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Titelblatt Cannabis-ReportTitelblatt Cannabis-Report
Erste Studie zur Versorgung mit neuen Cannabis-Arzneimitteln vorgestellt.

Seit März 2017 ist die Verordnung von Cannabis auf Rezept zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen möglich, obwohl die Studienlage zur Wirksamkeit und Sicherheit von Cannabis als Medizin bisher lückenhaft ist. Um die aktuelle Rolle von Cannabis als Therapieoption für verschiedene Krankheiten besser beurteilen zu können, wurde der Cannabis-Report von der Universität Bremen mit Unterstützung der TK erstellt. Die ersten repräsentativen Zahlen von Cannabis-Verordnungen können ein Licht auf die tatsächliche Versorgung bei den TK-Versicherten werfen und dazu dienen, die Diskussion um dieses neue Arzneimittel zu versachlichen.

Die grundsätzliche Behandlungsmöglichkeit durch Cannabis ist positiv zu bewerten, Cannabis ist aber im Vergleich zu den meisten bewährten Therapien keine gute Alternative. Im Einzelfall kann medizinisches Cannabis Patientinnen und Patienten aber helfen.

Das ist eines der Ergebnisse des Cannabis-Reports, der am 17. Mai 2018 in Berlin vorgestellt wurde.

Weitere Informationen:
Gerd Glaeske/Kristin Sauer, Cannabis-Report, 2018
Präsentation zur Pressekonferenz Cannabis-Report, 17. Mai 2018, Berlin


Kontakt:
Prof. Dr. Gerd Glaeske
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58559
E-Mail: gglaeske@uni-bremen.de

Prof. Dr. Simone SchergerProf. Dr. Simone Scherger
Simone Scherger Mitglied der Kommission "Verlässlicher Generationenvertrag".

Die Große Koalition hatte im Koalitionsvertrag die Einrichtung einer Rentenkommission der Bundesregierung vereinbart, die aus Vertreterinnen und Vertretern der Sozialpartner (Arbeitgeber und Gewerkschaften), aus Politik sowie aus der Wissenschaft bestehen sollte. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat nun diese zehnköpfige Kommission eingesetzt, der auch Simone Scherger aus dem SOCIUM angehört.

Ziel dieser Rentenkommission soll es laut Bundesregierung sein, die Rente für alle Generationen gerecht und zuverlässig sicherzustellen. Dazu bedürfe es der nachhaltigen Sicherung und Fortentwicklung sowohl der gesetzlichen Rentenversicherung als auch der zweiten und dritten Säule der Alterssicherung - also der betrieblichen sowie der privaten Vorsorge. Die Kommission soll dazu in den kommenden zwei Jahren Handlungsvorschläge für die Zeit ab dem Jahr 2025 erarbeiten. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat die Kommission am 3. Mai 2018 offiziell eingesetzt. Sie wird ihre Arbeit im Juni aufnehmen.

Unter den drei Mitgliedern aus der Wissenschaft ist Simone Scherger die einzige Soziologin. Sie ist seit April 2018 Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt lebenslauforientierte Sozialpolitik. Die Professur ist eine Stiftungsprofessur, die aus Mitteln des "Fördernetzwerks Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung" des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales gefördert wird. Der Schwerpunkt der Forschung von Frau Scherger liegt auf den Zusammenhängen zwischen Lebensläufen und Sozialpolitik. Dabei geht es beispielsweise um die Risiken veränderter Erwerbsverläufe und Lebensformen und die Wirkungen von Reformen (z. B. auf dem Arbeitsmarkt und in der Alterssicherung) auf individuelle Lebensläufe. Besonders interessiert sich Simone Scherger dafür, wie bestimmte Gruppen - beispielsweise Frauen, Personen mit Migrationshintergrund, Erwerbsgeminderte oder Alleinselbständige - mit sozialen Risiken im Lebensverlauf und in der alltäglichen Lebensführung umgehen. Von 2010 bis 2017 hat Simone Scherger die Emmy Noether-Nachwuchsforschungsgruppe "Erwerbsarbeit jenseits der Rentengrenze in Deutschland und Großbritannien" am SOCIUM geleitet.


