Aktuelle Mitteilungen

Pressemitteilungen und Kurzmitteilungen sowie Veröffentlichungen, sonstige Veranstaltungshinweise und Stellenausschreibungen des SOCIUM.

Prof. Dr. Heinz RothgangProf. Dr. Heinz Rothgang
Projekt zur "Bedarfsgerechtigkeit der medizinischen Versorgung Pflegebedürftiger in stationären Einrichtungen (MVP-STAT)" bewilligt.

Im Rahmen des Innovationsfonds wurden im Jahr 2016 Fördermittel von insgesamt 300 Millionen Euro vergeben. Davon wurden 225 Millionen Euro für die Forschung zu neuen Versorgungsformen und 75 Millionen Euro im Bereich Versorgungsforschung vergeben. Darunter befindet sich ein Projekt des SOCIUM.

Primäres Ziel des von Professor Rothgang (SOCIUM) in der Versorgungsforschung beantragten Projektes ist der Erkenntnisgewinn über die Bedarfsgerechtigkeit der haus- und fachärztlichen Versorgung Pflegebedürftiger in Pflegeheimen als Voraussetzung für die Schaffung einer bedarfsgerechteren medizinischen Versorgung in diesem Setting.

Das dreijährige Projekt mit einem Fördervolumen von 854.905 € wird am SOCIUM in Kooperation mit dem Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP), dem Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) und dem Kompetenzzentrum für Klinische Studien Bremen (KKSB) unter Beteiligung der AOK Bremen/Bremerhaven, der Bremer Heimstiftung, des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), der LandesArbeitsGemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Bremen (LAG) und des Hausärzteverbands Bremen durchgeführt.

Zunächst werden auf Basis von GKV-Routinedaten Unterschiede in der haus- und fachärztlichen Versorgung Pflegebedürftiger in Pflegeheimen im Vergleich zu Pflegebedürftigen im ambulanten Bereich sowie Nicht-Pflegebedürftigen erfasst. Identifizierte Versorgungsunterschiede werden daraufhin mittels standardisierter Assessments im Rahmen einer Primärdatenerhebung auf das Vorliegen von Über-, Unter- und/oder Fehlversorgung bewertet. Die Erklärung vorliegender (nicht) bedarfsgerechter Versorgung erfolgt auf Grundlage einer retrospektiven Analyse der mit den Primärdaten mittels Record Linkage verknüpften GKV-Routinedaten sowie anhand von Fallrekonstruktionen. Auf Basis der auf diese Weise erstmals erhobenen und erklärten Versorgungsdefizite werden Verbesserungspotentiale und Lösungsansätze partizipativ in Fokusgruppengesprächen abgeleitet. Darauf aufbauend wird im Rahmen eines Delphi-Verfahrens ein Modellprojekt entwickelt und abschließend pilotiert. Insgesamt soll das Projekt so zu einer Verbesserung der Bedarfsgerechtigkeit der medizinischen Versorgung Pflegebedürftiger in stationären Einrichtungen beitragen.


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Prof. Dr. Heinz Rothgang
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel: +49 421 218-58557
E-Mail: rothgang@uni-bremen.de
Ruud Koopmans zum Jour Fixe im SOCIUM.

Am Montag, den 14.11.2016, hatte das SOCIUM im Rahmen seiner Jour Fixe-Vortragsreihe Ruud Koopmans vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung zu Gast. Koopmans berichtete über seine jüngste Studie, für die 7.000 Menschen in sechs europäischen Ländern (Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Belgien, die Niederlande und die Schweiz) befragt wurden. Sein kontrovers diskutiertes Ergebnis: Die Beschäftigungsprobleme von Muslimen und ihre fehlende Einbindung in den Arbeitsmarkt haben weniger mit gesellschaftlicher Diskriminierung als vielmehr mit sozialen und kulturellen Faktoren zu tun.

Koopmans nannte dabei zu allererst mangelnde Sprachkenntnisse, traditionelle religionsgeprägte Wertvorstellungen und geringe interethnische Kontakte, die muslimischen Zuwanderern in Europa die Beteiligung am Arbeitsmarkt erschweren. Am offensichtlichsten sei dies bei der geringen Arbeitsmarktbeteiligung muslimischer Frauen, der das traditionelle Verständnis der Geschlechterrollen entgegenstehe.


