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Diskussionsrunde mit Prof. Du Peng und Prof. Lu Jiehua von der School of Population and Health der Renmin University of China und dem Team von Prof. Dr. Heinz Rothgang

Das SOCIUM hat sich sehr gefreut, Prof. Du Peng und Prof. Lu Jiehua von der School of Population and Health der Renmin University of China in Bremen begrüßen zu dürfen. Der dreitägige Besuch bot Gelegenheit für einen intensiven wissenschaftlichen Austausch zu Fragen der Pflege, Gesundheit und alternden Gesellschaften.

Im Mittelpunkt des Programms stand eine Diskussionsrunde am SOCIUM mit dem Team um Prof. Dr. Heinz Rothgang. Dabei wurden aktuelle Arbeitsschwerpunkte der Abteilung - Personalbemessung und Digitalisierung in der Pflege, sowie Forschungsarbeiten im Zusammenhang mit TCall - vorgestellt. Der Austausch machte deutlich, wie ähnlich die Fragestellungen und wie relevant internationale Perspektiven für die Weiterentwicklung der Pflege- und Versorgungsforschung sind.

Weitere Programmpunkte waren die Besuche des SkillsLab an der Hochschule Bremen, des Bremen Ambient Assisted Living Lab (BAALL) sowie der Senioreneinrichtung St. Franziskus. Dort erhielten die Gäste Einblicke in innovative Ansätze der akademischen Pflegeausbildung, in digitale Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben im Alter sowie in die Auswirkungen der praktischen Transferarbeit von TCall für die Versorgung älterer Menschen.

Auch der persönliche Austausch kam nicht zu kurz: Bei einem Spaziergang durch die Bremer Altstadt und gemeinsamen Gesprächen bot sich die Möglichkeit, die wissenschaftliche Zusammenarbeit weiter zu vertiefen.

Der Besuch von Prof. Du Peng und Prof. Lu Jiehua war für das SOCIUM eine große Ehre und unterstreicht die Bedeutung internationaler Kooperationen angesichts der Herausforderungen des demografischen Wandels.


Contact:
Thomas Kalwitzki
SOCIUM Research Center on Inequality and Social Policy
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Phone: +49 421 218-58544
E-Mail: thomas.kalwitzki@uni-bremen.de

Diskussion im Rahmen des Gesundheitspolitischen Kolloquium

Über 80 Personen kamen am 17.06.2026 ins Haus der Wissenschaft, um über die geplanten Reformen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und sozialen Pflegeversicherung (SPV) zu diskutieren.

In Kooperation mit der Arbeitnehmerkammer lud das Gesundheitspolitische Kolloquium zu der Diskussion ein und griff damit zwei zentrale Debatten der laufenden Legislaturperiode auf. Hintergrund waren die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) vorgelegten Entwürfe für das „GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz“ sowie das „Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG).“

Den inhaltlichen Auftakt bildeten zwei Eingangsvorträge: Prof. Dr. Heinz Rothgang (Gesundheits- und Pflegeökonom am SOCIUM, Universität Bremen) gab zunächst einen Überblick über die aktuellen Reformvorschläge. Die Vorschläge im Bereich der GKV verfehlten seiner Ansicht nach das grundlegende Effizienzproblem des Gesundheitssystems, seien aber nicht vollkommen fehlgeleitet. Im Bezug auf die durch das PNOG vorgesehenen Kürzungen zeigte er sich in seiner Einschätzung hingegen deutlich drastischer: „Der Gesetzentwurf verfehlt das eigentliche Reformziel“.

Anschließend ordnete Dr. Jennie Auffenberg (Referentin für Gesundheits- und Pflegepolitik, Arbeitnehmerkammer Bremen) die Pläne kritisch aus der Perspektive von Beschäftigten ein. Sie unterstrich, dass insbesondere das Pflegebudget in den Kliniken erhalten bleiben und die Tarifbindung besonders in Pflegeeinrichtungen gestärkt werden muss, andernfalls drohen Personalabbau, Arbeitsverdichtung und Berufsflucht. Das Grundproblem der aktuellen Vorschläge fasste sie so zusammen: „Wir sehen hier eine reine Sparpolitik und keine nachhaltigen und bedarfsgerechten Strukturreformen, die wir eigentlich brauchen“.

Nach den Vorträgen diskutierten die Teilnehmenden im Plenum und bei einem Imbiss an Stellwänden zu den Gesetzentwürfen, möglichen Alternativen und Vernetzungsmöglichkeiten aus.

Weitere Informationen zum Gesundheitspolitischen Kolloquium und die Vortragsfolien finden Sie hier:


Contact:
Dr. Maren Emde
Unicom Gebäude
Mary-Somerville-Straße 1
28395 Bremen
Phone: +49 421 218 58519
E-Mail: maemde@uni-bremen.de

Final Report on the Evaluation of Collective Bargaining Regulations Published

On 08 June 2026, the Federal Ministry of Health (BMG) published the final report on the "Evaluation of the Effects of the Regulations on Remuneration According to Collective Bargaining Agreements for Nursing and Support Staff in Long-term Care." The Ministry had commissioned this evaluation, with the involvement of the Federal Ministry of Labour and Social Affairs (BMAS), from the SOCIUM at the University of Bremen and the Institute for Work and Technology (IAT) at Westphalian University of Applied Sciences.
 
In 2022, the legislature introduced regulations on fair collective bargaining pay in long-term care. These stipulate that long-term care facilities may only be approved to provide services under the statutory nursing care insurance if they either bind themselves to collective contractual arrangements — such as collective wage agreements or church employment law regulations — orient themselves towards such arrangements, or apply the regionally customary level of remuneration.
 
The scientific evaluation shows that the regulations have achieved their objective. The wage increases observed between 2022 and 2025, particularly in the lower income groups, are largely attributable to these regulations. Wage levels rose across all federal states during this period, albeit to varying degrees: for example, the regionally customary remuneration level for auxiliary staff rose by around 39% in Bremen, but by only approximately 15% in Schleswig-Holstein.
 
The wage increases also had an impact on prices in long-term care: in the two years following the introduction of the regulations on collectively agreed pay, prices for outpatient and inpatient care services rose considerably more sharply than in the three preceding years. Overall, however, the regulations led to an enhancement of the nursing profession through better pay, thereby contributing to the achievement of the goals of the "Concerted Action on Nursing" (Konzertierte Aktion Pflege).

The current draft bill a reform of the statutory nursing care insurance (Pflegeneuordnungsgesetz, PNOG) proposes suspending the regulations on collectively agreed pay for an initial period of four years. Prof. Dr. Heinz Rothgang (SOCIUM, University of Bremen) stated: "In our view, these proposals are heading in the wrong direction. We considered the suspension of the regulations as a scenario in our evaluation, but rejected this option. The regulations are fulfilling their purpose and should in principle be retained, even if adjustments are made to the details."

Prof. Rothgang also offers his assessment of the current debate on collective bargaining regulations in long-term care in this video (German only): https://www.youtube.com/watch?v=dN_MqDNbvXY

 

Contact:
Prof. Dr. Heinz Rothgang
SOCIUM Research Center on Inequality and Social Policy
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Phone: +49 421 218-58557
E-Mail: rothgang@uni-bremen.de