Kontakt:
Prof. Dr. Simone Scherger
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58569
E-Mail: simone.scherger@uni-bremen.de

Naegler/Wehkamp (2018) Medizin zwischen Patientenwohl und ÖkonomisierungNaegler/Wehkamp (2018) Medizin zwischen Patientenwohl und Ökonomisierung
Eine einmalige qualitative Studie zum Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Patientenwohl, mit praxisbezogenen Empfehlungen für mehr Transparenz in den Krankenhäusern.

Was bestimmt im Krankenhaus: Medizinische Vernunft oder ökonomische Zwänge?

Stehen die Patienten im Krankenhaus wirklich mit ihren gesundheitlichen Sorgen im Mittelpunkt? Sind die Steigerungen der Fallzahlen und die Komplexitätsgrade von Erkrankungen nur auf medizinische Gründe zurückzuführen? Oder sind diese Entwicklungen Ausdruck eines "Ökonomisierungsprozesses", in dem medizinische Indikationen mit wirtschaftlichen Interessen vermengt werden? Welchen Einfluss haben die Finanzierungs- und Steuerungskonzepte des Gesundheitssystems auf Inhalte und Charakter der Medizin in Krankenhäusern?

Die Autoren des vorliegenden Buches - der eine Arzt, der andere Ökonom - befragten im Rahmen einer qualitativen Studie Ärzte und Geschäftsführer deutscher Krankenhäuser, inwieweit medizinische Entscheidungen durch andere Interessen als die der Patienten beeinflusst werden. Die zusammengefassten Ergebnisse zeigen die Dilemmata auf, denen Geschäftsführer und Ärzte ausgesetzt sind, wenn sie zur Sicherung der wirtschaftlichen Existenz der Krankenhäuser Gewinne erzielen sollen: Das Patientenwohl rückt aus dem Fokus medizinischer und unternehmerischer Entscheidungen im Krankenhaus. Die Zahl der aufgenommenen Patienten steigt, Indikationen und Ablauf von Behandlungen werden ausgedehnt.

Diese Entwicklungen sind nicht nur für die Patienten bedenklich, auch der Arbeitsplatz Krankenhaus verliert für Mediziner und Pflege an Attraktivität. Die Autoren geben Ausblicke und Empfehlungen, inwiefern sich dies umkehren ließe. Krankenhäusern sollte der Druck genommen werden, für ihre Zukunftssicherung gewinnorientiert verhandeln zu müssen und das Patientenwohl sollte wieder ausschließliches Kriterium für medizinische Entscheidungen werden.

Weitere Informationen:
Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft


Kontakt:
Prof. Dr. Karl-Heinz Wehkamp
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 160 90331191
E-Mail: karl.wehkamp@uni-bremen.de

Professor Heinz RothgangProfessor Heinz Rothgang
Ergebnisse zur Entwicklung der Fachkräfteengpässe in den Gesundheitsberufen in Bremen wurden öffentlich vorgestellt.

Im Auftrag der Gesundheitssenatorin hat ein Forschungsteam des SOCIUM - bestehend aus Kai Huter, Rebecca Runte und Rolf Müller unter der Leitung von Heinz Rothgang im Auftrag der Gesundheitssenatorin - die aktuelle und zukünftige Situation für insgesamt neun nicht-ärztliche Pflegeberufe untersucht.  Ausgehend von einer detaillierten Erhebung der aktuellen Situation in diesen neun Berufen wurde ein Projektionsmodell zur Abschätzung des zukünftigen Fachkräfteangebotes und der -bedarfe entwickelt. Mit den Ergebnissen des Gesundheitsberufe-Monitorings liegen nun erstmals konkrete Daten vor, mit denen sich der voraussichtliche Bedarf und die unter Status quo-Bedingungen entstehende Personallücke bis 2035 abschätzen lässt.  
Bei den betrachteten Gesundheitsberufen handelt es sich um die fünf pflegerischen Gesundheitsberufe der Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, Gesundheits- und Krankenpflegehilfe, Altenpflege und Altenpflegehilfe sowie die therapeutischen Gesundheitsfachberufe der Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie und um die Hebammen.

