Aktuelle Mitteilungen

Pressemitteilungen und Kurzmitteilungen sowie Veröffentlichungen, sonstige Veranstaltungshinweise und Stellenausschreibungen des SOCIUM.

Im Rahmen eines DFG-finanzierten Forschungsprojekts zum Thema „Lebensführung als investive Statusarbeit - Praktiken, Bedingungen, Störungen“ ist eine Postdoc-Stelle für die Dauer von 3 Jahren zum 01.10.2016 zu besetzen.

An der Universität Bremen ist im SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik im Rahmen eines DFG-finanzierten Forschungsprojekts zum Thema "Lebensführung als investive Statusarbeit - Praktiken, Bedingungen, Störungen" (Leitung Prof. Uwe Schimank, Prof. Betina Hollstein und Prof. Karin Gottschall) im Arbeitsbereich von Prof. Dr. Uwe Schimank eine Postdoc-Stelle (volle Wochenarbeitszeit, Entgeltgruppe 13 TV-L) für die Dauer von 3 Jahren zum 01.10.2016 zu besetzen.

Das qualitativ ausgerichtete Projekt untersucht die Lebensführung von Mittelschichten in Deutschland in verschiedenen Lebensbereichen mit Blick auf Verbreitung und Gestalt von sozialen Praktiken des Statuserhalts, auf mögliche Irritationen dieser Praktiken und Strategien des Umgangs damit.

Gesucht wird ein/eine Sozialwissenschaftler/in mit Schwerpunkten in der Ungleichheits-, Lebenslaufforschung, Arbeits-, Familiensoziologie und/oder Sozialstrukturanalyse sowie Kompetenzen in der Anwendung qualitativer Forschungsmethoden (insbesondere rekonstruktive Verfahren, z.B. dokumentarische Methode).

Zu den Aufgaben im Projekt gehören die federführende Organisation und Durchführung der geplanten qualitativen Untersuchung, die Durchführung und Auswertung eines Teils der Interviews, die Kooperation mit und Anleitung eines/einer Doktoranden/Doktorandin, Beteiligung an gemeinsamen Publikationen und Vorträgen sowie die Organisation von Aktivitäten, die dem Transfer der Ergebnisse in eine breitere Öffentlichkeit dienen.

Voraussetzung:

  • eine überdurchschnittliche sozialwissenschaftliche Promotion
  • einschlägige Forschungs- bzw. Publikationstätigkeit
  • Teamfähigkeit und Bereitschaft zur interdisziplinären Zusammenarbeit
  • sehr gute Englischkenntnisse


Für nähere Auskünfte wenden Sie sich bitte an Prof. Uwe Schimank, E-Mail: schimank@uni-bremen.de oder Prof. Karin Gottschall, E-Mail: karin.gottschall@uni-bremen.de.

Die Universität Bremen beabsichtigt, den Anteil von Frauen im Wissenschaftsbereich zu erhöhen und fordert deshalb Frauen ausdrücklich auf, sich zu bewerben.

Schwerbehinderten Bewerberinnen/Bewerbern wird bei im Wesentlichen gleicher fachlicher und persönlicher Eignung der Vorrang gegeben.
Internationale Bewerbungen und Bewerbungen von Menschen mit Migrationshintergrund sind willkommen.

Bitte senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen bis zum 15. August 2016 mit den üblichen Bewerbungsunterlagen (Motivationsschreiben, CV samt Schriftenverzeichnis, Zeugniskopien) unter Angabe der Kennziffer A178/16 an:
Universität Bremen
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Sekretariat Prof. Gottschall
Postfach 33 04 40
28334 Bremen
oder
per E-Mail an: buero-gottschall@uni-bremen.de

Prof. Dr. Karin GottschallProf. Dr. Karin Gottschall
Bundesarbeits- und -sozialministerin Andrea Nahles ebnet den Weg für die Stärkung der bundesdeutschen Forschung zu Sozialpolitik und Wohlfahrtsstaat.

