Aktuelle Mitteilungen

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) plant den Aufbau eines "Instituts für gesellschaftlichen Zusammenhalt". Dafür wurden elf Hochschul- und Forschungseinrichtungen aus zehn Bundesländern ausgewählt.

Das SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik ist dabei.
Bremer Schwerpunkt werden "Die Mittelschichten. Bewahrer und Gefährder gesellschaftlichen Zusammenhalts" sein. Die Soziologen Professor Uwe Schimank und Professor Olaf Groh-Samberg haben den Antrag gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Forschungseinrichtungen und Disziplinen der Universität erarbeitet. Er wird nach einer wissenschaftlichen Begutachtung nun vom BMBF gefördert. Gemeinsam mit multidisziplinären Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universitäten Berlin, Bielefeld, Frankfurt, Halle, Hannover, Konstanz und Leipzig sowie zwei Forschungsinstituten in Göttingen und Hamburg soll zunächst in einer einjährigen Vorphase ein Gründungskonzept für das Institut entwickelt werden. Die Forscherinnen und Forscher werden an verschiedenen Orten arbeiten und nach der Auseinandersetzung mit aktuellen Entwicklungen praxisorientierte Vorschläge machen. "Die Auswahl der Universität Bremen durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung zeigt, welche hohe Expertise unser Wissenschaftsschwerpunkt Sozialer Wandel, Sozialpolitik und Staat hat. Wir freuen uns, zu den elf Partnern des neuen Instituts zu gehören", sagte Professor Bernd Scholz-Reiter, Rektor der Universität Bremen. "Universität und Land werden diese Vorphase unterstützen".

Vom Garant der Ordnung zum "Brandstifter"
Thematischer Fokus des Bremer Beitrags zum Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt sind die Mittelschichten. Sie sind diejenige Großgruppe unserer Gesellschaft, der lange Zeit zugesprochen wurde, als Garant der Stabilität gesellschaftlicher Ordnung - Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, sozialer Ausgleich - zu wirken. Die Integrationskraft der Mittelschichten scheint jedoch durch zunehmende Konflikte und Ungleichheiten geschwächt. Inzwischen treten Teilgruppen der Mittelschichten eher umgekehrt als "Brandstifter" auf. Wie ist es dazu gekommen, und was könnte man dagegen tun? Zu diesen beiden Fragen sollen von den Bremer Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftlern Forschungsprojekte durchgeführt werden.

Bundesforschungsministerin: "Debatten versachlichen"
"Die Lebenswirklichkeiten von Stadt und Land verändern sich und driften teilweise auseinander. Neue Medien verändern die Kommunikationskultur. In unserer pluralistischen Gesellschaft stellen sich andere Fragen als bisher, wenn es um Zugehörigkeit und Identität geht. Das beschäftigt Bürgerinnen und Bürger", sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. Das neue Institut erhalte den Auftrag, die genannten Fragen zu erforschen und dazu beizutragen, Debatten zu versachlichen. "Es wird uns helfen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken."


Kontakt:
Prof. Dr. Olaf Groh-Samberg
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-66440
E-Mail: olaf.grohsamberg@uni-bremen.de

Prof. Dr. Uwe Schimank
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58564
E-Mail: uwe.schimank@uni-bremen.de

Das Schwerpunktheft der WSI-Mitteilungen wird von der Arbeitsgruppe "Soziale, kulturelle und ökonomische Ungleichheiten" herausgegeben.

Die Arbeitsgruppe "Soziale, kulturelle und ökonomische Ungleichheiten" gibt das Schwerpunktheft 5/2018 der WSI-Mitteilungen heraus, das ab sofort erhältlich ist. Zum Thema "Dynamiken sozialer Ungleichheit" finden sich darin wissenschaftliche Fachbeiträge sowie Debattenbeiträge und Artikel zu Statuskonkurrenzen und sozialen Spaltungen, Rechtspopulismus und sozialer Deklassierung, Globalen Ungleichheiten, Vermögens- und Einkommensungleichheit sowie ihrer Besteuerung und einiges mehr.
Das Heft erscheint im Nomos Verlag am 1. Oktober 2018 und kann ab sofort bestellt werden bzw. heruntergeladen werden.

Download:
WSI Mitteilungen Ausgabe 05/2018

Weitere Informationen:
Arbeitsgruppe "Soziale, kulturelle und ökonomische Ungleichheiten"


Kontakt:
Prof. Dr. Olaf Groh-Samberg
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-66440
E-Mail: olaf.grohsamberg@uni-bremen.de

Forschungskommission des akademischen Senats sieht alle Ziele der Gründung des SOCIUM als vollständig erfüllt an.