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Prof. Dr. Céline Teney
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
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Träger des Berninghausen-Preises 2016 (v.l.n.r.): Natascha Ueckmann, Julia Borst, Ansgar Gerhardus, Heinz Rothgang und Michael Claridge. © Harald Rehling/Universität BremenTräger des Berninghausen-Preises 2016 (v.l.n.r.): Natascha Ueckmann, Julia Borst, Ansgar Gerhardus, Heinz Rothgang und Michael Claridge. © Harald Rehling/Universität Bremen
Heinz Rothgang erhält den Berninghausen-Preis für hervorragende Lehre.

Das Humboldt’sche Ideal, wonach gute Forschung und ebensolche Lehre einander bedingen, kommt im universitären Alltag häufig zu kurz. Hoher Andrang, hoher Aufwand, wenig Zeit - es gibt viele Gründe, warum Studierende nicht selten auch an Universitäten „frontal unterrichtet“ werden. Heinz Rothgang und Ansgar Gerhardus aus dem Master-Studiengang „Public Health“ sind daran gegangen, das mit einem dreisemestrigen Forschungslehrprojekt grundlegend zu ändern. Das Studium von Public Health - Gesundheitsversorgung, -ökonomie und -management ist gleichermaßen praxisbezogen wie interdisziplinär, setzt aber fundiertes Theorie- und Methodenwissen voraus. Weil viele Studierende aus der Praxis kommen und dorthin zurück wollen, blieb der Forschungsgehalt des Studiums häufig genug auf der Strecke.

Das dreisemestrige Forschungslehrprojekt organisiert daher die Studierenden in Kleingruppen, die wissenschaftlich fundierte Interventions- und Evaluationskonzepte zu einem von ihnen ausgewählten aktuellen Gesundheitsthema entwickeln. Dabei bleibt es jedoch nicht. In Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen wie etwa Krankenkassen oder Kliniken setzen die Studierenden ihre Konzepte auch um. Forschung wird erfahrbar, Forschungsergebnisse bekommen eine glaubwürdige Grundlage und Studierende sind besonders motiviert.

Der Studiengang Public Health hat mittlerweile sein Lehrkonzept ganz auf diese Projektarbeit umgestellt. Die Rückmeldungen der Studierenden geben dem recht. Die Verbindung aus Forschung und Lehre, Theorie und Praxis, Anleitung und eigenständigem Arbeiten, Universität und externen Partnern kommt gut an.

Der Berninghausen-Preis wird seit 1992 von der Gesellschaft der Freunde der Universität Bremen und der Jacobs University Bremen vergeben und ist mit je 2.000 Euro dotiert.

Weitere Informationen:
Beitrag Buten un Binnen: "Hervorragende Lehre an der Uni Bremen" vom 8. November 2016
Artikel im Weser Kurier: "Enges Rennen um Preis für hervorragende Lehre" vom 10. November 2016
Pressemitteilung der Uni Bremen vom 9. November 2016


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Prof. Dr. Heinz Rothgang
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
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Autorenteam des SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik der Universität Bremen erstellt Pflegereport 2016 im Auftrag der BARMER GEK.

Heute wurde auf der Bundespressekonferenz der neunte BARMER GEK Pflegereport vorgestellt. Darin wurden insbesondere die Auswirkungen der jüngsten Pflegereformen auf die Versorgung der Pflegebedürftigen untersucht. Die Arbeitsgruppe des SOCIUM unter Leitung von Professor Heinz Rothgang, bestehend aus Thomas Kalwitzki, Rolf Müller, Rebecca Runte und Rainer Unger, untersucht dabei auch die regionalen Unterschiede der Bedarfslagen und der Angebotsstrukturen. Wesentliche Datengrundlagen sind die Pflegestatistik, die rund 2,6 Millionen Pflegebedürftige ausweist, das sozio-ökonomische Panel und die Routinedaten der BARMER GEK, die rund zehn Prozent der Bevölkerung abbilden.

Zentrale Ergebnisse des Reports sind:

  1. Die bisherigen Schritte der Pflegereform zeigen Wirkung. Im Pflege-Neuausrichtungsgesetz (2012) und dem Ersten Pflegestärkungsgesetz (2015) wurden gezielt Leistungen für Menschen mit Demenz verbessert und die Möglichkeiten, Verhinderungspflege und Teilzeitpflege in Anspruch zu nehmen, flexibilisiert. Tatsächlich zeigt sich eine deutliche Steigerung der Inanspruchnahme gerade dieser Leistungen. Auch bei der zahnmedizinischen Versorgung in Pflegeheimen, die ebenfalls Gegenstand diverser Neuregelungen war, zeigen sich Verbesserungen.