Rund 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Bundesrepublik werden im sozialpolitischen Bereich erbracht. Aus dem Bundeshaushalt fließen über 40 Prozent in diesen Bereich. Die sozialwissenschaftliche Forschung zu diesem Thema hingegen hat in den letzten Jahren nicht zuletzt durch den Abbau von Sozialpolitiklehrstühlen erheblich abgenommen. Das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales federführend gegründete „Fördernetzwerk Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (FIS)“ hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Trend umzukehren. Stiftungsprofessuren, Nachwuchsförderung, Förderung von Forschungsvorhaben – die Palette von Maßnahmen, die bereits ab 2017 gefördert werden sollen, ist breit. Dabei soll der neu einberufene  Beirat, dem Vertreter und Vertreterinnen verschiedener sozialwissenschaftlicher Disziplinen und von Trägern der Sozialpolitik angehören, eine hohe Qualität in der Umsetzung des Förderprogramms gewährleisten.

In den letzten Jahren ist von verschiedener Seite darauf hingewiesen worden, dass trotz steigender Bedeutung der Sozialpolitik die sozialwissenschaftliche Forschung dazu abnimmt. Freiwerdende Professuren wurden anderweitig ausgeschrieben, Forschungsinstitute haben sich thematisch neu ausgerichtet. Das führt zu erheblichen Lücken in der Forschung gerade zu einem Zeitpunkt, wo gesellschaftliche und globale Veränderungen viele wichtige neue Fragen aufwerfen. Vertreterinnen und Vertreter von Soziologie, Politik-, Wirtschafts-, Rechts-, Geschichtswissenschaft und Christlicher Sozialethik trafen sich zuletzt im Februar 2016 auf einer vom Bundesarbeits- und -sozialministerium und der Berlin-Brandenburgischen Akademie für Wissenschaften organisierten Tagung zur „Krise der Sozialpolitikforschung?“. Mit dabei waren auch Mitglieder des SOCIUM. Daraus entstand das Fördernetzwerk Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (FIS), dem eine Förderrichtlinie des Ministeriums zugrunde liegt. Der neu berufene Beirat ist  am 2. Juni 2016 zum ersten Mal zusammen getreten und hat die geplanten Förderformate, u.a. Stiftungsprofessuren und Nachwuchsgruppen, aber auch Leuchtturmprojekte und Dialogformate diskutiert. Eine erste Ausschreibung einzelner Maßnahmen soll im Juli dieses Jahres erfolgen. Der Beginn erfolgreich begutachteter Fördermaßnahmen ist für 2017/18 vorgesehen.

Weitere Informationen:
Wissenschaftlicher Beirat einberufen, Pressemitteilung des Bundesministerium für Arbeit und Soziales vom 14. Juni 2016


Kontakt:
Prof. Dr. Karin Gottschall
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel: +49 421 218-58595
E-Mail: karin.gottschall@uni-bremen.de
Laura SeelkopfLaura Seelkopf
1.106 Anträge für 47 Fellowships.

Das Europäische Hochschulinstitut in Florenz zählt zu den begehrtesten sozialwissenschaftlichen Forschungsinstitutionen weltweit - und das nicht nur für Fragen der Europäischen Einigung oder der Politik der Europäischen Union. Vielmehr hat sich das Institut in den vergangenen vier Jahrzehnten zu einem der führenden Zentren für vergleichende Forschung zu Gesellschaften und politischen Systemen entwickelt. Entsprechend begehrt sind seine Ausschreibungen; seien es Professuren oder Forschungsstipendien. Zu den begehrtesten gehört dabei das Max Weber Programme for Postdoctoral Studies. Für die elfte Ausschreibung für das Stipendienjahr 2016/2017 kamen mehr als 1.100 Bewerbungen auf nicht ganz 50 Stellen. Und nun ist es offiziell: Laura Seelkopf ist eine der 47 Erfolgreichen, die ab September für ein Jahr in Florenz forschen dürfen.

