Aktuelle Mitteilungen

Prof. Dr. Karin GottschallProf. Dr. Karin Gottschall
DFG wählt neue Mitglieder für Senatsausschuss und Bewilligungsausschuss für Sonderforschungsbereiche

Bei der vor kurzem durchgeführten Neuwahl verschiedener Gremien hat der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ein Mitglied des SOCIUM in zwei wichtige Ausschüsse gewählt. Karin Gottschall, Professorin für Soziologie am Fachbereich 08 und Abteilungsleiterin am SOCIUM, wurde Mitglied im Senatsausschuss der DFG für die Sonderforschungsbereiche und damit gleichzeitig auch Mitglied im Bewilligungsausschuss der DFG für Sonderforschungsbereiche.

Aufgabe des Senatsausschusses für die Sonderforschungsbereiche ist es, die bei der DFG eingereichten Vorhaben von der Vorbereitung der Anträge über die Mitwirkung bei deren Begutachtung und Bewertung der Forschungsergebnisse bis hin zur Finanzierungsentscheidung zu betreuen. Der Senatsausschuss besteht aus 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Fachdisziplinen.

Der Bewilligungsausschuss für Sonderforschungsbereiche, sein Name sagt es bereits, entscheidet auf der Grundlage der Begutachtung über die finanzielle Förderung von Anträgen auf Einrichtung oder Weiterförderung von Sonderforschungsbereichen. Ihm gehören neben den 40 wissenschaftlichen Mitgliedern des Senatsausschusses noch ein Vertreter des Bundes sowie je ein Vertreter für jedes der 16 Bundesländer an.


Kontakt:
Prof. Dr. Karin Gottschall
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58595
E-Mail: karin.gottschall@uni-bremen.de

Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) akkreditiert das Forschungsdatenzentrum Qualiservice am SOCIUM-Forschungszentrum der Universität Bremen.

Der RatSWD ist unabhängiger Beirat der Bundesregierung und engagiert sich für eine Optimierung der Infrastrukturen für Forschungsdaten. Qualiservice eröffnet sich mit der Akkreditierung die Möglichkeit, die Interessen der qualitativen Forschung auf wissenschaftspolitischer Ebene zu stärken.

Die Akkreditierung durch den RatSWD im Juni dieses Jahres anerkennt die kompetente Aufbauarbeit des Teams rund um das Forschungsdatenzentrum (FDZ) Qualiservice. Für die Akkreditierung müssen FDZen die Kriterien des RatSWD hinsichtlich Datensicherheit und –qualität als auch der Einbindung in die Scientific Community entsprechen. Als akkreditiertes FDZ arbeitet Qualiservice zukünftig im Ständigen Ausschuss Forschungsdateninfrastruktur des RatSWD mit. Ca. 30, zumeist mit quantitativen Daten arbeitenden FDZen für Sozial- und Wirtschaftsdaten, entwickeln in spezifischen Arbeitsgruppen die bestehende Forschungsdateninfrastruktur weiter. Die Akkreditierung durch den RatSWD eröffnet Qualiservice nun die Perspektive, sich in diesem Gremium für die Belange der qualitativen Forschung zu engagieren und somit die besonderen Anforderungen, die der Zugang für die Sekundärnutzung zu sensiblen Forschungsdaten mit sich bringt, in diesem Rahmen zu etablieren.

Die DFG fördert seit einem Jahr die Vorbereitungen, Qualiservice als FDZ, das sensible Forschungsdaten aus der qualitativen Sozialforschung archiviert, zu verstetigen. Als „living archive“ übernimmt Qualiservice aber nicht passiv Forschungsdaten, sondern unterstützt Forscherinnen und Forscher in ihren Forschungsprojekten dabei ihre Forschung zu dokumentieren. Ziel ist, die Forschungsmaterialien, die in den Projekten entstehen, für andere Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen für sekundäre Forschung bereitzustellen. Besonders interessant ist, dass es damit zukünftig möglich wird, über lange Zeitspannen hinweg - unabhängig von der Primärstudie - Themenstellungen aus der Sozialforschung zu untersuchen und zu vergleichen.

