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Presse- und Kurzmitteilungen der Abteilung "Ungleichheitsdynamiken in Wohlfahrtsgesellschaften".

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Die Sektion Alter(n) und Gesellschaft der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) veranstaltet am 18. und 19. September 2015 in Bremen ihre Herbsttagung.

Immer mehr Menschen in Deutschland und vielen anderen Ländern arbeiten, obwohl sie das Rentenalter erreicht haben oder bereits Rentenzahlungen erhalten. Diese Arbeit kann verschiedene Formen annehmen: Von der fortgesetzten Vollzeittätigkeit bei Aufschub von Rentenzahlungen über Teilzeittätigkeiten, Mini-Jobs und Schwarzarbeit bis zu aufwandsentschädigten ehrenamtlichen Tätigkeiten. Die Grenzen zwischen bezahlter Erwerbstätigkeit und unbezahlten produktiven Aktivitäten verlaufen dabei manchmal fließend. Den unterschiedlichen Formen der Arbeit entsprechend variieren auch subjektive Bedeutungen und Gründe für Arbeit jenseits der Rentengrenze: Spaß an der Arbeit, soziale Kontakte, eine ausgeprägte berufliche Identität, der Wunsch nach einem gleitenden Übergang in den Ruhestand, aber auch finanzielle Notwendigkeit und der Wunsch nach Hinzuverdienst können Arbeit im Rentenalter motivieren.

Die gesellschaftliche Bedeutung von Arbeit im Rentenalter ist umstritten. Ihre Zunahme wird je nach Position des Betrachters auf sehr unterschiedliche Weise gedeutet und bewertet: Als eine beklagenswertes Fehlen des eigentlich wohlverdienten Ruhestands, als willkommene Flexibilisierung des Lebenslaufs und gelungene ‚Aktivierung‘ in der Lebensphase Alter, als ‚Lösung‘ für Probleme der demographischen Alterung, etwa der Finanzierung der Sozialsysteme und des Fachkräftemangels, oder aber als Ergebnis eines erfolgreichen Kampfes gegen Altersdiskriminierung.

Die tatsächliche strukturelle Bedeutung der späten Arbeit dürfte von der jeweils betrachteten Teilgruppe arbeitender Rentnerinnen und Rentner abhängen. Ebenso sind die gesellschaftlichen Ursachen der Zunahme von Arbeit im Alter vielfältig: Eine durchschnittlich bessere Gesundheit und höhere Bildung heutiger Rentenzugangskohorten, veränderte Ansprüche an die Lebensphase Alter, geringere allgemeine Arbeitslosigkeit und die Nachfrage nach hochqualifizierten Fachkräften, aber ebenso sinkende Rentenzahlungen und ein wachsender Niedriglohnsektor dürften zu diesem Trend beitragen. Neben individuellen Faktoren wie Bildung, Geschlecht und Gesundheit beeinflussen auch auf den Arbeitsplatz bezogene und betriebliche Gegebenheiten die späte Erwerbstätigkeit, und schließlich prägt auch die sozialstaatliche Rahmung die Neigung zu arbeiten – neben der Höhe, Zusammensetzung und Verteilung von Renteneinkommen sind hier etwa die Möglichkeit des Teilrentenbezugs oder Hinzuverdienstgrenzen (aktuell bei vorgezogenen Renten oder Grundsicherung im Alter) zu nennen.

Die Herbsttagung 2015 der Sektion „Alter(n) und Gesellschaft“ greift den Trend zur Arbeit jenseits der Rentengrenze auf und diskutiert seine Erscheinungsformen, Bedingungen und Folgen für die Lebensphase Alter. Mögliche Vortragsthemen umfassen folgende Fragen:

  • Welche Formen von Arbeit jenseits der Rentengrenze existieren? Welche Rolle spielen die Schattenwirtschaft und informelle Tätigkeiten? Wie werden diese unterschiedlichen Tätigkeiten subjektiv erfahren und gesellschaftlich gedeutet?