Zentrale Ergebnisse des Berichtes
Der Bericht zeigt auf, dass für die Gesundheits- und Krankenpflege, die Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie für die Altenpflegehilfe und Gesundheits- und Krankenpflegehilfe die Absolventenzahlen gegenüber dem aktuellen Stand deutlich erhöht werden müssten, um dem steigenden Bedarf nachkommen zu können. Die aktuellen Absolventenzahlen sind nicht einmal annähernd ausreichend, um den Beschäftigtenstand in den nächsten Jahren konstant halten zu können.
Die Bedarfsentwicklung für die therapeutischen Gesundheitsberufe und die Hebammen ist deutlich schwieriger abzuschätzen als für die Pflegeberufe. Für die Ergotherapie, die Physiotherapie und die Hebammen ist zu erwarten, dass der Bedarf an Fachkräften in den nächsten Jahren allein aus den Schulen des Landes nicht gedeckt werden wird. Insbesondere in der Physiotherapie und bei den Hebammen müssten die Absolventenzahlen deutlich erhöht werden. Gleichzeitig ist es insbesondere für die Schulen der Therapieberufe - angesichts sehr niedriger Bewerberzahlen - schon aktuell schwierig, die bestehenden Plätze auch zu besetzen.
Deutlicher Handlungsbedarf zeigt sich auch an den Schulen der Gesundheitsfachberufe. Ein großer Teil der Schulen berichtet bereits aktuell über Schwierigkeiten, qualifiziertes Lehrpersonal zu rekrutieren. Gleichzeitig wird gerade bei den Lehrkräften in den nächsten Jahren der allein altersbedingte Ersatzbedarf hoch sein.

Download
Bericht des Gesundheitsberufe-Monitorings
Pressemitteilung der Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz, anlässlich der Pressekonferenz am 30.04.2018
Statement von Prof. Heinz Rothgang, anlässlich der Pressekonferenz am 30.04.2018


Kontakt:
Prof. Dr. Heinz Rothgang
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58557
E-Mail: rothgang@uni-bremen.de

Dipl. Soz. Kai Huter
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58547
E-Mail: huter@uni-bremen.de

Länger besser leben.-InstitutLänger besser leben.-Institut
Dies ist das Thema des ersten "Länger besser leben."-Kongresses der Universität Bremen und der BKK24 am 26.4.2018 in Hannover.

Trotz des bereits im Juli 2015 in Kraft getretenen Präventionsgesetzes wird das Potenzial von Prävention noch zu wenig genutzt. Dabei wird schon seit langer Zeit gefordert, die 4. Säule in unserem Gesundheitssystem neben der Behandlung, der Rehabilitation und der Pflege weiter auszubauen und zu stärken. Dazu will der Kongress des "Länger besser leben."-Institutes, einer seit 2016 bestehenden Kooperation der Universität Bremen und der Krankenkasse BKK24 zur Förderung von Prävention und Gesundheit, einen erkennbaren Beitrag leisten.

Es bereitet Ansätze und Ergebnisse der "Länger besser leben"-Gesundheitsinitiative der BKK24 (auf Basis der epic-Norfolk Studie) wissenschaftlich auf, entwickelt Aktivitäten, begleitet, fördert und implementiert innovative Gesundheits- und Präventionskonzepte auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse - nach der Maßgabe, dass die Wirksamkeit der Maßnahmen zumindest gesichert oder vielversprechend ist.