Gleich der zweite Tagesordnungspunkt der Sitzung des Akademischen Senats am 6. Juni 2018 barg eine für die Bremer Sozialwissenschaften wichtige Entscheidung: die Fortführung des SOCIUM als Zentrale Wissenschaftliche Einrichtung (ZWE). Dazu hatte das SOCIUM eine knapp 400 Seiten starke Dokumentation seiner Arbeit für die Jahre 2015 bis 2017 vorgelegt. Dies war für die Forschungskommission des Senats Grund genug, dem Akademischen Senat ohne Vorbehalte und Einschränkungen die Verlängerung zu empfehlen.

Der Akademische Senat sah wenig Diskussionsbedarf. Die konkrete Nachfrage des Rektors, ob die seinerzeit mit der Gründung des SOCIUM verfolgten Ziele erreicht worden seien, bestätigte der Vorsitzende der Forschungskommission nachdrücklich. Der Akademische Senat folgte daraufhin einstimmig dem Vorschlag seiner Forschungskommission und verlängerte die Laufzeit des SOCIUM als ZWE um weitere fünf Jahre bis Ende 2022.

Als Zentrale Wissenschaftliche Einrichtung der Universität ist das SOCIUM ein eigenständiges, außerhalb der Fachbereiche angesiedeltes, direkt der Universitätsleitung unterstehendes Institut, das interdisziplinär die sozialwissenschaftliche Forschung vor allem zu Ungleichheit und Sozialpolitik bündelt. An ihm sind neben der Soziologie vor allem Politik- und Gesundheitswissenschaft beteiligt. Gut 100 meist junge Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sind derzeit in rund drei Dutzend Forschungsprojekten beschäftigt. Die Summe der extern eingeworbenen Forschungsgelder umfasste im Jahre 2017 3,7 Mio. Euro. In neun der 15 Teilprojekte des neuen Sonderforschungsbereichs 1342 "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik" sind Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer aus dem SOCIUM federführend beteiligt. Damit stellt das SOCIUM nicht nur den Kern der exzellenten sozialwissenschaftlichen Forschung in Bremen, sondern bietet auch einen institutionellen Rahmen für die Entwicklung neuer Forschungsideen.


Kontakt:
Prof. Dr. Frank Nullmeier
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58576
E-Mail: frank.nullmeier@uni-bremen.de

Sigrid LupieriSigrid Lupieri
Lupieri ist Doktorandin an der University of Cambridge und wird drei Monate eng mit dem SOCIUM und dem SFB 1342 "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik" zusammenarbeiten.

Dank eines Stipendiums der Alexander von Humboldt-Stiftung arbeitet Sigrid Lupieri vom 1. September bis 30. November 2018 als Gastwissenschaftlerin am SFB 1342 und SOCIUM. Als Doktorandin an der University of Cambridge analysiert sie die Faktoren, die die Teilhabe älterer syrischer Flüchtlinge an Gesundheitsdienstleistungen in Jordanien bestimmen.

Sigrid Lupieri war zuvor für die UNESCO und das UNDP in Neu-Delhi und New York tätig, außerdem hat sie mehrere Jahre als Journalistin in Armenien, Georgien, Deutschland und den USA gearbeitet. Sie hat einen Master-Abschluss in Journalismus (Northwestern University) und Moderner europäischer Geschichte (University of Cambridge) sowie einen BA in Fremdsprachen und Literatur der Universität Udine. Während ihres Aufenthaltes in Bremen wird Sigrid Lupieri eng mit dem Teilprojekt A04 "Globale Entwicklungen in Gesundheitssystemen und in der Langzeitpflege" des SFB 1342 zusammenarbeiten.


Kontakt:
Dr. Lorraine Frisina Doetter
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58561
E-Mail: frisina@uni-bremen.de

Förderatlas 2018 - Deutsche ForschungsgemeinschaftFörderatlas 2018 - Deutsche Forschungsgemeinschaft
Politikwissenschaft und Soziologie auf Platz 4 der Einwerbung von Forschungsmitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Der gerade erschienene Förderatlas 2018 der Deutschen Forschungsgemeinschaft hält interessante Zahlen für Bremen verborgen. Wer bis auf Seite 111 durchblättert, erfährt dort, dass die Deutsche Forschungsgemeinschaft in den Jahren 2014 bis 2016 der Bremer Soziologie und Politikwissenschaft 9,9 Mio. Euro an Forschungsmitteln bewilligt hat. Nur noch die Freie Universität Berlin (15,6 Mio. Euro), die Universität Mannheim (13,8 Mio. Euro) und die Universität Bielefeld (11,2 Mio. Euro) sind hier bundesweit erfolgreicher gewesen.