  • Wer arbeitet noch jenseits der Rentengrenze? Welche Erwerbsverläufe und Rentenübergänge führen eher zu später Erwerbstätigkeit und welche Rolle spielt Geschlecht dabei? Welche Prozesse sozialer Mobilität ergeben sich vor und nach Erreichen der Rentengrenze?

  • Wie beeinflussen organisatorische oder betriebliche, arbeitsmarktstrukturelle sowie sozialpolitische Einflüsse das Vorkommen und die Formen dieser Arbeit? Wie werden individuelle Verlängerungen des Erwerbslebens über die Rentengrenze hinaus auf der betrieblichen Ebene verhandelt?

  • Welche Bedeutung haben Armut, Lebensstandard und Konsumwünsche für die späte Erwerbstätigkeit, welche die Verfügbarkeit von und das Wissen über bedarfsgeprüfte Sozialleistungen (Grundsicherung im Alter)? In welchem Verhältnis stehen der Wunsch nach Arbeit und Rentenalter und seine Realisierung? Wie werden die entsprechenden Entscheidungen getroffen und welche Rolle spielen Haushalt, Partner und private Netzwerke dabei?

  • In welchem Verhältnis steht bezahlte Arbeit zu freiwilligem Engagement und weiteren produktiven Aktivitäten wie Pflege? Ist hier – individuell und gesellschaftlich – eher von einem Konkurrenzverhältnis auszugehen oder von einer Kumulation verschiedener Tätigkeiten?

  • Welche sozialwissenschaftlichen Theorien und Konzepte können zur Erklärung von Arbeit jenseits der Rentengrenze herangezogen werden, wie können sie untersucht werden und wie schneiden sie im vergleichenden empirischen Test ab?

  • Welche Folgen hat Arbeit im Rentenalter für die Lebensphase Alter und die institutionalisierte Rentengrenze, auch in breiter historischer Perspektive? Verlieren Altersgrenzen im Erwerbsleben und für den Rentenempfang an Bedeutung?

  • Welche Implikationen hat die Ausweitung der späten Arbeit für Arbeitsmarktstrukturen und soziale Ungleichheiten? Führt die Zunahme von Arbeit im Rentenalter eher zu mehr oder weniger Ungleichheiten im Alter?

  • In welcher Weise wird Arbeit im Alter gesellschaftlich debattiert und bewertet? Welche Rolle spielen Reformprozesse sowie unterschiedliche (nationale und internationale) Akteure und Wohlfahrtskulturen dabei?

  • Welche praxisbezogenen sozial- und arbeitsmarktpolitischen oder betrieblichen Konzepte beziehen sich auf Arbeit im Rentenalter, einen gleitenden Übergang in die Rentenphase oder verlängerte Erwerbskarrieren im Allgemeinen? Wovon hängt ihre erfolgreiche Umsetzung ab?

Die erbetenen Beiträge können sich sowohl in theoretisch-konzeptioneller als auch in empirischer (quantitativer, qualitativer oder methodenkombinierender) Perspektive auf die oben genannten oder verwandte Fragen beziehen; gesellschaftsvergleichende Zugänge sind besonders willkommen.

Wir bitten um Zusendung entsprechender Exposés im Umfang von bis zu 400 Wörtern bis zum 30. Juni 2015 an abstracts-hb@sektion-altern.de

Download: Call for Papers


Kontakt:
Dr. Simone Scherger
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58569
E-Mail: simone.scherger@uni-bremen.de

Simone Scherger, Steffen Hagemann: Concepts of Retirement and the Evaluation of Post-Retirement Work. Positions of Political Actors in Germany and the UK

In Debatten um Rentenreformen spielen Vorstellungen darüber, was die Lebensphase des Ruhestands ist oder sein sollte, und darauf bezogene moralische Argumente eine wichtige Rolle. Diese Vorstellungen sind zum einen von der jeweiligen Wohlfahrtskultur geprägt, zum anderen hängen sie eng mit den Interessen und Ansichten der an den Debatten beteiligten Akteure zusammen.