In diesem Kontext thematisiert der Kongress "Prävention stärken!" das gesundheitspolitische und gesundheitsökonomische Potenzial von Prävention und verknüpft dieses Ziel mit übergeordneten politischen Public-Health-Aspekten. Es geht um die Evaluation bisheriger Maßnahmen, z. B. bei der Behandlung von Diabetes und Adipositas, um die Entwicklung neuer Konzepte und um einen verbesserten Ergebnistransfer in die Öffentlichkeit.

Steigende Lebenserwartung, zunehmende Dominanz von chronischen Erkrankungen und durch Bildungsstandards und Sozialstatus bedingte Ungleichheiten in der Chancenverteilung für ein gesundes und langes Leben bestimmen die Rahmenbedingungen der Entwicklung der Gesundheit in Deutschland. In diesem Zusammenhang kann Prävention zu einer bestimmenden und bedeutenden Einflussgröße moderner Gesundheitssicherung auf medizinischer, politischer und ökonomischer Ebene werden. Die Nutzung präventiver und gesundheitsfördernder Maßnahmen soll

  • die Ungleichheit von Gesundheitschancen reduzieren,

  • die Krankheitshäufigkeit in unserer Gesellschaft verringern,

  • die Dauer von Morbidität in unserer Gesellschaft längeren Lebens verkürzen ("compression of morbidity")

  • und sich damit auf Dauer auch kostendämpfend auf das Gesundheitssystem auswirken.

"Prävention kann auf Dauer die Ausgaben für die Behandlung bestimmter Krankheiten senken - ein wichtiger Aspekt für die Zukunftsfähigkeit unseres Gesundheitssystems. Dieses Potenzial wird in Bezug auf gesundheitsökonomische Aspekte und die Lebensqualität der Bevölkerung noch immer zu wenig wahrgenommen.", so Prof. Dr. Gerd Glaeske, der wissenschaftliche Leiter des "Länger besser leben."-Institutes und Veranstalter des Kongresses.

Nachdem das Augenmerk der Gesundheitspolitik in den vergangenen Jahren vornehmlich der kurativen Medizin gegolten hat, sind nun Bestrebungen zu erkennen, die zwischenzeitlich belegten Möglichkeiten der Prävention zu nutzen und systematisch auszubauen. Diese Entwicklung ist zu begrüßen, da die vorliegenden Erkenntnisse zeigen, dass eine Fokussierung auf den kurativen Bereich ("Reparaturmedizin") nicht nur Ineffizienzen fortschreibt, sondern auch Behandlungsbelastungen für Patientinnen und Patienten, vorzeitige Erkrankung und Tod nach sich zieht. Dies könnte durch eine frühzeitig begonnene und wirksame Präventions- und Gesundheitsförderungsstrategie verhindert werden. Die Verbindung von Prävention und Gesundheitsförderung ist letztlich eine wirkungsvolle Strategie, die Gesundheitspotenziale der Bevölkerung auszuschöpfen und einen Beitrag zum Abbau gesundheitlicher Ungleichheit sowie zu einer Verringerung der Inanspruchnahme des gesundheitlichen Versorgungssystems zu leisten. Prävention trägt somit individuell und gesellschaftlich zu mehr Wohlbefinden und Lebensqualität bei.

BKK24-Vorstand Friedrich Schütte sieht mit der skizzierten Ausrichtung des "Länger besser leben."-Instituts und der Zielrichtung des Präventionskongresses eine "Investition in die Zukunft" mit nachhaltigen Vorteilen für eine "verbesserte Versorgungsqualität" und für "geringere Leistungsausgaben".

Auch der Geschlechteraspekt scheint bei der Gesundheitsförderung mittlerweile auf allen Ebenen angekommen zu sein, nicht zuletzt im Präventionsgesetz: "Bei den Leistungen der Krankenkassen ist geschlechtsspezifischen Besonderheiten Rechnung zu tragen" - bei der Prävention und allen weiteren Aktivitäten der gesetzlichen Krankenkassen. Prof. Dr. Petra Kolip, Professorin für Prävention und Gesundheitsförderung an der Universität Bielefeld, betont, dass in der Praxis die Berücksichtigung des Geschlechts ein zentraler Indikator für Zielgruppengerechtigkeit sein sollte: "Es wäre zu wünschen, dass die einschlägigen Akteure die Umsetzung des Präventionsgesetzes auch in diesem Punkt ernst nehmen. Der Qualitätssprung wäre vermutlich groß."

