Gewinner der Globalisierung? Zur Entstehung einer transnationalen fachlichen Elite in Europa

Die Kooperative Nachwuchsgruppe „Transnationalisierung der Gesellschaft, Politik und Wirtschaft“ ist aus Mitteln der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder für den Zeitraum März 2014 bis Oktober 2017 finanziert und untersucht die Mobilitätsmuster von europäischen hochqualifizierten Fachkräften in Deutschland.

Seit dem Vertrag von Maastricht in 1992 und dem damit etablierten Recht auf Freizügigkeit leben und arbeiten EU-Bürgerinnen und EU-Bürger zunehmend auch in anderen Mitgliedsländern. Im Gegensatz zu den klassischen Einwanderungswellen, wie die der Gastarbeiter in den 1960er und 1970er Jahren, sind diese EU-Binnenmigrantinnen und EU-Binnenmigranten überwiegend sehr mobil und hoch qualifiziert. Die EU-Osterweiterung und die Wirtschaftskrise, unter der insbesondere zahlreiche südeuropäische Länder leiden, hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass hochgebildete junge Erwachsene aus diesen Ländern vermehrt in Westeuropa nach beruflichen Perspektiven suchen.

Die Frage, ob diese räumliche Mobilität mit einer aufwärtsgerichteten sozialen Mobilität einhergeht, stellt das zentrale Forschungsinteresse der Nachwuchsgruppe dar. Der Fokus der Analyse liegt dabei auf sozialen Mobilitätsmustern von europäischen hochqualifizierten Fachkräften in Deutschland. Die Forschungsgruppe führt eine groß angelegte Umfrage sowie qualitative Folgeinterviews unter hochqualifizierten, vor kurzem nach Deutschland immigrierten Europäerinnen und Europäern durch. Eine systematische Analyse der EU-Binnenmigration liefert zudem ein besseres Verständnis der Entwicklung einer europäischen Gesellschaft.

Teilprojekte der Nachwuchsforschungsgruppe

  • Projektleiterin: Prof. Dr. Céline Teney

  • Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Regina Becker
    Regina Beckers Promotionsprojekt analysiert das Verhältnis von räumlicher und sozialer Mobilität, indem es inner-europäische Migrant/-innen (EU movers) mit denen, die nicht migrieren (EU stayers), in Bezug auf ihre soziale Mobilität vergleicht. Die eigene Bewertung der Migrationserfahrung wird dabei ebenso berücksichtigt wie objektive Kriterien.

  • Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Katharina Bürkin
    Katharina Bürkins Promotionsprojekt konzentriert sich auf individuelle Strategien und Ressourcen sowie subjektive Wahrnehmungen hochqualifizierter inner-europäischer Migrant/-innen. In einem transnationalen Kontext werden Migrationsprozesse nachgezeichnet sowie Faktoren identifiziert, die verschiedene Formen der Integration hemmen bzw. fördern.

  • Sekretariat und Übersetzung: Britta Plote