In diesem Arbeitspapier untersuchen wir die Bedeutung, die bestimmte kollektive Akteure in Deutschland und Großbritannien dem Ruhestand als Lebensphase zuschreiben, sowie ihre Bewertung von bezahlter Arbeit jenseits der Rentengrenze, die eine Ausnahme vom 'normalen' Ruhestand darstellt. Zu diesem Zweck analysieren wir Interviews mit Experten von Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden und von in diesem Feld relevanten gemeinnützigen Organisationen. Neben den Interviews, die im Rahmen eines größeren vergleichenden Projekts geführt wurden, werden außerdem politische Dokumente (insbesondere Positionspapiere) der gleichen Organisationen einbezogen. Unsere Analyse der Interviews und Dokumente zeigt, dass vergleichbare Akteure in verschiedenen Ländern auch ähnliche Ruhestandskonzepte vertreten: Gewerkschaften und zumindest einige der betrachteten gemeinnützigen Organisationen sprechen sich für Ruhestand als soziales Recht und als eine klar abgegrenzte, idealerweise arbeitsfreie Lebensphase aus. Im Gegensatz dazu vertreten Arbeitgeberverbände ein weniger gehaltvolles Ruhestandskonzept. Gleichzeitig beziehen sich alle Akteure auf Ideen, die Teil der jeweiligen Wohlfahrtskultur sind, wenn sie moralisch rechtfertigen, was der Ruhestand in ihren Augen sein sollte.

Download: ZeS Arbeitspapier 04/2014

Prof. Dr. Karin GottschallProf. Dr. Karin Gottschall
Professorin Karin Gottschall, Soziologin an der Universität Bremen, ist heute, am 26. August 2014, in den Aufsichtsrat des städtischen Klinikverbunds Gesundheit Nord (Geno) berufen worden.

Der Aufsichtsrat der Gesundheit Nord ist ein Kontrollgremium und überwacht die Arbeit der Geschäftsführung. Die Aufsichtsratsmitglieder können zudem ihr spezielles Know-How und ihre Sichtweise einbringen und Nachfragen stellen, zum Beispiel hinsichtlich der Personalentwicklung oder medizinstrategischer Fragestellungen. "Der Aufsichtsrat eines so großen kommunalen Klinikverbundes beeinflusst auch die institutionelle Gesundheitspolitik in Bremen. In Zeiten angespannter öffentlicher Haushalte einen effizienten Mitteleinsatz und eine hohe Versorgungsqualität zu gewährleisten ist nicht einfach. Dass ich dabei mitwirken kann, empfinde ich als eine große Ehre", freut sich Karin Gottschall auf die neue Herausforderung.

Hintergrund ist der Beschluss, die bisher eigenständigen vier Kliniken unter dem Dach der Gesundheit Nord zu verschmelzen. Daran gekoppelt war die Entscheidung, das Geno-Kontrollgremium auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite um jeweils einen Sitz zu erweitern – insgesamt von zwölf auf 14 Mandate.

Karin Gottschall (Jahrgang 1955) ist seit 1999 Professorin für Soziologie und Abteilungsleiterin im Zentrum für Sozialpolitik an der Universität Bremen. Sie studierte Sozialwissenschaften an der Universität Göttingen und promovierte mit einer Arbeit über geschlechtsspezifische Arbeitsteilung in großbetrieblichen Verwaltungen. Auslandsaufenthalte führten sie an die New York University und als Gastdozentin an das Institut für Höhere Studien Wien. Bevor sie den Ruf an die Universität Bremen erhielt, habilitierte sie sich an der Uni Göttingen mit einer Arbeit über den neueren deutschen soziologischen Diskurs zu sozialer Ungleichheit und Geschlecht. Von 2004 bis 2007 wirkte die gefragte Soziologin als Direktorin und stellvertretende Direktorin der Graduate School of Social Sciences (GSSS/BIGSSS) der Universität Bremen, einer internationale Graduiertenschule, die mit Mitteln der Exzellenzinitiative gefördert wird. Als Leiterin der Abteilung Geschlechterpolitik im Wohlfahrtstaat beschäftigt sie sich vor allem mit Fragen zum Strukturwandel von Erwerbsarbeit und Lebensformen, zum Staat als Arbeitgeber und zu Sozialstaatsreformen in den Bereichen Erziehung, Bildung und soziale Dienstleistungen.