Download:
Pressemitteilung und Pressemappe
zum "Länger besser leben."-Kongress der Universität Bremen und der BKK24 am 26. April 2018

Präsentationen:
Thomas Altgeld und Prof. Dr. Petra Kolip
Prof. Dr. Detlef Kuhlmann
Prof. Dr. Bärbel-Maria Kurth
Prof. Dr. Hans Hauner
Prof. Dr. Rolf Rosenbrock
Prof. Dr. Gerd Glaeske

Weitere Informationen:
"Länger besser leben."-Institut 


Kontakt:
Prof. Dr. Gerd Glaeske
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58559
E-Mail: gglaeske@uni-bremen.de

DFG fördert Infrastrukturprojekt mit 1 Million Euro.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligt die Implementation von QUALISERVICE als Datenservicezentrum (DSZ) für qualitative sozialwissenschaftliche Forschungsdaten. Damit ist der Weg geebnet, dass Sozialforscherinnen und Sozialforscher in Deutschland erstmals eine verlässliche Anlaufstelle erhalten, um Interviewdaten archivieren und für die Sekundärnutzung in Forschung und Lehre anfordern zu können.

QUALISERVICE ist am SOCIUM angesiedelt und wird von Prof. Dr. Betina Hollstein geleitet. Als informationstechnischer Projektpartner konnte der vom MARUM und dem Alfred-Wegener-Institut gemeinschaftlich betriebene PANGAEA - Data Publisher for Earth & Environmental Science gewonnen werden. Weitere Projektpartner sind die Staats- und Universitätsbibliothek Bremen (SuUB) und das GESIS Leibniz Institut für Sozialwissenschaften, Köln für die wechselseitige Darstellung von Mixed-Methods-Daten.

Die Wurzeln des Projekts reichen bis zum ersten sozialwissenschaftlichen Bremer Sonderforschungsbereich 186 "Statuspassagen und Risikolagen im Lebensverlauf" (1989-2001). Die im Rahmen des SFB durchgeführten, mehreren hundert Interviews wurden zunächst im "Archiv für Lebenslaufforschung" archiviert, um sie für zukünftige Nutzungen zu sichern. 2011 wurde das "Archiv für Lebenslaufforschung" zu QUALISERVICE, das zwischen 2011 und 2014 in einer ersten Projektphase von der DFG gefördert wurde. Ziel des nun bewilligten, auf drei Jahre angelegten, interdisziplinären Verbundprojekts ist die Verstetigung als nationale Regeleinrichtung.

Die Maßnahmen im Rahmen des Infrastrukturprojekts umfassen neben der Einrichtung eines Safe Centers zur vertraulichen Datenaufbereitung und der Implementation der Langzeitarchivierung die Weiterentwicklung des Anonymisierungstools, die Einrichtung des Servicezentrums mit Suchportal, Datenabgabedienst und Helpdesk, den Aufbau der Geschäftsstelle sowie Maßnahmen zur Qualitätssicherung und den Austausch mit der Scientific Community.

Weitere Informationen über QUALISERVICE


Kontakt:
Prof. Dr. Betina Hollstein
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58512
E-Mail: betina.hollstein@uni-bremen.de

Susanne Kretzer
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58616
E-Mail: skretzer@uni-bremen.de

Professor Stephan LeibfriedProfessor Stephan Leibfried
Wir trauern um Stephan Leibfried, der völlig überraschend und für alle unfassbar mitten aus der täglichen Arbeit gerissen wurde.

