Diskussion im Rahmen des Gesundheitspolitischen Kolloquium

Über 80 Personen kamen am 17.06.2026 ins Haus der Wissenschaft, um über die geplanten Reformen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und sozialen Pflegeversicherung (SPV) zu diskutieren.

In Kooperation mit der Arbeitnehmerkammer lud das Gesundheitspolitische Kolloquium zu der Diskussion ein und griff damit zwei zentrale Debatten der laufenden Legislaturperiode auf. Hintergrund waren die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) vorgelegten Entwürfe für das „GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz“ sowie das „Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG).“

Den inhaltlichen Auftakt bildeten zwei Eingangsvorträge: Prof. Dr. Heinz Rothgang (Gesundheits- und Pflegeökonom am SOCIUM, Universität Bremen) gab zunächst einen Überblick über die aktuellen Reformvorschläge. Die Vorschläge im Bereich der GKV verfehlten seiner Ansicht nach das grundlegende Effizienzproblem des Gesundheitssystems, seien aber nicht vollkommen fehlgeleitet. Im Bezug auf die durch das PNOG vorgesehenen Kürzungen zeigte er sich in seiner Einschätzung hingegen deutlich drastischer: „Der Gesetzentwurf verfehlt das eigentliche Reformziel“.

Anschließend ordnete Dr. Jennie Auffenberg (Referentin für Gesundheits- und Pflegepolitik, Arbeitnehmerkammer Bremen) die Pläne kritisch aus der Perspektive von Beschäftigten ein. Sie unterstrich, dass insbesondere das Pflegebudget in den Kliniken erhalten bleiben und die Tarifbindung besonders in Pflegeeinrichtungen gestärkt werden muss, andernfalls drohen Personalabbau, Arbeitsverdichtung und Berufsflucht. Das Grundproblem der aktuellen Vorschläge fasste sie so zusammen: „Wir sehen hier eine reine Sparpolitik und keine nachhaltigen und bedarfsgerechten Strukturreformen, die wir eigentlich brauchen“.

Nach den Vorträgen diskutierten die Teilnehmenden im Plenum und bei einem Imbiss an Stellwänden zu den Gesetzentwürfen, möglichen Alternativen und Vernetzungsmöglichkeiten aus.

Weitere Informationen zum Gesundheitspolitischen Kolloquium und die Vortragsfolien finden Sie hier:


Kontakt:
Dr. Maren Emde
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