  2. Die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs im PSG II ist eine sehr großzügige und damit auch sehr teure Reform. Nach im Report vorgestellten Berechnungen ist für 2017 mit Mehrausgaben im Vergleich zum Status quo von mehr als 7 Mrd. Euro zu rechnen. Gleichzeitig werden durch eine Beitragssatzsteigerung Mehreinnahmen generiert, die aber auch in Verbindung mit den Überschüssen, die die Pflegeversicherung derzeit erzielt, nicht ausreichen, die Mehrkosten zu finanzieren. Für 2017 ist daher mit einem strukturellen Defizit von mehr als 3 Mrd. Euro zu rechnen.

  3. In Pflegeheimen führen die Mehrausgaben zu einer finanziellen Entlastung der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen sowie subsidiär der Sozialhilfeträger. Die Einnahmen der Pflegeheime steigen dagegen nicht entsprechend. Die Reform führt daher nicht zu einer besseren Personalausstattung der Pflegeheime. Sollen die Personalschlüssel in Heimen merklich verbessert werden, sind hierzu in den nächsten Jahren weitere Reformanstrengungen notwendig.

  4. Bei Betrachtung der Situation auf Länderebene zeigen sich sehr große Unterschiede. Diese beziehen sich auf die Entwicklung der Zahl der Pflegebedürftigen ebenso wie auf die Anteile der stationär, ambulant und mit Pflegediensten versorgten Pflegebedürftigen, die Kapazitäten des ambulanten und stationären Sektors und das Ausmaß der zukünftigen Personallücke in der Pflege. Diese Unterschiede machen deutlich, dass Pflege regional bzw. lokal gedacht und geplant werden muss.

Download:
BARMER GEK Pflegereport 2016
Statement von Prof. Rothgang anlässlich der Pressekonferenz am 24.11.2016
Folienvortrag von Prof. Rothgang anlässlich der Pressekonferenz am 24.11.2016


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Prof. Dr. Heinz Rothgang
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Dr. rer. pol. Rolf Müller
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
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Keith Banting zum Vortrag im Jour Fixe des SOCIUM.

Kanada war bis in die 1990er Jahre - ganz im Gegensatz zu seinem südlichen Nachbar - ein typischer umverteilender Wohlfahrtsstaat. Doch spätestens seit den 2000er Jahren gehört das Land zusammen mit den USA und der Schweiz zu den am wenigsten umverteilenden Ländern der OECD-Welt. Keith Banting von der Queen’s University, Kingston, Ontario/Kanada unternahm es in seinem Vortrag nicht nur, diese überraschende Entwicklung zu belegen. Er offerierte zudem eine Erklärung: die Verschiebung der parteipolitischen Gewichte in den letzten 25 Jahren mit der Folge, dass bis in die jüngste Zeit hinein soziale Ungleichheit nicht zu einem öffentlich wichtigen Thema geworden ist.

Banting verwies darauf, dass in den letzten Jahren sowohl die Liberalen als auch die Konservativen und die Neuen Demokraten Sozialpolitik im weitesten Sinne als "Schutz der Mittelklasse" definiert hätten, was es allen drei erlaubt habe, sehr unterschiedliche Inhalte mit einer solchen Politik zu verbinden. Ungleichheit sei hier nur ein Thema unter vielen geblieben, so dass die kanadische Debatte zu diesem Thema sehr viel diffuser verlaufe, als dies in Kontinentaleuropa der Fall sei.


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Prof. Dr. Céline Teney
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
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"Moving for the Kids" und die Folgen für die residenzielle Segregation. Die wahrgenommene Qualität von Schulen und Nachbarschaften als Ursache von Umzügen von Familien mit und ohne Migrationshintergrund.