Qualitative Forschungsmaterialien, die Qualiservice bereitstellt, dokumentieren zum Beispiel Interviews oder Beobachtungen. Sie können in Schriftform als Protokoll oder Transkript vorliegen, aber auch als Audio-, Bild- oder Videodatei. Diese Dokumentationen enthalten in der Regel personenbezogene Daten, da die Interviewten oder Beobachtungspersonen die Forscherinnen und Forscher an ihrer Lebenswelt teilhaben lassen.

Um die persönlichen Daten der Forschungsbeteiligten zu schützen, hat Qualiservice sichere Arbeitsabläufe und einen Safe Center eingerichtet. Im Safe Center führt Qualiservice Maßnahmen zum Schutz der Daten durch und schließt die Vorbereitungen für die Sekundärnutzung ab. Ein Arbeitsplatz für Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ermöglicht die Forschung direkt vor Ort. Stärker anonymisierte Datensätze dürfen die Sekundärnutzerinnen und -nutzer auch extern beforschen. Der Zugang zu den Daten wird prinzipiell vertraglich geregelt und kann nur für wissenschaftliche Zwecke erlangt werden. Die Organisation eines qualitätsorientierten FDZ setzt die nationale und internationale Vernetzung voraus. Resultat der intensiven Kooperationen war zuletzt die Einrichtung eines eigenen DFG-geförderten Bereichs für die ethnologischen Fächer und die Beteiligung an einem BMBF-geförderten Projektverbund zur Qualitätssicherung und Referenzierbarkeit bereitgestellter Forschungsmaterialien am Beispiel von Bildungsdaten.

Qualiservice ist am SOCIUM - Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik der Universität Bremen angesiedelt und wird von Prof. Dr. Betina Hollstein geleitet. Die Archivierung und Bereitstellung der Forschungsmaterialien wird gemeinsam mit dem zertifizierten Weltdatenzentrum PANGAEA und der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen (SuUB) organisiert. Für Mixed-Methods-Studien wird mit der GESIS - Leibniz Institut für Sozialwissenschaften ein gemeinsamer Arbeitsprozess eingerichtet. Seit 2019 arbeitet Qualiservice als Teil des Fachinformationsdienstes Sozial- und Kulturanthropologie (FID SKA) außerdem eng mit der Universitätsbibliothek der Humboldt Universität zu Berlin zusammen.


Kontakt:
Prof. Dr. Betina Hollstein
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58512
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Cover Hautkrebsreport 2019Cover Hautkrebsreport 2019
Professor Dr. Gerd Glaeske hat als Mitherausgeber am 29. Mai zusammen mit der Techniker Krankenkasse und dem Universitätsklinikum Eppendorf den Hautkrebsreport 2019 vorgestellt.

Hautkrebs ist mit 270.000 Neuerkrankungen im Jahr in Deutschland die häufigste Krebserkrankung. Bei jeder siebten Hautkrebserkrankung wird der besonders gefährliche schwarze Hautkrebs (Malignes Melanom) festgestellt, der etwa 14 % der Hautkrebserkrankungen ausmacht, 86 % entfallen auf den weißen oder hellen Hautkrebs. Und jedes Jahr steigt die Anzahl an - in den Jahren 2009 bis 2015 gab es 50 % mehr Diagnosen des hellen und 30 % des schwarzen Hautkrebses. Wird der Hautkrebs früh genug diagnostiziert, ist er jedoch oft heilbar.

Der Report zeigt auf, welche regionalen Unterschiede es in der Hautkrebsverbreitung und -früherkennung gibt. In Hessen, Niedersachsen und Thüringen wird besonders häufig schwarzer Hautkrebs diagnostiziert. In Berlin, Thüringen und Sachsen-Anhalt nahmen die Versicherten die Früherkennungsuntersuchung seltener in Anspruch als in anderen Bundesländern. Insgesamt ging in den Jahren 2009 bis 2015 nur jeder fünfte gesetzlich Versicherte zur Früherkennung zu einem Hautarzt oder Hausarzt.

