Latest News

Final Report on the Evaluation of Collective Bargaining Regulations Published

In 2022, the legislature introduced regulations on fair collective bargaining pay in long-term care. These stipulate that long-term care facilities may only be approved to provide services under the statutory nursing care insurance if they either bind themselves to collective contractual arrangements — such as collective wage agreements or church employment law regulations — orient themselves towards such arrangements, or apply the regionally customary level of remuneration.

The scientific evaluation shows that the regulations have achieved their objective. The wage increases observed between 2022 and 2025, particularly in the lower income groups, are largely attributable to these regulations. Wage levels rose across all federal states during this period, albeit to varying degrees: for example, the regionally customary remuneration level for auxiliary staff rose by around 39% in Bremen, but by only approximately 15% in Schleswig-Holstein.

The wage increases also had an impact on prices in long-term care: in the two years following the introduction of the regulations on collectively agreed pay, prices for outpatient and inpatient care services rose considerably more sharply than in the three preceding years. Overall, however, the regulations led to an enhancement of the nursing profession through better pay, thereby contributing to the achievement of the goals of the "Concerted Action on Nursing" (Konzertierte Aktion Pflege).

The current draft bill a reform of the statutory nursing care insurance (Pflegeneuordnungsgesetz, PNOG) proposes suspending the regulations on collectively agreed pay for an initial period of four years. Prof. Dr. Heinz Rothgang (SOCIUM, University of Bremen) stated: "In our view, these proposals are heading in the wrong direction. We considered the suspension of the regulations as a scenario in our evaluation, but rejected this option. The regulations are fulfilling their purpose and should in principle be retained, even if adjustments are made to the details."

Prof. Rothgang also offers his assessment of the current debate on collective bargaining regulations in long-term care in this video (German only): https://www.youtube.com/watch?v=dN_MqDNbvXY

 

Contact:
Prof. Dr. Heinz Rothgang
SOCIUM Research Center on Inequality and Social Policy
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Phone: +49 421 218-58557
E-Mail: rothgang@uni-bremen.de

Der Ausländer:innenanteil im Stadtteil und die wahrgenommene Unsicherheit im öffentlichen Raum

von , , ·

Dieser Datenmonitor geht mithilfe raumbezogener Daten des German Social Cohesion Panel (SCP) der Frage nach, ob ein höherer Anteil von Ausländer:innen in dem Stadtteil, in dem die Befragten wohnen, das subjektive Sicherheitsempfinden beeinflusst. Die Ergebnisse sind eindeutig: Mehr Ausländer:innen bedeuten nicht mehr Unsicherheit – weder für Frauen noch für Männer. Zwar berichten Frauen insgesamt häufiger von einem höheren Unsicherheitsgefühl – dieses steht jedoch nicht im Zusammenhang mit dem Ausländer:innenanteil. Stattdessen zeigt sich, dass soziale Bedingungen und individuelle Einstellungen bedeutsamer für das Unsicherheitsempfinden sind. Die Ergebnisse widersprechen damit verbreiteten Annahmen in politischen Debatten und tragen zur Versachlichung der Diskussion bei.

In politischen Debatten wird Migration häufig mit Fragen der Sicherheit verknüpft – oft jedoch ohne belastbare Datengrundlage. Ein Beispiel dafür ist eine viel diskutierte Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz, die eine kontroverse Debatte auslöste: »Aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem und deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in sehr großem Umfang auch Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen.« [1]

Als Journalist:innen einige Tage später genauer nachfragten, deutete Merz an, dass seine Bemerkung mit Fragen der Sicherheit im öffentlichen Raum zusammenhänge. Zudem bemerkte er, man solle »einmal seine Töchter fragen«, was damit gemeint sein könnte.

Man könnte diese Aussage als These interpretieren, dass sich insbesondere (junge) Frauen im öffentlichen Raum unsicherer fühlen, wenn mehr Ausländer:innen[2] dort präsent sind. Wir wollen diese These empirisch prüfen und gehen in diesem FGZ Datenmonitor folgenden Fragen nach:

  • Geht ein höherer Anteil an Ausländer:innen am Wohnort mit größerem Unsicherheitsempfinden einher?
  • Ist ein höherer Anteil von Ausländer:innen am Wohnort insbesondere bei (jungen) Frauen mit einem stärkeren subjektiven Unsicherheitsempfinden verbunden?


Zur Beantwortung dieser Fragen untersuchen wir anhand raumbezogener Daten des German Social Cohesion Panels (SCP) aus dem Jahr 2022, ob sich Zusammenhänge zwischen dem Anteil von Ausländer:innen im Stadtteil und der wahrgenommenen Sicherheit im öffentlichen Raum zeigen und wie sich diese Zusammenhänge zwischen Männern und Frauen und nach Altersgruppen unterscheiden.