"Umziehen für die Kinder" - Umzüge von Familien können dadurch motiviert sein, die Entwicklungsmöglichkeiten für die Kinder zu verbessern. In dem geplanten Projekt wird auf der Basis von regional vergleichenden standardisierten Primärdatenerhebungen untersucht, wie die wahrgenommene Qualität von Schulen und Nachbarschaften - neben anderen Ursachen - Umzüge und Wohnstandortentscheidungen von Familien mit und ohne Migrationshintergrund beeinflusst. Für Deutschland wird erstmalig systematisch der Frage nachgegangen, ob Motive des intergenerationalen Bildungserhalts oder Bildungsaufstiegs, aber auch Motive des Erhalts ethnisch-kulturellen Kapitals, in Verbindung mit wahrgenommenen Kontextfaktoren der Schule und Nachbarschaft, kleinräumige Wanderungen auslösen. Diese Wanderungen können die ethnische Segregation verstärken ("white flight") oder reduzieren ("spatial assimilation") - und zugleich Form und Ausmaß der sozialen Segregation beeinflussen. Das Projekt leistet einen Beitrag zur Analyse der Ursachen des räumlichen Mobilitätsverhaltens von Familien mit und ohne Migrationshintergrund in Deutschland, jedoch erweitert um den vermutlich zentralen Faktor der elterlichen Status- bzw. Bildungsaspiration.

Wir vermuten, dass junge Paare und Familien insbesondere aus der Mittelschicht ihre Wohnstandortentscheidungen auch danach ausrichten, wie förderlich sie die lokale Schule und die Nachbarschaft für die Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten ihrer (künftigen) Kinder einschätzen. Kontextmerkmale wie hohe Armutsquoten und hohe Konzentrationen von Migranten in Nachbarschaft und Schule werden als "push"-Faktoren wahrgenommen. Bei Familien mit Migrationshintergrund vermuten wir dagegen auch Motive des Erhalts lokalen ethnisch-kulturellen Kapitals, die bildungsmotivierten Umzügen entgegenwirken könnten.

Im ersten Schritt soll geklärt werden, wie stark intergenerationale Bildungsmotive - auch als Kopplungsgewinne und neben anderen Motiven - die Bewertung der lokalen Kontextbedingungen Umzugsentscheidungen beeinflussen, ob sich Familien mit und ohne Migrationshintergrund diesbezüglich unterscheiden und wie diese Motive im Zusammenspiel mit der wahrgenommenen sozialen und ethnischen Zusammensetzung von Schulen und Nachbarschaften Umzüge auslösen. Im zweiten Schritt wird untersucht, wie realisierte Umzüge - aggregiert auf die Makroebene - in Form ethnischer und sozialer Segregation strukturbildend wirken. Anhand von Simulationsmodellen soll im zweiten Schritt auf Basis der empirisch ermittelten Determinanten von Umzügen regional vergleichend die Entwicklung der ethnischen und sozialen Segregation prognostiziert werden.


Kontakt:
Prof. Dr. Johannes Huinink
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Tel: +49 421 218-58535
E-Mail: huinink@uni-bremen.de

Prof. Dr. Michael Windzio
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Tel: +49 421 218-58629
E-Mail: mwindzio@uni-bremen.de
International Conference, University of Bremen, September 13-15 2017

Organizers
Dr. Teresa Huhle & Prof. Dr. Delia Gonzalez de Reufels, Latin American History (History Department, Faculty 8), University of Bremen, in cooperation with the SOCIUM Research Center on Inequality and Social Policy, University of Bremen

The conference aims to bring together an international group of junior and senior scholars from history and related fields who are working on the history of social policies and the welfare state in the Global South from a transnational, entangled or global history perspective.

Together, we would like to discuss current trends of research as well as map out open questions of the field. During the last ten years, the historiography on social policies and the welfare state has started to participate in the transnational turn. However, the exchanges of knowledge, ideas and institutions have been predominantly studied among countries and regions of the Global North, also highlighting transfers from north to south. The way European powers have intervened within their colonial domains in Africa and Asia in social policy issues can serve as an example.

We attempt to broaden these perspectives on the directions of transfer and communication. We are especially interested in research that focuses on exchanges and processes of transfer which have worked in the south-south and south-north direction. These can include questions on the effects that colonial contestations of welfare measures had on the policies in the respective ¡¥motherlands¡¦, on regional exchanges during moments of crisis (e.g. in Latin America during the Great Depression) or on how delegates from the Global South shaped the social policies of international bodies like the International Labor Organization (ILO) or the Office of the United Nations High Commissioner for Human Rights (UNHCR).