Das Max Weber Programm des Europäischen Hochschulinstituts gilt als angesehene Zwischenstation hervorragender Postdocs auf dem Weg zu einer eigenen Professur. Florenz bietet dazu nicht nur ausgezeichnete Forschungsbedingungen, sondern auch ein interdisziplinäres akademisches Umfeld, das es erlaubt, zum einen über den Tellerrand des eigenen Faches hinauszuschauen und zum anderen das akademische Netzwerk gleichgesinnter Nachwuchsleute weltweit auszudehnen. Das Forschungsvorhaben, das Laura Seelkopf in Florenz vorantreiben möchte, befasst sich mit einem internationalen Vergleich von staatlichen Steuerpolitiken und deren Auswirkungen auf die wirtschaftliche Ungleichheit verschiedener Gesellschaften.

  • Wie lassen sich die national unterschiedlichen Entscheidungen über progressive direkte Steuern erklären?
  • Und welchen Einfluss haben diese unterschiedlichen nationalen Steuersysteme auf die wirtschaftliche Ungleichheit?


Ziel der Forschungsarbeit soll es letztlich sein, die Bedingungen herauszuarbeiten, unter denen direkte Steuern als Mittel zur Verringerung wirtschaftlicher Ungleichheit eingesetzt werden.


Kontakt:
Dr. Laura Seelkopf
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel: +49 421 218-58605
E-Mail: laura.seelkopf@uni-bremen.de
Prof. Dr. Gerd GlaeskeProf. Dr. Gerd Glaeske
Expertenteam um Professor Gerd Glaeske veröffentlicht zwei neue Begleitforschungsgutachten, um Fragen zur Verbesserung des Morbi-RSA zu untersuchen und die Fachdiskussion erneut anzustoßen.

Gerd Glaeske (SOCIUM, Universität Bremen) legt in Kooperation mit Wolfgang Greiner (Universität Bielefeld), Jean Dietzel und Carsten Neumann (beide IGES Institut, Berlin) ein Gutachten zu Kriterien, Analysen und Alternativen der Morbi-RSA Begleitforschung vor. Darüber hinaus veröffentlichen Glaeske, Dietzel und Neumann ein weiteres Gutachten zum Thema "Erwerbsminderungsrenten als Morbiditätsindikatoren?".

Initiiert von 11 Gesetzlichen Krankenkassen, ist das erste Gutachten zu Kriterien, Analysen und Alternativen der Auftakt einer unabhängigen wissenschaftlichen Begleitforschung, um Fragen zur Verbesserung des Morbi-RSA zu untersuchen. Mit dem Ziel die Fachdiskussion erneut anzustoßen und das Ausgleichssystem anzupassen, steht die Krankheitsauswahl im Morbi-RSA und u.a. deren Prävalenzgewichtung im Mittelpunkt. Das Gutachten analysiert die realen Auswirkungen des heutigen Verfahrens der Krankheitsauswahl und entwickelt und bewertet ergebnisoffen eine Reihe entsprechender Alternativen.

Auf Basis einer Stichprobe von 1.999.999 Versicherten, wurde anhand von acht Szenarien zur Krankheitsauswahl zunächst quantitativ, dann qualitativ analysiert. Vorab definierte Kriterien hinsichtlich der Anforderungen an den Morbi-RSA, vor allem in Bezug auf die Sicherstellung der Chancengleichheit im Wettbewerb der GKVen, bilden die zentralen Bewertungsaspekte des Gutachtens. Darüber hinaus wurden weitere Kriterien wie Prognosesubstanz/Validität, Vermeidung von Risikoselektion/Zielgenauigkeit der Zuweisungen, Manipulationsresistenz, Messbarkeit, Kontrollierbarkeit und Justiziabilität, Praktikabilität und Verwaltungseffizienz, Transparenz und Akzeptanz sowie Versorgungsneutralität betrachtet.

Nach Auswertung aller Szenarienvarianten empfehlen die Gutachter den Übergang zur logarithmischen Prävalenzgewichtung im Verfahren zur Krankheitsauswahl durch das BVA.

Das zweite Begleitforschungsgutachten thematisiert Fragestellungen zur Erforderlichkeit der indirekten Messung von Morbidität im Morbi-RSA oder ob diese zugunsten einer reinen Morbiditätsorientierung aufgegeben werden kann. Neben der Berücksichtigung von Disease Management Programmen (DMP), steht das Merkmal “Erwerbsminderungsstatus“ im Mittelpunkt, das in der Zuweisungssystematik zur Einschätzung von Morbidität und damit verbundenen Leistungsausgaben dient.