Die komplette Studie finden Sie hier.

Ausbau der interdisziplinären Sozialpolitikforschung mit klarem Fokus auf zukünftige Herausforderungen

Duisburg/Bremen – Das Deutsche Institut für Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (DIFIS) startete am 1. Mai 2026 in seine zweite Förderphase. Die neue Förderung durch das BMAS erstreckt sich bis zum 31. Dezember 2029. Aufbauend auf den in der ersten Förderperiode von 2021 bis 2026 geschaffenen Grundlagen bearbeitet das DIFIS ein neues Forschungsprogramm in vier Forschungsfeldern, konsolidiert bewährte Instrumente für die wissenschaftliche Vernetzung und die Zusammenarbeit mit Politik und Praxis und entwickelt damit die interdisziplinäre Sozialpolitikforschung im Hinblick auf zukünftige gesellschaftliche Herausforderungen strategisch weiter.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der neuen Förderphase auf der prospektiven Sozialpolitikforschung. Ziel ist es, frühzeitig relevante Entwicklungen zu identifizieren und wissenschaftlich fundierte Orientierungen für Politik und Praxis zu erarbeiten. Inhaltlich konzentriert sich das DIFIS auf zentrale gesellschaftliche Transformationsprozesse wie demografischen Wandel, Migration, Digitalisierung und Klimawandel und bündelt diese in vier neu ausgerichteten Forschungsfeldern, die sich unter anderem mit Arbeitswelt, sozialen Sicherungssystemen, Lebensverläufen sowie der Steuerung und Umsetzung von Sozialpolitik befassen.

Gleichzeitig baut das DIFIS seine Aktivitäten weiter aus. Neben zusätzlichen Forschungsprojekten sind neue Veranstaltungsformate sowie ein verstärkter Transfer und Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit geplant. Damit soll die Vernetzung innerhalb der sozialpolitischen Forschungslandschaft weiter gestärkt und die Sichtbarkeit evidenzbasierter Sozialpolitikforschung erhöht werden.

„Die zweite Förderphase ist ein wichtiger Schritt, um die Rolle des DIFIS als führende Plattform der Sozialpolitikforschung weiter auszubauen. Gerade angesichts aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen ist eine fundierte, interdisziplinäre Forschung wichtiger denn je“, so die Direktorin des DIFIS, Prof. Dr. Ute Klammer.

Mit der Fortsetzung der Förderung unterstreicht das DIFIS seinen Anspruch, langfristig zur Weiterentwicklung einer evidenzbasierten und zukunftsorientierten Sozialpolitik beizutragen.

Im Rahmen der zweiten Förderphase schreibt das DIFIS aktuell Fellowships sowie Issue-Networks aus – Interessierte sind herzlich eingeladen, sich zu bewerben.

Über das DIFIS
Das Deutsche Institut für Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (DIFIS) fördert die sozialpolitische Forschung in Deutschland durch Vernetzung, Nachwuchsförderung und Wissenstransfer. Es wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert und von der Universität Duisburg-Essen sowie der Universität Bremen getragen.

Kontakt zur Öffentlichkeitsarbeit im DIFIS:

Dana Morisse
Deutsches Institut für Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung
Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ)
Universität Duisburg-Essen
Presse@difis.org
www.difis.org

Das FID-Gender-Team beim Kickoff im Februar 2026 Foto: Christian Demarco Das FID-Gender-Team beim Kickoff im Februar 2026 Foto: Christian Demarco
DFG fördert Qualiservice als Partner des FID Gender

Das Forschungsdatenzentrum Qualiservice wird als Partner des Fachinformationsdienstes Geschlechterforschung/Gender Studies (FID Gender) von Beginn der ersten Förderphase an für drei Jahre (2026-28) durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Mit dem FID Gender entsteht erstmals eine koordinierte Infrastruktur zur wissenschaftlichen Informationsversorgung für die inter- und transdisziplinäre Geschlechterforschung in Deutschland. Ziel ist es, Forschende sowohl in den Gender Studies als auch in anderen Disziplinen mit geschlechterbezogenen oder intersektionalen Perspektiven zu unterstützen. Dazu werden bestehende Rechercheinfrastrukturen gebündelt, die Literaturversorgung verbessert und neue Informations- und Beratungsangebote im Bereich Forschungsdatenmanagement und Open Access geschaffen. Im Mittelpunkt steht die nachhaltige Förderung und Sichtbarmachung geschlechterbezogener Forschung, insbesondere durch das geplante Fachportal, welches im Laufe des Jahres 2026 online gehen wird.