Da es sich um eine in erster Linie verhaltensbedingte Erkrankung handelt, wird auch das richtige und „gesunde“ Verhalten bei der Sonnenstrahlung thematisiert. Die wirksamste Prävention ist die Vermeidung eines Sonnenbrands durch die UV-Strahlung (Sonnencreme, UV-Schutzbekleidung, Früherkennungsuntersuchungen und Verzicht auf die Sonnenbank).

Außerdem weist der Report auch auf die medizinischen Fortschritte bei der Arzneimitteltherapie von Hautkrebs hin. Hier zeigt sich, dass die neuen, aber auch teureren Immuntherapien erhebliche Vorteile gegenüber der Chemotherapie bei der Behandlung von schwarzem Hautkrebs haben - die betroffenen Menschen leben länger.

Download:

Download Hautkrebsreport 2019

Präsentation zur Pressekonferenz von Prof. Dr. Gerd Glaeske

Thomas Kalwitzki Sachverständiger bei der Anhörung des Bundestagsausschusses für Gesundheit

Der Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestages lud am 8. Mai 2019 17 Sachverständige und Verbandsvertreter zu einer Öffentlichen Anhörung. Gegenstand waren Anträge von Bündnis 90/Die Grünen, der Linken sowie der FDP zur Reform der Finanzierung der Pflegeversicherung. Heinz Rothgang hatte dazu vorab eine Stellungnahme verfasst, zu der Thomas Kalwitzki dann in der Anhörung Fragen beantwortete.

Rothgang und Kalwitzki beklagen dabei erhebliche Gerechtigkeitsdefizite zwischen den beiden Zweigen der gesetzlichen Pflegeversicherung: der privaten Pflegepflichtversicherung und der Sozialen Pflegeversicherung. Diese führen zu einer nicht zu rechtfertigenden ungleichen finanziellen Lastenverteilung zwischen den beiden Versichertenkollektiven: Da die privat Pflegeversicherten geringere Pflegerisiken bei gleichzeitig höheren Einkommen aufweisen, wäre ein kostendeckender Beitragssatz für diese Personen nur rund ein Viertel so hoch wie bei den Sozialversicherten. Privat Versicherte sind im aktuellen Finanzierungssystem somit deutlich geringer belastet, als gesetzlich Versicherte. Damit widerspricht die derzeitige Regelung dem Postulat des Bundesverfassungsgerichts, das eine „ausgewogene Lastenverteilung“ zwischen den beiden Zweigen der „Pflegevolksversicherung“ gefordert hat.

Um dies zu ändern und die Finanzierungslast solidarisch zu verteilen, plädierten Rothgang und Kalwitzki für die Einführung einer Pflegebürgerversicherung. Diese sieht neben einer Integration der privat Pflegeversicherten in den gesetzlichen Zweig vor, weitere Einnahmearten (zum Beispiel Zinsgewinne oder Mieteinnahmen) zu verbeitragen sowie die Beitragsbemessungsgrenze anzuheben. Hierdurch wird eine finanzielle Entlastung von allen heute gesetzlich Versicherten und von einkommensschwächeren Privatversicherten erreicht.

Rothgang und Kalwitzki verwiesen zusätzlich darauf, dass eine solche Bürgerversicherung im Bereich der Pflege deutlich einfacher umzusetzen sei als etwa in der Krankenversicherung. Grund hierfür sind die bereits heute weitgehend homogenen Regelungen im Leistungs- und Leistungserbringungsrecht, durch die Widerstände und Umsetzungsschwierigkeiten wie im Krankenversicherungssektor nicht auftreten.


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Prof. Dr. Heinz Rothgang
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
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Tel.: +49 421 218-58557
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Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Entwicklung flexibler und abgestimmter Tools für das Management von Forschungsdaten.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Entwicklung flexibler und abgestimmter Tools für das Management von Forschungsdaten.