Das allein zeigt bereits die exzellente Forschungsleistung der Sozialwissenschaften an der Weser. Als noch hervorragender stellt sich dieses Ergebnis jedoch heraus, wenn man weiß, dass die Jahre 2014 bis 2016 im Wesentlichen in die Zeit zwischen dem regulären Auslaufen des Sonderforschungsbereichs "Staatlichkeit im Wandel" im Dezember 2014 und dem Start des neuen Sonderforschungsbereichs "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik" im Januar 2018 fielen. Auch ohne Sonderforschungsbereichsgelder gehört die Universität Bremen also zu den bundesweit forschungsstärksten Universitäten im Bereich der Sozialwissenschaften.

Mit zehn Mio. Euro konnten in den Jahren 2014 bis 2016 in Bremen rund 160 Vollzeit-Beschäftigtenjahre vor allem für junge Nachwuchskräfte finanziert werden. Damit wird deutlich, dass auch die Sozialwissenschaften hier in Bremen direkt Arbeitsplätze schaffen. Nimmt man hinzu, dass der Sonderforschungsbereich "Staatlichkeit im Wandel" in seiner Laufzeit von 2003 bis 2014 insgesamt rund 25 Mio. Euro an Forschungsmittel eingeworben hat, so rechnet sich das in ungefähr 400 Vollzeit-Beschäftigungsjahre um. Und die rund elf Mio. Euro Forschungsmittel, die der neue Sonderforschungsbereich "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik" für seine ersten vier Jahre Arbeit zwischen 2018 und 2021 bewilligt bekommen hat, entsprechen weiteren rund 180 Vollzeit-Beschäftigtenjahren.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft wird vom Bund und den Ländern finanziert und vergibt ihre Forschungsgelder nur auf Grundlage extern begutachteter Anträge in einem wettbewerblichen Verfahren, wobei nur rund ein Drittel der Anträge Erfolg haben. Neben den Geldern für die Exzellenz-Initiative umfasst diese Förderung vor allem Sonderforschungsbereiche, Forschergruppen, Nachwuchsgruppen, Graduiertenkollegs sowie Einzelanträge. Im Jahr 2017 umfasste der Haushalt der Deutschen Forschungsgemeinschaft gut drei Mrd. Euro.


Kontakt:
Prof. Dr. Frank Nullmeier
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58576
E-Mail: frank.nullmeier@uni-bremen.de

Titelblatt Cannabis-ReportTitelblatt Cannabis-Report
Erste Studie zur Versorgung mit neuen Cannabis-Arzneimitteln vorgestellt.

Seit März 2017 ist die Verordnung von Cannabis auf Rezept zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen möglich, obwohl die Studienlage zur Wirksamkeit und Sicherheit von Cannabis als Medizin bisher lückenhaft ist. Um die aktuelle Rolle von Cannabis als Therapieoption für verschiedene Krankheiten besser beurteilen zu können, wurde der Cannabis-Report von der Universität Bremen mit Unterstützung der TK erstellt. Die ersten repräsentativen Zahlen von Cannabis-Verordnungen können ein Licht auf die tatsächliche Versorgung bei den TK-Versicherten werfen und dazu dienen, die Diskussion um dieses neue Arzneimittel zu versachlichen.

Die grundsätzliche Behandlungsmöglichkeit durch Cannabis ist positiv zu bewerten, Cannabis ist aber im Vergleich zu den meisten bewährten Therapien keine gute Alternative. Im Einzelfall kann medizinisches Cannabis Patientinnen und Patienten aber helfen.

Das ist eines der Ergebnisse des Cannabis-Reports, der am 17. Mai 2018 in Berlin vorgestellt wurde.

Weitere Informationen:
Gerd Glaeske/Kristin Sauer, Cannabis-Report, 2018
Präsentation zur Pressekonferenz Cannabis-Report, 17. Mai 2018, Berlin


Kontakt:
Prof. Dr. Gerd Glaeske
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58559
E-Mail: gglaeske@uni-bremen.de