In this context, we consider it promising to use a broad concept of the welfare state and its policies, including not only the classical domains of labor security and public health, but also encompassing fields like nutrition, reproduction, education, recreation and other emerging research perspectives.

The integration of a cultural history perspective will further enable us to look at representations and constructions of social problems in diverse spatial configurations. We consider these as directly intertwined with the policies directed at them and want to highlight that 'welfare problems' and their underlying social and moral assumptions traveled just as much.

We are furthermore particularly interested in discussing the role of policies and welfare measures in the processes of nation building, which both on an institutional and an identity level must be conceptualized as a global phenomena and transnational endeavor. At the same time, we consider it important to look at the formation and exchange of social policy ideas and institutions beyond the national level, highlighting both exchanges on the communal and provincial level and within regional cooperation and international organizations.

In sum, we are particularly interested in case studies which fit into this general framework. We invited contributions which pay particular attention to the following methodological and thematic aspects:

  • Transnational networks and actors who promoted and conceptualized social policies and their mobility, especially beyond the realm of policy makers and experts, highlighting the role of social movements, labor unions and health activists among others

  • The development and transfer of visual and graphic depictions of social problems and social policies

  • The gendered dimensions of social policies and political demands

  • Colonial and imperial social policies and their possible afterlives during nationhood

  • Cross-border struggles for the recognition of social rights

The discussion will be stimulated by keynote lectures, including Prof. Dr. Christoph Conrad (University of Geneva).

If you wish to participate in the conference, please send in an abstract (maximum length 300 words) and a short CV by October 31st, 2016 to teresa.huhle@uni-bremen.de.
Notifications of acceptance will be sent out by mid-November 2016. A small travel allowance may be granted but funds are limited.

For further information please contact: teresa.huhle@uni-bremen.de

Download: Call for Papers

Neues DFG-Projekt bewilligt.

Einkommensverluste, Bildungspanik oder burn-out-Probleme in den Mittelschichten sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Die Frage, ob die Mittelschichten in ihrer ‚Komfortzone‘ bedroht sind und die bisher scheinbar selbstverständliche gesicherte Existenz für die eigenen Kinder nicht mehr gilt, ist Gegenstand vielfältiger, auch kontroverser öffentlicher Debatten. Tatsächlich ist über die Lebensführung der Mittelschichten in Deutschland jedoch wenig bekannt. Soziologinnen und Soziologen aus verschiedenen Abteilungen des SOCIUM werden nun in einem kürzlich von der DFG bewilligten Forschungsprojekt untersuchen, welche Ereignisse und Entwicklungen zu Verunsicherungen führen und wie Mittelschichtsangehörige mit diesen Irritationen umgehen.

In der dreijährigen Studie (Fördervolumen ca. 400.000 Euro) mit dem Titel "Lebensführung als investive Statusarbeit-Praktiken, Bedingungen, Störungen" werden Angehörige unterschiedlicher Teilgruppen der Mittelschicht auch im Vergleich zu Angehörigen von Unterschichten vertiefend zu einzelnen Lebensbereichen wie Arbeit, Partnerschaft, Geldanlagen interviewt, um herauszufinden, inwieweit sich Irritationen in einzelnen Bereichen auf die gesamte Lebensführung auswirken.

Die Studie ist Teil eines größeren Forschungsprogramms an dem die Antragsteller, Uwe Schimank, Betina Hollstein und Karin Gottschall, mit weiteren Kolleginnen und Kollegen aus der Soziologie an der Universität Bremen und darüber hinaus arbeiten. Neben der genannten qualitativen Studie, an der auch die Postdoktoranden und Doktoranden Nils C. Kumkar, Rixta Wundrak und Stefan Holubek beteiligt sein werden, soll in weiteren Projekten die Lebensführung der Mittelschichten auch repräsentativ und längsschnittlich sowie ländervergleichend untersucht werden.


Kontakt:
Prof. Dr. Karin Gottschall
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel: +49 421 218-58595
E-Mail: karin.gottschall@uni-bremen.de

Prof. Dr. Betina Hollstein
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Tel: +49 421 218-58512
E-Mail: betina.hollstein@uni-bremen.de

Prof. Dr. Uwe Schimank
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Tel: 0421/218-58564
E-Mail: uwe.schimank@uni-bremen.de