Zusammen mit zehn Partnern beteiligte sich QUALISERVICE am Antrag für ein großes Verbundprojekt, welches jetzt vom BMBF bewilligt wurde. Das auf drei Jahre angelegte Projekt wird vom GESIS – Leibniz Institut für Sozialwissenschaften koordiniert und verbindet Akteure aus dem Feld der empirischen Bildungsforschung.

Projektziel ist die Entwicklung und Implementierung von Domain Data Protokollen (DDPs). DDPs sind öffentliche und referenzierbare Protokolle, die für verschiedene Datentypen (Interviews, standardisierte Befragungen etc.) relevante Aspekte des Forschungsdatenmanagements beschreiben. Dazu gehören zum Beispiel Fragen der Datenqualität, -aufbereitung, -dokumentation und Arbeitsorganisation oder hinsichtlich rechtlicher und forschungsethischer Aspekte. Forschende können solche Protokolle als Handreichung bei der Planung und Beantragung von Forschungsprojekten nutzen. Forschungsförderer unterstützen sie bei deren Begutachtung. Qualiservice bringt seine Expertise bezogen auf qualitative Daten in den Projektverbund ein. Forscherinnen und Forscher ebenso wie Forschungsförderer werden ebenfalls in die Entwicklung der DDPs einbezogen.
 
QUALISERVICE ist am SOCIUM - Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik der Universität Bremen angesiedelt und wird von Prof. Dr. Betina Hollstein geleitet. Die Archivierung wird zusammen mit dem zertifizierten Weltdatenzentrum PANGAEA und der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen (SuUB) organisiert. Für Mixed-Methods-Studien wird zusammen mit der GESIS – Leibniz Institut für Sozialwissenschaften eine koordinierte Archivierung und ein wechselseitiges Verweissystem aufgebaut. Seit 2019 arbeitet Qualiservice als Teil des Fachinformationsdienstes Sozial- und Kulturanthropologie (FID SKA) außerdem eng mit der Universitätsbibliothek der Humboldt Universität zu Berlin zusammen.


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Herbert Obinger Mitherausgeber des neuen Standardwerkes

Wer sich umfassend über Geschichte, Theorien und Methodik, konkrete Politikinhalte und ihre Wirkungen im Bereich der (international vergleichenden) Sozialpolitikforschung informieren will, der kann seit neuestem zum gut 900 Seiten starken „Handbuch Sozialpolitik“ greifen, das Herbert Obinger zusammen mit dem Heidelberger Emeritus Manfred G. Schmidt herausgegeben hat. Auf dem deutschen Buchmarkt gibt es nichts Vergleichbares. Bisherige Überblicke in Buchform hatten sich auf Teilaspekte des Themas wie etwa das Sozialrecht beschränkt.

Das neue Handbuch gliedert sich in sieben Teile mit insgesamt 41 Kapiteln, die von den führenden Expertinnen und Experten (aus unterschiedlichen Forschungsdisziplinen) geschrieben wurden. Zehn Beiträge stammen von Mitgliedern des SOCIUM. Teil I widmet sich der Geschichte der Sozialpolitik, Teil II den Theorien zu ihrer Erklärung. Teil III greift die unterschiedlichen nationalen wohlfahrtsstaatlichen Systeme und die dazugehörigen Typologien auf, während Teil IV einen Überblick über die Methoden der Sozialpolitikforschung offeriert. Teil V beschäftigt sich mit den aktuellen Herausforderungen, während Teil VI einen breiten Überblick über die vielschichtigen konkreten Inhalte der unterschiedlichen Felder von Sozialpolitik bietet. Der abschließende Teil VII befasst sich mit den Wirkungen von Sozialpolitik.

Weitere Informationen:
Obinger, Herbert/Schmidt, Manfred G. (Hrsg.) 2019: Handbuch Sozialpolitik, Wiesbaden: Springer VS


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Prof. Dr. Herbert Obinger
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Sonderforschungsbereich 1342 und Qualiservice besonders hervorgehoben

Ende März hatte der international besetzte wissenschaftliche Beirat des SOCIUM die Arbeit des Hauses in einer zweitägigen Sitzung unter die Lupe genommen und in Diskussionen und Gesprächen mit den Mitgliedern und dem Vorstand detaillierte Kritik geübt, aber auch hohes Lob gezollt. Der nun vorliegende Bericht des Gremiums unterstreicht dies nochmals.