Kontakt:
Prof. Dr. Karin Gottschall
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58595
E-Mail: karin.gottschall@uni-bremen.de

Sozialwissenschaftler der Universität Bremen richten internationale Tagung aus.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Bremen veranstalten in der kommenden Woche einen hochrangigen internationalen Experten-Workshop zur soziologischen Datenerhebung bei schwer zu erreichenden Bevölkerungsgruppen. Die Tagung trägt den Titel "Protocol development for hard-to-reach and hard-to-identify groups in living conditions surveys to enhance cross-country comparative research" (Entwicklung von Leitlinien zur Befragung von schwer identifizierbaren und erreichbaren Bevölkerungsgruppen in international vergleichenden Umfragen).

Eingeladen haben die Bremer Internationale Graduiertenschule für Sozialwissenschaften (BIGSSS) gemeinsam mit dem Zentrum für Sozialpolitik (ZeS) der Universität. 28 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler - Soziologen, Politikwissenschaftler und Ökonomen aus elf Ländern, unter anderen den USA, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Irland und Ungarn - werden sich am Montag, 28. April 2014 für drei Tage in Bremen treffen. Im Zentrum des wissenschaftlichen Austauschs steht eine international vergleichbare Datenerhebung bei besonders armutsgefährdeten Bevölkerungsgruppen. Dazu gehören Wohnungslose, Migrantinnen und Migranten ohne legalen Aufenthaltsstatus, Sinti und Roma, Heimbewohner und Inhaftierte. Diese Personengruppen sind für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mitunter schwer zu identifizieren und zu interviewen. Sie bleiben daher zumeist ausgeblendet, wenn vermeintlich repräsentative Zahlen etwa zu Armut und materieller Entbehrung in europäischen Mitgliedsstaaten ausgewiesen werden. Statistische Erhebungen werden aber gebraucht, um soziale und politische Entwicklungen besser einschätzen zu können und Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation dieser Menschen zu empfehlen.

Deshalb nehmen neben Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft auch Vertreterinnen und Vertreter internationaler Organisationen teil, darunter OECD, European Union Agency for Fundamental Rights und Eurofound, die EU-Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in Europa.

Weitere Informationen
Inclusive Growth Research Infrastructure Diffusion (InGRID)
Expert Workshop: Protocol development for hard-to-reach and hard-to-identify groups in living condtions surveys to enhance cross-country comparative research


Kontakt:
Mag. rer. soc. Andrea Schäfer
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58597
E-Mail: andrea.schaefer@uni-bremen.de

Ab Wintersemester 2013-14 im Fachbereich 8 Sozialwissenschaften

In der Fachbereichsratssitzung vom 12. Juni 2013 wurde Prof. Dr. Bernd Zolitschka zum Dekan für den Fachbereich 8 Sozialwissenschaften gewählt. Prof. Dr. Karin Gottschall wurde als Prodekanin vorgeschlagen und vom Fachbereich bestätigt. Die Amtsperiode beginnt mit dem kommenden Wintersemester und gilt für den Zeitraum von zwei Jahren. 

Prof. Dr. Karin GottschallProf. Dr. Karin Gottschall
Am 1. Januar 2012 nahm der neu besetzte Wissenschaftliche Beirat (WB) des DJI seine Arbeit auf. Die Amtszeit seiner Mitglieder erstreckt sich über vier Jahre und endet am 31. Dezember 2015.

Der auf nun 18 Personen verkleinerte Beirat setzt sich zusammen aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des In- und Auslands, deren fachliche Ausrichtungen die Wissenschaftsdisziplinen und Themenfelder des DJI repräsentieren. Sieben Mitglieder wurden neu berufen – darunter die Leiterin der ZeS-Abteilung „Geschlechterpolitik im Wohlfahrtstaat“, Karin Gottschall.

11 Mitglieder setzen ihre Arbeit im Beirat fort, der bisherige Vorsitzende Professor Hans-Dieter Klingemann bleibt noch bis Juli 2012 im Amt.