Was er für uns persönlich, seine Kolleginnen und Kollegen, für die Institution SOCIUM, für die Universität Bremen bedeutet hat, ist in wenigen Sätzen nicht zu fassen. Seit 1974 Professor an der Universität Bremen, gehörte er 1979 zu den Gründern des interdisziplinären Forschungsschwerpunktes Reproduktionsrisiken, Soziale Bewegungen und Sozialpolitik, der zu einem Vorläufer des 1988 gegründeten, ebenfalls interdisziplinären Zentrums für Sozialpolitik (ZeS) wurde. Im ZeS baute er die Abteilung "Institutionen und Geschichte des Wohlfahrtsstaates" auf und er war dann 2015 mit dabei, als das ZeS Teil des neuen SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik an der Universität Bremen wurde.

Stephan Leibfrieds Persönlichkeit ist mit wesentlichen Erfolgen der Bremer Sozialwissenschaften beim Gestalten von Forschungsprojekten und dem Einwerben von Drittmitteln verbunden. Er zählte zu den Initiatoren und Projektleitern des ersten von der Deutschen Forschungsgemeinschaft 1989-2001 an der Bremer Universität finanzierten Sonderforschungsbereichs "Statuspassagen und Risikolagen im Lebensverlauf" (SFB 186) und gehörte zur Initiativgruppe um Michael Zürn und Bernhard Peters, die den von 2003 bis 2014 geförderten Sonderforschungsbereich "Staatlichkeit im Wandel" (SFB 597) aus der Taufe hoben. Ab 2004 war er zudem dessen Sprecher. Der jüngste Sonderforschungsbereich "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik" (SFB 1342), der seit Anfang dieses Jahres arbeitet, sah ihn schließlich als aktiven Ratgeber und hilfreichen Unterstützer.

Stephan Leibfried war mit dabei, als 2001 die Graduate School of Social Sciences (GSSS) mit Mitteln der VolkswagenStiftung als Gemeinschaftsinstitution von Universität Bremen und Jacobs University Bremen zur Ausbildung der sozialwissenschaftlichen Doktorandinnen und Doktoranden ins Leben gerufen wurde. Diese ging dann 2007 in die aus Mitteln der Exzellenz-Initiative geförderte Bremen International Graduate School of Social Sciences (BIGSSS) über. Auch an den dafür notwendigen Anträgen, die der Universität Bremen den begehrten Status einer Exzellenzuniversität erwarben, beteiligte er sich mit großer Intensität.

Stephan Leibfried hat die internationale Kooperation in den Sozialwissenschaften immer gefördert und gelebt, er war Gastprofessor an vielen in- und ausländischen Universitäten, zudem Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und Sekretar deren Sozialwissenschaftlicher Klasse, Mitglied in den wissenschaftlichen Beiräten unter anderem des Wissenschaftszentrums Berlin und des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung, Köln, sowie Träger des Schader-Preises 2014.

Wir, das SOCIUM, die BIGSSS, die Mitwirkenden in den sozialwissenschaftlichen Sonderforschungsbereichen, die Universität Bremen verlieren in ihm nicht nur einen unermüdlichen Ideengeber und universitären Forschungsmanager, sondern darüber hinaus einen Kollegen, der frühzeitig die soziologische und politikwissenschaftliche Bedeutung der Sozialpolitik erkannt und wichtige Impulse für deren Erforschung im Kontext der Europäischen Union geliefert hat. Dass er darüber hinaus immer die Bedeutung der Sozialpolitik für das tägliche Leben vieler Menschen im Blick hatte, macht seinen Tod für uns umso schmerzlicher. Wir trauern um einen außergewöhnlichen Menschen, Forscher und Kollegen, einen großen Anreger und lebensfrohen Menschen. Stephan Leibfried hätte nicht gewollt, dass wir ob seines Todes in unserer Arbeit innehalten. In der Erinnerung an diesen bedeutenden Kollegen bleibt uns seine Leistung Ansporn für die Zukunft.

Sprecher, Vorstände sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von SOCIUM, BIGSSS, SFB 1342 sowie dem ehemaligen ZeS und den ehemaligen SFBs 186 und 597