis von Laborexperimenten.

Aktuelle Arbeitsschwerpunkte:
Bedarfsgerechtigkeit und Verteilungsprozeduren (FOR 2104)

Abgeschlossene Projekte:
Wozu noch Anwesenheit? Kommunikative Figurationen im Feld der Politik und die Rolle von Face-to-Face-Interaktionen