Weitere Informationen:
Wissenschaftlicher Beirat - Wahlperiode 2012 bis 2015
Deutsches Jugendinstituts (DJI)


Kontakt:
Prof. Dr. Karin Gottschall
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
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Tel.: +49 421 218-58595
E-Mail: karin.gottschall@uni-bremen.de

Legal and institutional incentives for undocumented work in private households in GermanyLegal and institutional incentives for undocumented work in private households in Germany
Von Karin Gottschall und Manuela Schwarzkopf

Der Bedarf privater Haushalte an Hilfe bei Haushaltsführung, Kinderbetreuung und der Pflege von Angehörigen steigt. Er wird in Deutschland überwiegend durch irreguläre Arbeit gedeckt.

Die Studie zeigt, dass institutionelle und rechtliche Regulierungen diese Konstellation für beide Seiten, Haushalte wie Beschäftigte, begünstigen: Sozial- und steuerrechtliche Regelungen legen eine geringfügige Beschäftigung von verheirateten Frauen nahe. Restriktive Zuverdienstregeln im Sozialleistungsrecht und hohe Abgaben auf Niedrigeinkommen führen dazu, dass Sozialleistungsbeziehende und Geringverdienende ihre prekäre ökonomische Situation mit regulärer Beschäftigung kaum verbessern können. Menschen aus Ländern außerhalb der Europäischen Union schließlich haben auf Grund restriktiver Zuwanderungsregelungen kaum Möglichkeiten, in Deutschland legal einer Arbeit nachzugehen. Gesteigert werden könnte das Interesse an regulärer Beschäftigung u. a. durch eine Anhebung der Zuverdienstgrenzen und die Förderung Existenz sichernder Beschäftigung im Bereich haushaltsbezogener Dienstleistungen.

Publikation:
Gottschall, Karin; Schwarzkopf, Manuela, 2011: Legal and institutional incentives for undocumented work in private households in Germany. Stocktaking and problem-solving approaches, 238/2011, Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung

Weitere Informationen sowie Bestellung des Arbeitspapiers:
Hans-Böckler-Stiftung


Kontakt:
Prof. Dr. Karin Gottschall
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
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Karin Gottschall ist ab 2012 Mitglied im Fachkollegium "Empirische Sozialforschung".

Die Fachkollegien sind wesentliche fachliche Beratungsgremien der DFG und bieten als solche inhaltliche Kompetenz und Qualitätssicherungswissen für alle anstehenden Entscheidungen zu Fördermaßnahmen. Die ehrenamtlichen Kollegien werden regelmäßig neu besetzt, so auch in 2011. Die Frist zur Online-Stimmabgabe bei der Fachkollegienwahl 2011 endete am Montag, 05.12.2011, 14.00 Uhr.

Zeitnah nach dem Ende der Wahlfrist gab der Präsident der DFG am 8.12.2011 das nach § 9 Nr. 9 der Wahlordnung zunächst vorläufige Wahlergebnis bekannt.

Eine für das ZeS besonders erfreuliche Meldung ist, dass Abteilungsleiterin Karin Gottschall eines von vier Mitgliedern im Fachkollegium Empirische Sozialforschung ist.

Download: 
Vorläufiges Ergebnis der Fachkollegienwahl 2011 (§ 9 Nr. 9 Satz 1 und 2 der Wahlordnung) - Veröffentlicht am: 08.12.2011.


Kontakt:
Prof. Dr. Karin Gottschall
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58595
E-Mail: karin.gottschall@uni-bremen.de

Prof. Dr. Karin Gottschall (Quelle: Julia Baier)Prof. Dr. Karin Gottschall (Quelle: Julia Baier)
ZeS-Abteilungsleiterin Karin Gottschall ist eine der von Julia Baier fotografierten Bremer Hochschullehrerinnen in Führungspositionen

In ihrem 40. Jahr widmet die Universität Bremen ihren führenden Professorinnen eine großformatige Fotoausstellung: Von mehr als 65 Hochschullehrerinnen, die hier in Forschung und Lehre aktiv sind, haben 19 auch eine Führungsrolle übernommen – als Konrektorin, Dekanin oder Sprecherin eines Forschungsverbundes. Diesen Spitzenfrauen nähert sich die Berliner Fotografin Julia Baier jetzt im Porträt: Auf ihre ganz eigene Weise würdigt sie die vorbildhaften Leistungen der Professorinnen und lässt sie unter dem Ausstellungstitel „Unispitzen“ in der Bremer Uni präsent werden.