Die besondere Stärke der Forschungsleistung des SOCIUM sah der Beirat dabei vor allem in vier Aspekten: Erstens, der international vergleichenden Wohlfahrtsstaats- und Sozialpolitikforschung, wie sie mit dem seit 2018 laufenden Sonderforschungsbereich 1342 „Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik“ hervorragend dokumentiert werde. Zweitens stelle die Kombination qualitativer und quantitativer sozialwissenschaftlicher Methoden eine traditionelle Stärke Bremens dar, die durch den Aufbau und die erhebliche Erweiterung des Servicezentrums für qualitative Forschungsdaten, Qualiservice, eine überregionale Bedeutung für die bundesdeutsche sozialwissenschaftliche Forschung erhalten habe. Drittens lobte der Beirat die Fortsetzung der Tradition lebenslaufbezogener Ungleichheitsforschung, wie sie unter anderem mit der Einwerbung der Stiftungsprofessor „Lebenslauforientierte Sozialpolitik“ aus dem „Fördernetzwerk Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung“ (FIS) des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales deutlich werde. Viertens schließlich unterstrich der Beirat die große Bedeutung der Mittelschichtsforschung in Bremen. Hier sah er eine gute Gelegenheit, aus dem aktuell laufenden Forschungsprojekt ein weiteres wichtiges Standbein für die Forschungsarbeit des SOCIUM zu entwickeln.


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Absolventinnen des gemeinsamen Studiengangs der Universität Bremen und der Università degli Studi di MilanoAbsolventinnen des gemeinsamen Studiengangs der Universität Bremen und der Università degli Studi di Milano
Vier Studierende verteidigen ihre Masterarbeit an der Università degli Studi di Milano

Am 26. März 2019 schloss bereits der zweite Jahrgang des gemeinsamen Studiengangs der Universität Bremen und der Università degli Studi di Milano das zweijährige Studium erfolgreich ab. Chiara Bressan, Sinem Dogan, Verena Sattler und Laura Rappold verteidigten ihre Abschlussarbeiten zu Themen der vergleichenden Europäischen Arbeitsbeziehungen sowie der Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt und durften dann den traditionellen Lorbeerkranz („corona d’alloro“) als Zeichen des erfolgreichen Abschlusses aufsetzen.

Bereits seit dem Wintersemester 2015/2016 arbeiten die Mailänder Università degli Studi und die Universität Bremen in einem Studienprogramm zusammen, das einen doppelten Abschluss (in Deutschland und Italien) für einen „European Master in Labour Studies and Social Policy“ vergibt. Wesentliche Studieninhalte beziehen sich auf Arbeitsbeziehungen im internationalen Vergleich, unter Berücksichtigung von Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden und der staatlichen Einbettung dieser Beziehungen. Ein weiterer Schwerpunkt in diesem Programm, das im ersten Jahr an der Universität Bremen und im zweiten Jahr an der Universität Mailand absolviert wird, ist die vergleichende Untersuchung von Ungleichheit und Sozialpolitik. Bewerbungen für dieses internationale Masterstudium sind noch bis zum 15. Juni 2019 an beiden Universitäten möglich.


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PD Dr. Tanja Pritzlaff-ScheelePD Dr. Tanja Pritzlaff-Scheele
Neues Forschungsprojekt von Tanja Pritzlaff-Scheele im „Fördernetzwerk Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung“ (FIS) des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Was gerecht ist, ist in der Gesellschaft sehr umstritten. Hier treffen Vorstellungen von Leistung, Bedarf oder Gleichheit aufeinander. Entsprechend unterschiedlich wird auch Sozialpolitik wahrgenommen. Ein zusätzliches Problem für die Forschung: Vorstellungen darüber, was gerecht ist, lassen sich nur sehr begrenzt mit Umfragen zuverlässig ermitteln.