Das Gutachten geht zunächst auf die historische Entwicklung der im RSA verwendeten Ausgabenschätzer ein. Auf einer Datenbasis von 3 Millionen gesetzlich Versicherten wurden anhand einer GKV-repräsentativen Stichprobe Auswirkungen des Wegfalls der beiden Parameter simuliert, auch hinsichtlich des Kassenwettbewerbs. Weitere quantitative Analysen bezogen sich u. a. auf das Verhältnis von Erwerbsminderungsgruppen (EMGs) und Hierarchisierte Morbiditätsgruppen (HMGs).

Nach einer abschließenden qualitativen Bewertung der sich ergebenden Ausgleichsmodelle und RSA-Anpassungen empfehlen die Gutachter den Verzicht des Parameters "Erwerbsminderungsstatus", um die Systematik zu vereinfachen und die Chancengleichheit im GKV-Wettbewerb zu erhöhen.

Download Gutachten:
IGES Institut, Gerd Glaeske, Wolfgang Greiner (2016): Begleitforschung zum Morbi-RSA (Teil 1) Kriterien, Wirkungen und Alternativen

IGES Institut in Zusammenarbeit mit Gerd Glaeske (2016): Begleitforschung zum Morbi-RSA. Erwerbsminderungsrenten als Morbiditätsindikatoren?


Kontakt:
Prof. Dr. Gerd Glaeske
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel: +49 421 218-58559
E-Mail: gglaeske@uni-bremen.de
Prof. Dr. Céline TeneyProf. Dr. Céline Teney
Soziologin erhält den wichtigsten Preis für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland.

Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) geht seit 1977 an junge Nachwuchsforscherinnen und -forscher, die hervorragende wissenschaftliche Arbeit vorweisen können und bereits ein eigenständiges wissenschaftliches Profil entwickelt haben. Céline Teney, Soziologin am SOCIUM und seit 2014 Leiterin der aus Mitteln der Exzellenzinitiative geförderten kooperativen Nachwuchsgruppe mit dem Projekt „Winners of Globalization? A Study on the Emergence of a Transnational Elite in Europe“, gehört für das Jahr 2016 zu dem illustren Kreis der Preisträgerinnen und Preisträger, die am 18. Mai 2016 in Berlin die Auszeichnung verliehen bekommen haben.

Die international besetzte Jury, die aus 134 Vorschlägen letztlich zehn Gewinner auswählte, lobte in ihrer Begründung für die Vergabe nicht nur die außerordentliche Breite der Thematik der Arbeit von Céline Teney, sondern auch die Anwendung einer Vielfalt von unterschiedlichen Methoden. So geht es in ihrer Forschung nicht nur um höchst aktuelle Fragen der Akkulturation ethnischer Minderheiten, sondern auch um Aspekte der Transnationalisierung von Eliten und anderen sozialen Gruppen. Und schließlich befasst sie sich auch mit dem Wahlerfolg rechtsextremistischer Parteien, darunter auch der deutschen NPD. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.

Céline Teney hat an der Universität Freiburg i.Br. Soziologie und Ethnologie studiert, in Sozial- und Politikwissenschaften in Brüssel promoviert und danach unter anderem in Brüssel, am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) sowie am Center for European Studies der Harvard University geforscht, bevor sie 2014 an die Universität Bremen kam.

Weitere Informationen:
Deutsche Forschungsgemeinschaft: Céline Teney - Heinz Maier-Leibnitz-Preisträgerin 2016
Laudatio von Armin Nassehi  am 18. Mai 2016 auf die Preisträgerin Professor Dr. Céline Teney

Pressemitteilung der Deutschen Forschungsgemeinschaft: Fünf Forscherinnen und fünf Forscher erhalten wichtigsten deutschen Nachwuchspreis
forschung - Das Magazin der Deutschen Forschungsgemeinschaft 1/2016:
Hohes Potenzial und herausragende Leistungen, 2016/1, S. 26-27


Kontakt:
Prof. Dr. Céline Teney
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel: +49 421 218-58644
E-Mail: celine.teney@uni-bremen.de