Frauen in Führungspositionen - das ist zurzeit bundesweit ein viel diskutiertes Thema. Die Universität Bremen geht hier mit gutem Beispiel voran: Laut der Center of Exellence Woman and Science (cews) Publikation 2011 nimmt sie mit einem Professorinnenanteil von 25 Prozent im bundesweiten Hochschulvergleich einen Spitzenplatz ein. „In unserem Jubiläumsjahr möchten wir die Leistungen unserer führenden Professorinnen gerne ausdrücklich und auf besondere Weise wertschätzen. Sie nehmen eine Vorbildfunktion innerhalb der Uni ein und sind wichtig für ihre Gestaltung, Kompetenzen und Perspektiven“, sagt Gerd-Rüdiger Kück, Kanzler der Universität Bremen. So entstand gemeinsam mit Anneliese Niehoff, Leiterin der Arbeitsstelle Chancengleichheit, die Idee, das Engagement dieser Frauen mit einer Ausstellung zu würdigen. „In unserer Fotoschau „Unispitzen“ stellen wir die aktuell und ehemalig führenden Professorinnen der Bremer Uni vor. Ihre Porträts auf Stelen im Format 2,15 x 1,20 Metern lassen sie jetzt unübersehbar auf dem Campus präsent werden“, ergänzt Niehoff.

Bildband zur Ausstellung
Zur Ausstellung erscheint ein 64 Seiten starker Katalog, der mehr über die Motivation der porträtierten Professorinnen verrät. Darin erzählen die Frauen, wie sie es geschafft haben, Professorin zu werden, warum sie neben Forschung und Lehre auch eine Führungsposition in der Bremer Uni übernommen und wie sie diese Aufgabe individuell gestalten beziehungsweise gestaltetet haben. Auch geben sie jungen Nachwuchswissenschaftlerinnen Tipps für den eigenen Karriereweg. Im Katalog werden zudem zwei weitere Professorinnen in Führung vorgestellt: Die für viele vergessene Bremer Professorin Grete Henry-Hermann, Gründungsrektorin der Pädagogischen Hochschule Bremen und Vordenkerin der Universität Bremen, sowie die 2008 verstorbene Professorin Helga Krüger.

Über die Fotografin
Julia Baier, geboren 1971 in Augsburg, studierte Psychologie, Romanistik und Kunst an der Universität Bremen sowie Grafikdesign an der Bremer Hochschule für Künste mit dem Schwerpunkt Fotografie. Seit 1998 ist sie als freiberufliche Fotografin aktiv und war von 2009 bis 2011 auch als Lehrbeauftragte für Fotografie an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe tätig. Eine ihrer Vorlieben gilt dem Porträt. Allgemein liegt ihr Augenmerk immer auf der Darstellung des Menschen und des alltäglichen Lebens. Ein ganz besonderes Faible entwickelte sie innerhalb der letzten 15 Jahre für das Fotografieren von Badekulturen in unterschiedlichen Ländern.
Für ihre Arbeiten erhielt sie bereits zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen: u.a. 2001 den ersten Preis beim Fotosymposium für Dokumentarfotografie Bad Herrenalb und 2003 den BFF-Förderpreis. Im selben Jahr war sie unter den zehn besten Einsendungen beim Leica Oscar Barnack Preis und 2004 wurde sie zur Teilnahme an der World Press Masterclass nominiert. Sie stellte bisher in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Frankreich, Ungarn und der Türkei sowie in Japan aus. Auch fotografiert sie für Magazine und Zeitungen: u.a. für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die ZEIT und die taz, sowie für den Spiegel und die brigitte.