Hier setzt das neue Forschungsprojekt an, das Tanja Pritzlaff-Scheele beim „Fördernetzwerk Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung“ eingeworben hat. Mit einer Mischung aus problemzentrierten Interviews und laborgestützten Gruppenexperimenten erhofft sie sich neue Einsichten in die Gerechtigkeitsvorstellungen einer ganz besonders interessanten Gruppe, nämlich jener Menschen, deren Einkommen trotz Erwerbstätigkeit über das Arbeitslosengeld II aufgestockt wird. Welche Gerechtigkeitsvorstellungen hegen sie? Welche Rolle spielen für sie die die Gerechtigkeitsprinzipien Leistung, Bedarf und Gleichheit? Und wie werden diese Prinzipien gewichtet?

Mit einem innovativen Mix verschiedener sozialwissenschaftlicher Methoden sowie dem Fokus auf eine ganz besonders interessante Personengruppe erhofft sich Pritzlaff-Scheele nicht nur wichtige neue Erkenntnisse über Gerechtigkeitsvorstellungen im Sozialstaat, sondern darüber hinaus auch eine Grundlage für neue anwendungsorientierte methodische Bausteine für Politik und Verwaltung.

Das „Fördernetzwerk Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung“ (FIS) wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales finanziert. Sein Ziel ist die Stärkung sozialwissenschaftlicher Forschung zu Themen des Wohlfahrtsstaates und der Sozialpolitik.


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PD Dr. Tanja Pritzlaff-Scheele
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Prof. Dr. Gerd Glaeske  (Copyright Raphael Huenerfauth)Prof. Dr. Gerd Glaeske (Copyright Raphael Huenerfauth)
Arzneimittelexperte hält Vorträge über Heilwirkungen von essbaren Kräutern und Gewürzen

Obernkirchen/Bremen. Prof. Dr. Gerd Glaeske hat seine Vortragsreihe zu den Gesundheitseffekten von Kräutern und Gewürzen im Rahmen der Frühjahrskur der BKK24 erfolgreich abgeschlossen. In seinen sechs Vorträgen in Barsinghausen, Hameln, Obernkirchen, Alzey-Worms, Holzminden sowie Nienburg vermittelt er Erkenntnisse zur positiven Wirkung von Kräutern und Gewürzen als gesündere Alternative zu Arzneimitteln.

Der Prävention von Krankheiten durch Kräuter mit medizinischer Wirkung oder dem Lindern von Beschwerden durch Gewürze, wird in der heutigen Zeit noch zu wenig Wert zugesprochen. Daher standen bei der Vortragsreise neben kulinarischen Vorschlägen vor allem gesundheitliche Aspekte dieser Kräuter und Gewürze im Mittelpunkt.

Kräuter und Gewürze können nicht nur zur Senkung des Bluthochdrucks beitragen oder Erkältungssymptome wie Halsschmerzen, Husten oder Schnupfen mindern, darüber hinaus können sie Verdauungs- und Magenbeschwerden auf schonende Weise behandeln. Erzielt werden diese Behandlungserfolge u.a. durch die antivirale, antibakterielle und antiseptische Wirkung verschiedener Kräuter und Gewürze. Betrachtet man beispielsweise die Heilpflanze des Jahres 2018, die Ingwerknolle, zeigen sich entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkungen. Ingwer kann sowohl in der Behandlung von Erkältungskrankheiten als auch bei Beschwerden des Magen-Darm-Traktes verwendet werden.

Das Interesse an den Gesundheitseffekten von Kräutern und Gewürzen sowie die Begeisterung der mehr als 350 Teilnehmer*innen zeigt sich nicht nur durch die ausverkauften Veranstaltungen an nahezu allen Orten, sondern auch durch die auf die Vorträge folgende vielfältige positive Resonanz. 

Mit seinem letzten Vortrag in Holzminden beendet Prof. Dr. Gerd Glaeske am 16.04.2019 erfolgreich seine Vortragsreise.

Die zu den Vorträgen gezeigte Präsentation finden Sie hier.


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Prof. Dr. Gerd Glaeske
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