Qualiservice engagiert sich für den Aufbau einer fachspezifischen Anlauf- und Beratungsstelle für die Archivierung und Sekundärnutzung qualitativer Forschungsdaten in den Gender Studies. Wir bündeln und bereiten Informationen zu bestehenden Forschungsdateninfrastrukturen auf und entwickeln praxisnahe Informations-, Beratungs- und Trainingsangebote für die Fachcommunity.

An dem Verbundprojekt FID Gender sind beteiligt:

 

Weitere Informationen finden Sie in den Beiträgen unserer Kooperationspartner.

MvBZ
https://www.mvbz.fu-berlin.de/vernetzung/fid_gender/index.html

GESIS
https://www.gesis.org/cews/drittmittelprojekte/aktuelle-projekte/fid-gender-studies


Contact:
Hai Ha Nguyen
SOCIUM Research Center on Inequality and Social Policy
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Phone: +49 421 218-58528
E-Mail: haiha.nguyen@uni-bremen.de

Researchers from the Institute of Public Health and Nursing Research (IPP) and the SOCIUM of the University of Bremen presented current research on the digital transformation of nursing at the 8th conference

Under the direction of Professor Karin Wolf-Ostermann from the Institute for Public Health and Nursing Research (IPP) and Professor Heinz Rothgang from SOCIUM Research Center on Inequalities and Social Policy, researchers from the University of Bremen participated in the 8th “Future of Nursing” Conference in Nuremberg, titled “Digital Transformation: Smart, Safe, Sovereign!” The conference fostered exchange between science, practice, and policy on current developments and innovations in nursing. In lectures and an interactive workshop, the researchers presented scientific findings and practical perspectives on the digital transformation of care.

Jessica Lobitz (IPP) introduced the video-based nursing assessment (ViBe-Pflege) for determining care needs according to the German Social Code Book XI, highlighting how assessors accept this digital approach and its potential for more flexible, efficient, and high-quality evaluations. In the workshop "From Idea to Confident Implementation – A Workshop on the Successful Introduction of Tele-Based Care Using Patient Journeys" Dominik Domhoff (IPP), Janina Ehe (SOCIUM), and Julia Misonow (IPP) guided participants through key steps in introducing telecare solutions, using wearables as examples, and developing strategies for implementation. Dr. Kathrin Seibert (IPP) opened the session on telecare with her presentation, "Digitally close, yet (still) so far?! – Application areas and opportunities of telecare in everyday nursing practice." She vividly demonstrated how digital and telecare solutions can support nursing staff in their daily work and what potential they offer for modern, networked care. It became clear that telecare can already provide valuable impetus for a sustainable nursing practice. Significant contributions were made by members of the SOCIUM: Swenja Krüppel presented her work on the implementation of fall sensors in nursing homes. In her presentation, “More Than Just Installation – A Participatory, Qualitative Logic Model Approach to Identifying Hypotheses and Outcomes,” she impressively demonstrated that technological innovations in nursing can only reach their full potential if their implementation is designed participatively and takes organizational and social framework conditions into account.  Dominik Domhoff presented findings on structural requirements for successful digitalization in nursing. His presentation on “Structural Requirements for Successful Digitalization in Nursing – Results of a Rapid Review and an Online Survey” highlighted key prerequisites for the sustainable implementation of digital innovations in everyday nursing practice. The session was moderated by Janina Ehe and featured a lively discussion with the professional audience.  On the final day of the conference, Julia Misonow presented her paper, “Comparison and Evaluation of More Efficient Study Designs as an Alternative to Randomized Controlled Trials.” In it, she showed how innovative methodological approaches can contribute to evaluating interventions in the health and nursing sectors in a practical yet scientifically sound manner. In the field of digital innovations in nursing, this is especially important, as effectiveness studies in everyday nursing practice are often complex.

All contributions from the University of Bremen attracted strong interest from conference participants and underscored the high relevance of their research for advancing nursing practice. Professors Karin Wolf-Ostermann and Heinz Rothgang, as leaders of the involved research teams, play a central role in promoting innovative approaches at the intersection of nursing, digitalization, and health services research. In his talk “Impulse: Financing Nursing Innovations in Long-Term Care,” Professor Rothgang addressed the urgent issue of funding digital technologies in both acute and long-term care. A technology-nursing-key allowing unfilled staff resources under § 113c Abs. 1 SGB XI to be used for time-saving digital technologies could open new opportunities for nursing homes and homecare services.

The intensive exchange between researchers and nursing practitioners at the conference clearly demonstrated the University of Bremen’s commitment to shaping the digital transformation of care and developing sustainable solutions for the challenges of an aging society.

Text: Julia Misonow, Institut für Public Health und Pflegeforschung, Universität Bremen

Bild: Dominik Domhoff / Universität Bremen