Über die Arbeitsstelle Chancengleichheit
Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist ein Leitziel der Universität Bremen und das Rektorat trägt die Verantwortung für dessen Umsetzung: Bereits vor fast 20 Jahren richtete es das Referat Chancengleichheit/Antidiskriminierung ein wurde damit zum Vorbild für andere deutsche Hochschulen. Die Arbeitsstelle Chancengleichheit entwickelt heute Ideen und Initiativen, wie Geschlechtergerechtigkeit Bestandteil aller Entscheidungsprozesse werden kann. Darüber hinaus berät sie Mitarbeitende bei ihren gleichstellungspolitischen Aufgaben. Inner- und außerhalb der Universität kooperiert sie mit anderen gleichstellungspolitischen Einrichtungen. Ihre aktuellen Schwerpunkte: Entwicklung von Personalentwicklungsmaßnahmen für Wissenschaftlerinnen, das Mentoring-Programm plan m, Konzeptionierung und Umsetzung des Projektes Perspektive Promotion und das Projektcenter „Science für Studierende mit Migrationshintergrund“ sowie verschiedenste Aktivitäten zur besseren Vereinbarkeit von Studium/Arbeit und Kinderbetreuung.

Download: Ausstellungskatalog

Initiatoren:
Rektorat und Arbeitsstelle Chancengleichheit, Universität Bremen.

Weitere Informationen:
UNISPITZEN/SPITZENUNI
In 2012 wird die Fotoausstellung über mehrere Monate lang an weiteren Orten auf dem Campus präsentiert. Die aktuellen Stationen finden Interessierte auf der Webseite.

Weitere Informationen zur Fotografin: Julia Baier - die Fotografin


Kontakt:
Prof. Dr. Karin Gottschall
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58595
E-Mail: karin.gottschall@uni-bremen.de

Zum April 2011 hat das von der Hans-Böckler-Stiftung finanzierte Projekt "Was kommt nach dem Familienlohn?" begonnen.

Das Projekt erstreckt sich auf eine Laufzeit von zwei Jahren und wird am Zentrum für Sozialpolitik und am Institut Arbeit und Wirtschaft von einem interdisziplinär zusammengesetzten Forschungsteam um Karin Gottschall (ZeS) und Irene Dingeldey (IAW) bearbeitet.

In dem Projekt wird die Armutsgefährdung von sogenannten Normalarbeitnehmerinnen und Normalarbeitnehmern differenziert nach Branchen sowie in verschiedenen Stadien des Familienzyklus untersucht. Dabei wird auch auf geschlechtsspezifische Unterschiede bei den Armutsrisiken eingegangen sowie der spezifische Einfluss von Tarif- und Sozialpolitik evaluiert.

Der Familienlohn galt bisher als ein Bestandteil des Normalarbeitsverhältnisses, ursprünglich gültig für männliche Facharbeiter in industriellen Kernsektoren. Die mit der Veränderung der Tarifpolitik und -struktur einhergehende Entwicklung der Bruttolöhne stellt das Erzielen eines Familienlohns jedoch zunehmend in Frage. Im Rahmen des Projektes soll geklärt werden, ob sozialstaatliche Transfers bzw. Steuern in Anlehnung an das männliche Ernährermodell dies kompensieren können oder aber Dienstleistungsangebote zur Stärkung des Zweiverdienermodells im Hinblick auf die Armutsvermeidung sinnvoller sind.

Die Etablierung bzw. Erosion des Familienlohns wird anhand des IAB LIAB Datensatzes für die Gruppe der Normalarbeitnehmer/-innen auf Basis der Bruttomarktlöhne für ausgewählte Branchen nachgezeichnet. Anhand des SOEP wird das potentielle Armutsrisiko auf Haushaltsebene untersucht. Ein Ländervergleich, basierend auf den EU-SILC Daten, soll zusätzlich zur Klärung des Einflusses von tarif- und sozialpolitischen Regelungen auf die Armutsgefährdung beitragen. In allen Analysenschritten werden geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Armutsgefährdung diskutiert.

Die Leitung des Projektes liegt bei Karin Gottschall am ZeS und Irene Dingeldey am IAW. Im wissenschaftlichen Projektteam arbeiten Ina Berninger (IAW), Andrea Schäfer (ZeS) und Tim Schröder (ZeS).


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Prof. Dr. Karin Gottschall
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
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